Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 91 (21.11.1889)
- Date
- 1889-11-21
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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1587 schule, sowie durch die Eigenartigkeit deS hebr. Unterrichts ist die Handhabung der Disciplin erschwert. (?d d. Red.) 3. Neben Pünktlichkeit, Ordnung, weiser Strenge und Erregung von Interesse ist vorzugsweise eine unabhängige Stellung seitens des Lehrers geeignet, eine gute Disciplin herbeizuführen. Als dritter Referent folgte Ehrmann-Frievberg mit seinem Vortrage: „Die Lehrmittel für die israelit. Religionsschule." An der Hand eines reichen Materials wies Referent nach, daß bei aller Anerkennung der in der letzten Zeit gemachten Fortschritte unsere Schulbücher-Literatur noch nicht auf der Höhe ihrer Aufgabe stehe. Neben recht guten Erzeugnissen derselben sei eine nicht geringe Anzahl unbrauchbarer und ungeeigneter vorhanden, und auch die besseren zeigten oft bedenkliche Mängel. Nicht immer sei die Zahl der Auflagen und die weite Verbreitung eines Lehrbuches ein Beweis für die Vortrefflichkeit desselben und nirgends gelte das Wort: habent cua fata libelli mehr, als bei jüd. Lehrbüchern, was Redner an verschiedenen Beispielen nachwies. Als betrübende Erscheinung beklagte es Referent, daß die HH. Verfasser so selten die Namen Derjenigen erwähnen, bei denen sie unfreiwillige Anleihen ausgenommen. Bezüglich der äußeren Ausstattung constatirte derselbe einen bedeutenden Fortschritt, nur der Einband lasse in vielen Fällen noch viel zu wünschen übrig. Er besprach hierauf die hervorragendsten und besten Lehrmittel, doch würde es zu weit führen, auch nur eine Skizze seiner diesbezüglichen Ausführungen zu geben. Derselbe erfuhr nur in einem Punkte, bezüglich der Lehrbücher für systematische Religionslehre, lebhaften Widerspruch seitens der HH. Rabbiner Dr. Levi und Mayer - Gießen, wies jedoch die geltend gemachten Bedenken zurück. Nachdem der Präsident, der durch rasche Erledigung des geschäftlichen Theils, sowie durch umsichtige und energische Leitung nicht wenig zur Hebung unseres Vereins und zum Gelingen unserer Versammlungen beiträgt, den Referenten für ihre Arbeiten gedankt, schloß derselbe die Conferenz, die des Anregenden und Interessanten so viel geboten, mit einer Einladung zum recht zahlreichen Besuch der nächsten. _ Aus Baden. Aus dem neuen Verordnungsblatt des Großh. Oberrathes der Israeliten enthüllt sich uns die freudige Wahrnehmung, daß allenthalben in Baden Conferenzen isr. Religionslehrer unter Vorsitz des betreffenden Bezirksrabbiners abgehalten werden und in denselben Gegenstände des so höchst wichtigen Berufes zum Meinungsaustausch und zur Berathung gelangen. Außer den Hauptaufgaben der Conferenz. Besprechung gegebener Thematen über Erziehung und Unterricht im Allgemeinen, und in der Religionslehre insbesondere, findet das so seltene Zusammenfinden vieler gleichberuflicher Männer hier auch Gelegenheit, praktische Erfahrungen Einzelner der Gesammtheit nutzbar zu machen. Geistig gestärkt von dem amtlichen und gemüthlichen Theil eines solchen Tages kehrt der Lehrer mit freudigem Muthe wieder zu seinen Berufsarbeiten zurück. Es ist nur schade, daß in dem genannten Blatte, als amtlichem Verordnungsblatt einer staatlichen Behörde, Gang und Besprechungen in diesen Conferenzen nur den: kurzen Inhalte nach angegeben werden können, und wäre für eine andere pädagogische Zeitschrift Stoff aus solchen Conferenzen zur Bearbeitung erziehlichen und unterrichtlichen Auseinandersetzungen in Fülle vorhanden. Einsender dieses war z. B. bei der am 11. Angust d. I. in Breiten ftattgesundencn Conferenz anwesend. Bei derselben hat der Vorsitzende, Herr Rabbiner Schleßinger, als Einleitung eine ausführliche Geschichte der isr. Religionsschulen von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart zum Vortrag gebracht, welche den allgemeinen Beifall der Versammlung erntete. Man würde gewiß die jüdisch - pädagogische Welt zum Danke verpflichten, wenn solche Arbeiten in einer jüdisch-pädagogischen Zeitschrift, wie etwa in der pädagogischen Beilage des „Israelit und Jeschurun", weitere Verbreitung finden würden. Es würde den Einsender freuen, wenn er durch diese Zeilen Anregung hierzu gegeben hätte. (Unsere Spalten stehen solchen Arbeiten, wenn dieselben druckreif sind, gerne zur Verfügung. — Die Red.) Briefkasten der Redaction. Verschiedene Herren Mitarbeiter bitte« wir «m Geduld; wenn die „Bl. f. d. isr. Sch." wöchentlich erscheine« könnten, kämen die Beiträge rascher znm Abdruck. Dr. S. in W.: Nein. Die Redaction der „Bl. f. d. iSr. Schule" befindet sich in Händen eines Schulmannes. Herrn W. in H. In solchem Tone spricht kein Gebildeter; Sie schreiben in diesem Ton; wir sollten das drucken? — Nein. R. in K.: Man muß nicht Alles glauben. St. in W.: Die Sache ist durch die Intervention des Herrn Dr. S. geordnet worden. Ob Antisemitismus dabei im