Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 97 (12.12.1889)
- Date
- 1889-12-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXX. Jahrgang. $$müit «n-. Jeschillilli. Mslhrlft m Mdtrum W. (Stints md Md. ftbtns in Ws. Gtmiudt uX Mit. Kentrak-Hrgan für das orthodoXe Zudenlhum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, de» 12. Dezember 5650 (1889). Leitende Artikel. ^erek Schiray. Mainz, 9. Dezember. IX. (Der Lobgesang des Gehinnom.) I. .aiö tOD nzijn jpbji ,nppw jratwi »3 : "on mtm „Gehinnom spricht: Denn Er hat gesättigt die schmachtende Seele, und die hungerige Seele hat Er gefüllt mit Gutem." Diejenigen, welche den Perek Schirah erst aus unseren Abhandlungen kennen lernen, werden nicht wenig über diesen Lobgesang der Hölle erstaunt sein, der gar keinen Bezug auf die Bestrafung nach dem Tode zu haben scheint. Es ist der 9. Bers des 107. Psalms, welchen der Verfasser des Perek Schirah der Hölle in den Mund legt. Ehe wir die Erklärung desselben und seine Bezugnahme auf den hier in Rede stehenden Gegenstand darzulegen versuchen, wollen wir die Bezeichnung Gehinnom, welche in der rabbinischen Literatur für das gebraucht wird, was der Deutsche „Hölle" nennt, näher in's Auge fassen. Das Wort ist ein Lehnwort. Es ist der Name eines Thales in der Nähe von Jerusalem, welches in der heiligen Schrift (Josua, Cap. 15, V. 8) Ge ben Hinnom genannt wird. Wieso gerade dieses Thal zu der traurigen Berühmtheit gelangt ist, daß der Name desselben als Bezeichnung für die Hölle diente das erfahren wir durch den Propheten Jirmijah, der es als einen Ort des Schreckens, des Abscheues und der Gräuel schildert. Daselbst lesen wir (Cap. 7, V. 30 und ferner): „Denn es haben gethan die Söhne Juda's, was böse in Meinen Augen, spricht der Ewige; sie haben ihre Gräuel aufgestellt in dem Hause, über welches Mein Name genannt wird, es zu verunreinigen. Und erbaut Anhöhen des Thophet, welches ben Hinnom, zu verbrennen ihre Söj ihre Töchter in Feuer, was Ich nicht befo^ und was Mir nicht in den Sinn gekomr halb, siehe, Tage kommen, spricht der EM es wird nicht mehr gesagt werden das ThophA Thal ben Hinnom, sondern Thal der Erwürgung, und sie werden begraben in Thophet aus Mangel an Raum. Und es wird sein der Leichnam dieses Volkes zur Speise für die Vögel des Himmels und für die Thiere des Feldes, und Niemand wird sie verscheuchen. Und Ich werde verbannen auS den Städten Juda's und aus den Straßen Jerusalem'- Stimme der Wonne und Stimme der Freude, Stimme des Bräutigams und Stimme der Braut, denn zur Einöde wird werden das Land." (Vergleiche .auch Cap. 19.) Nascht zu Cap. 7, V. 31 erklärt uns den Namen Thophet. In Ge ben Hinnom war der Moloch-Dienst eingerichtet. Der Götze Moloch war aus Kupfer und wurde von unten geheizt, so daß er durch und durch glühend wurde. In seine ausgestreckten Arme wurde das Kind gelegt; die Arme wurden zusammengezogen, und das Kind starb in dieser glühenden Umarmung. Unterdetz schlugen die Moloch-Priester die Pauken D'Bin aneinander, so daß die Eltern das Wehgeschrei des Kindes nicht vernahmen. Von dw, Pauken, kömmt der Name Thophet, und daher wird auch die Hölle „Thophthe" genannt, wie es heißt (Jesaias, Cap. 30, B. 33): „Denn hergerichtet von gestern ist Thophthe - auch sie ist dem Könige (Sanherib) bereitet, sehr tief, sehr weit; ihre Flamme ist Feuer und Holz gar viel; der Hauch des Ewigen wie ein Schwefelstrom lodert darin." Der zuletzt angeführte Vers aus dem Prophe-