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Der Israelit · 1889-11-14 · Heft 89 (14.11.1889) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 89 (14.11.1889)
Date
1889-11-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ergänz. JSs 89* IsraelitJeschurun Mschrlst m FördttüllS D. deines m W. De«s in Ws. Gmklüdr noD Kchsle. Emirat-Hrgan für das orthodore Judentum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 14. November 5649 (1889). Leitende Artikel. UereK Schiraß. Mainz, 6. November. V. (Das Loblied der Erde.)! II. Mag uns die Astronomie auch belehren, daß unter den großen Meltkörpern nur klein und unbedeutend ist, daß sie nichts ist als ein zum großen Sonnensystem gehöriger Wandelstern und daß selbst dieses Sonnensystem mttsammt der Erde und allen anderen Planeten nur ein kleiner Thetl des großen Ganzen ist, welches wir das Universum nennen, so wissen wir doch durch unsere heilige Religion, daß es in Bezug auf den Werth und die Würdigung unserer Erde auf die quantitative Größe nicht ankömmt, sondern daß die Erde insofern den Mittelpunkt des Weltalls bildet, weil auf ihr der Mensch lebt, der Schöpfung Meisterwerk, der gesammten Schöpfung Endziel und Endzweck. So heißt eS auch (Psalm 8, V. 4 und ferner): „Wenn ich Deine Himmel sehe, das Werk Deiner Finger, Mond und Sterne, die Du eingesetzt — was ist da M Mensch, daß Du sein gedenkest und der Erdensohn, daß Du sein sich annimmst? Und doch hast DlLihm nur wenig fehlen lassen von einem göttlichen Wesen, mit Herrlichkeit und Majestät krönst .Du ihn, lassest ihn herrschen über die Werke Deiner Hände, hast alles ihm zu Füßen gelegt . . . Ewiger, unser Herr, wie mächtig ist Dein Name auf der ganzen Erde." Klein und unbedeutend erscheint der Mensch im Vergleiche mit den großen Weltkörpern, welche Gottes Finger gebildet und eingesetzt haben, und dennoch ist er größer und bedeutender als sie, durch den Geist, den Gott ihm eingehaucht hat. Es ist selbstverständlich, daß der Mensch dem Endziele der Schöpfung nur dann entspricht, wenn er die Zwecke erstrebt, welche der allmächtige Gott mit ihm hat erreichen wollen. Wenn der Mensch nothwendigerweise so werden müßte, wie Gott will, daß er werden soll, dann wäre er kein Mensch, sondern ein Engel. Was ihn erst zum Menschen macht, das ist . die Freiheit des Willens, die ihm der allgütige Wtt gnädiglich verliehen hat. Diese Freiheit ist ein Hauptfaetor der Gottähnlichkeit. Alle Geschöpfe, vom größten bis zum kleinsten, gehorchen der Nothwendigkeit. Nur Gott, der Schöpfer, ist frei, und unter den Geschöpfen einzig und allein der Mensch. Es ist also in des Menschen Hand gegeben, die Endzwecke der Schöpfung zu fördern oder ihnen entgegenzuarbeiten. Wer seinem Schöpfer dient mit allen seinen Kräften und Seine heiligen Gebote zu beobachten sich bemüht, der gehört zu den Erhaltern der Welt; wer aber, selbst gottlos, Andere zum Bösen verleitet, der gehört zu den Zerstörern der Welt. Nun werden wir begreifen, H>arum RabN Jose in der angeführten Talmudstelle Wehe ruft über diejenigen, welche sehen, und nicht wissen, was sie sehen, die stehen und nicht wissen, worauf sie stehen. *) Sie begreifen nicht, daß sie selbst es find, welche die Grundlagen des Weltalls bllden oder zerstören können. „Die Erde, auf was steht fiek Auf den Säulen." Rabbi Jose sagt unS nicht, welche diese Säulen sind, wie sie heißen und wo sie sich befinden. Da er aber sagt: „auf den Säulen" so setzt er sie als bekannt voraus. ES find das die Säulen, von denen Schimeon, der Gerechte, > Vergleiche mia« 'WN'N N"ttnnB zur Stelle.

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