Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1889-11-18 · Heft 90 (18.11.1889) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 90 (18.11.1889)
Date
1889-11-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447947-2448012--29030-2476740
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

X&X. Jahrgang. M 90 IsraelitJeschurun. MWst W MekW M. Gelkrs md D. Kedeils in Dans. Gemeinde rnd Klhnie. Aentrak-Organ für das orthodoxe Iudenlhum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 18. N Leitende Artikel. Zur He schichte des Heöels und des ersten Weiers. Von Bezirksrabbiner Dr. Ehrmann in Baden (Schweiz). III. . Nachdem alle bisherigen Veranstaltungen nicht Abrahams Scheu zu überwinden vermochten von Gott etwas zu erbitten, das den Schein einer Belohnung an sich trug, Erging das Gotteswort an Abraham in einer besonderen Erscheinung: „Fürchte Dich nicht Abraham, Dein Lohn ist sehr groß!" (C. 15, 1). Wenn etwas, so war diese Zusicherung geeignet, Abraham zum Bewußtsein zu bringen, seine vermeintliche Unwürdigkeit brauche ihn nicht zurückzuhalten die Erfüllung seiner Wünsche von Gott zu erbitten. Sein Lohn sei ohne Grenzen, er stehe jederzeit zur Gewährung bereit, er brauche nur zu verlangen! Aber Abraham verlangt nicht! Nirgends sonst tritt die hohe sittliche Größe Abrahams, seine rückhaltlose Hingebung an Gottes Führung herrlicher zu Tage, als in der Erfolglosigkeit aller dieser göttlichen Winke. Was wohl Hunderte Minderbegabte erkannt hätten, sieht Abraham nicht, sein Blick ist verschleiert, sein Schritt ist verhüllt, wie der den Gottesthron umgebenden geflügelten Gottesboten, deren ganze Energie sich in den Aufschwung zu Goit concentrirt. Er ist der Vollendete, von dem das Prophetenwort sagt: „Wer ist blind wie mein Diener, und taub wie mein Bote, den ich sende, wer ist blind wie der Vollendete, blind wie der Diener Gottes!" An dieser freiwilligen Blindheit, die mit geschloffenen Augen Gottes Führung folgt, vember 5649 (1889). v «sitö die keinen Schritt, kein Wort wagt, jdie außettz^er der ausgesprochenen, göttlichen Weisung liegen, W" diesem vollendeten Ein- und Aufgehen tn den Willen" Gottes, scheiterten alle Veranstaltungen,' Abraham ein einziges Wort des Gebets zu entlocken. Und doch begreift es sich, daß kein Gotteswort Abraham sagen konnte, bete, und die Erfüllung deiner heißesten, leisesten Wünsche ist gewährt. Es folgt nnn daher ein ganz direkter Hinweis gelegentlich der Stiftung des alle abrahamttischen Nachkommen umfaffendeu Mttakmndes, unmittelbar vor der Aufnahme Jschmaels in diesen Bund, um festzustellen, daß dieser Bund nur die von Sara entstammenden Nachkommen Abraham in sich schließt. Gott sprach zu Abraham: Sarai, Dein Weib, soll ihren Namen nicht ferner Sarai nennen, sondern Sara ist ihr Name. (E. 17. 15). Ohne auf die spezielle Bedeutung dieses Namenwechsels hier einzugehen, genügt für unseren Zweck, die Thatsache, daß demselben ohne Zweifel die Würdigung der hohen Bedeutsamkeit Saras, als Stammmutter des abrahamttischen Volkes zu Grunde liegt, von welcher Abraham bis dahin nicht in dem Maße durchdrungen war, daß dieselbe ihn zu einer Bitte veranlaßt hätte. Dieser von Abraham nicht erkannten und dieser von Gott besonders betonten Bedeutsamkeit Saras fügt sich nun die Verheißung an: nn'm n’ro-oi p -\b hjdb Tin: djh nn« »nmm .V,T HJDD D’U „Ich werde sie segnen und habe Dir auch schon von ihr einen Sohn bestimmt. Ich werde sie segnen, sie wird zu Völkern werden, Könige der Völker werden von ihr werden." Das Perfekt >nru ist in diesen Worten auffal-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.