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Der Israelit · 1889-11-21 · Heft 91 (21.11.1889) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 91 (21.11.1889)
Date
1889-11-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1579 Mkt 2) Pässe Unsere Vunsch eines so die! grei- Zweck suchen, Paß lnziger hatte, , daß behufs ic hie- Um- 'eunde nsulat vieder chörde besuch meine stelle intuell lmtes, s Vrblielenden , um leinen h da war,! auf n sich artige : des s sich engen m zu l Be- )äftsoährt rlden, lschen ll.) lsemit ffenteichse die Erlaubmh, wcßhalb Licbermann die betreffende Versammlung in dem Altonacr Salon Bellealliance abhielt. Die Versammlung war stark besucht; indeß wurde der Vortrag ironisch ausgenommen. Die Antisemiten sind bemüht, hier Fuß zu fassen, bis« her jedoch ohne Erfolg. Sie stellen für die Reichswahl den Buchhändler Hübener als Kandidaten auf. In der Versammlung wurde konstatirt, daß die Antisemiten Woermanu ihre Untersttzung angeboten, dieser sie aber entrüstet znrückgewiesen hätte. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Pretzburg, 10. Nov. Der über 300 Jahre alten Magendorfer jüd. Gemeinde steht eine große Gefahr bevor, daß sie ihre sämmtlichen Gemeindeinstitutionen verlieren solle. Graf EsterhLszy hatte nämlich vor 70 Jahren einen Tempel und andere Nebengebäude erbauen lassen mit dem Bedingnisse, daß ihm hiefür und für den als Friedhof dienenden Acker jährlich 300 fl. gezahlt werden, welcher Bedingung die jüd. Einwohner getreu nachkomen und dieser auch weiterhin gerne Nachkommen würden, wenn der jetzige Grundherr hiermit einverstanden wäre. Dieses Gut ging vor Kurzem in den Besitz des Grafen Batthknyi über und dieser scheint nicht im Mindesten von solch edlen Gefühlen beseelt, wie dessen Vorgänger; denn er erklärte der Gemeinde, daß er den Tempel in ein Magazin, die Schule in eine Dienerwohnung verwandeln und den Friedhof aufackern werde. Trotz des Bittens und Flehens von feiten des Vorstandes, stellte der edle Graf die Alternative: entweder sie kaufen die Gebäude und das Feld, oder Alles wird devastirt werden. In Folge dessen sah die dortige isr. Gemeinde sich veranlaßt, an die wohlthätigen Herzen unserer Glaubensgenossen zu appelliren, damit es ihnen ermöglicht werde, ihre heiligen Institutionen zu behalten. Zur Charakterisirung des Vorgehens des Grafen B. soll nicht unerwähnt bleiben, daß das genannte Besitzthum außer den Esterhaszy's mehrere andere Eigenthümer hatte, die an dem Vertrage nicht das Mindeste änderten. — Aus NagymihLly wird dem „Egyenlössg" folgendes, jeden religiösen Juden in hohem Grade Erfreuende berichtet : „Die verdienstvollen Rabbiner des Zempliner Com. haben einen „Talmudthorah-Unteri stützungs-Verein" ins Leben gerufen, dessen Aufgabe es sein wird, dahin zn streben, daß im Zempliner Com. mehr mm iD^n-Schulen errichtet werden, in denen man nur jüd. Wissenschaften unterrichten solle. Da die Betheiligung an diesen segensreichen Verein eine große ist, wird er in der Lage sein, auch mit materiellen Mitteln diese edlen Bestre-! bungen zu unterstützen. Besondere Verdienste um I das Zustandekommen deS Vereines haben sich die Rabbiner von NagymihLly und SLrospatak erworben." Mögen diese edlen Bestrebungen reiche Nachahmung finden! — Seit einigen Wochen treibt sich hier ein Missionär herum, der sich seine Opfer unter den unwissendsten und ärmsten Leuten sucht, denen er Alles, was seine Phantasie erfindet, als baare Münze vorgibt. Erfolg wird hoffentlich der Seelenfchachrer keinen haben; schaden jedoch kann auch daS unbedeutendste Ding. L. G.-g. F. T. Ans Ungarn, 17. Nov. ES dürfte wohl der seit einem Jahre bestehende Ministerial- Erlaß bekannt sein, daß bei Affentirungen diejenigen Militärpflichtigen, die sich in einem andern Komitäte stellen, ihren Namen eigenhändig in die Anertennungsrubrik der Stellungsliste einzutragen haben. Das wäre an undfür sich von keiner Bedeutung, wenn nicht diese Forderung der eigenhändigen Namensfertigung, Veranlassung zur Entweihung des>zheiligen Sabbats gegeben hätte, da die fremden Affentpflichtigen, gewöhnlich am letzten Tage der Stellung, welcher zumeist auf Sabbat fällt, Vorkommen, wie es sich auch thatsächlich imOedenburger Comitate ereignete, und zwei Rabbinatskandidaten kamen dadurch in die Zwangslage, den Sabbat zu entweihen. — Es ist eine traurige Thatsache, daß die dazu Berufenen, deren heilige Aufgabe es ist, die Interessen des Judenthums zu fördern, ihre Kraft und ihren Einfluß zur Erlangung kleinlicher Dinge anwcnden und Angelegenheiten, welche für das Judenthum in Ungarn von tief einschneidender Bedeutung sind, außer Acht lassen. Jedoch „das Judenthum ist nicht verwaist." Es gibt G. L. in Ungarn noch Einzelne, welche es an mannhafter Thatkraft, rühmenswerther Energie und gottentflammtem Herzeusmuthe nicht fehlen lassen, wo eS gilt, der dem Judenthume drohenden Gefahr entgegenzutreten, und so hat auch Herr Rabbiner S. K u ttn a aus E isen st a dt, der seit frühester Jugend mit aller Macht feines Einflusses für das orth. Judenthum gewirkt hat, auch erwähnte Angelegenheit in die Hand genommen, indem er im Einverständnisse sämmtlicher Rabbiner des Oedenburger Comitates ein Memorandum dem Ministerium, worin er hervorhob, daß die Nöthigung zur Entweihung des Sabbat ein flagranter Gewissenszwang bilde, überreichte. Er erhielt darauf nachstehenden Bescheid vom hohen Ministerium: Vom LandeSvertheidigungSministerium. In Folge des vom Oedenburger Municiptum unterbreiteten Gesuches des Herrn Salomon Kuttna,

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