Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 84 (28.10.1889)
- Date
- 1889-10-28
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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1448 schaftltchen Rüstzeug, das H. nicht blos zur Klarstellung und Vertheidigung der nv byiw und arana' min, sondern für die monotheistische Weltanschauung im Allgemeinen und für den „Ausgleich zwischen Wissenschaft und Glauben", an dessen Mißlingen so viele forschende und grübelnde Geister zu Grunde gehen, in seinen Werken hinterlassen hat.- Das Wenige, das wir aus dem reichhaltigen Material herausgreifen und auch nur mit flüchtigen Strichen hier skizztren konnten, möge hinreichen, zu zeigen, welch' tiefe und wahre Anschauungen auch aus naturwissenschaftlichem Gebiete das Judenthum in sich birgt, und welch' fruchtbare Anregung für die unsere Zeit so mächtig bewegenden Fragen das Studium der min, y und des -nr^n auch auf naturwissenschaftlichem Gebiete gewähren kann. Hohe Bewunderung und tiefe Ehrfurcht muß uns aber auch für jene Forschungen erfüllen, denen es geglückt ist so tief hinabzusteigen in die rmnn »poy und den Gedanken des Schöpfers ahnend zu folgen. Sie haben glänzend und unwiderleglich gezeigt, wie kein Widerspruch besteht zwischen Gott und der Welt, d. h. zwischen der min, dem göttlichen Gesetze und der wahren Wissenschaft dieser Welt, weil nur das wahr ist und wahr sein kann, was mit Seinen Aussprüchen übereinstimmt — und weil im letzten Grunde kein Widerspruch sein kann zwischen dem Gesetzes- und dem Schöpferworte, — beide entstammend dem Einen Einzigen — dem Weltenschöpfer.- Zeituttgsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz. Der neuerwählte Rabbiner von Ems, Herr Dr. L. Weingarten, der die letzten Tage des verflossenen in unserer Mitte verbrachte, gab uns durch einen inhaltsreichen, formgewandten Vortrag, den er im Verein in n»i!? hielt, Gelegenheit, die Gediegenheit seiner Kenntnisse und die Kunst seiner Rednergabe zu bewundern. Es ist höchst erfreulich, daß Ems einen so echt frommen und nach jeder Hinsicht tüchtigen Rabbiner sein eigen nennen darf. Möge dessen Thätkgkeit von reichem Erfolg gekrönt sein. Ems. Herr Dr. L. Weingarten, Schüler des Rabbinerseminars in Berlin, wurde von unserer Bezirksgemeinde zum Rabbiner gewählt. Wassertrndingen, 20. Oktober. Einen herben Verlust hat die hiesige israelitische Eultusgemeinde erlitten. Nach kaum achttägigem Krankenlager verschied unser allgemein geachteter Vorstand, Herr David Kohn n*a ova, im 62. Lebensjahre, tief betrauert von seinen Angehörigen und seiner Gemeinde und wurde am n"iy zu Grabe geleitet. An ihm hat nicht nur seine Familie ihre Stütze, sondern auch unsere jüdische Gemeinde ihr Oberhaupt und ihre Krone verloren. Seit mehr als 25 Jahren widmete der Verblichene seine Thätigkeit der jüdischen Gemeinde und waltete mit größter Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit als Vorstand seines Amtes. Fast 30 Jahre sungirte er als 1. Magistatsrath und stellvertretender Bürgermeister in hiesiger Stadt, und stand bei allen, die ihn kannten und mit ihm Umgang hatten, in größter Hochachtung. Seine Rechtlichkeit und sein unparteiisches Handeln waren musterhaft. Mit Rath und That stand er auch Jedermann ohne Unterschied des Glaubens allezeit bei. Einen Beweis der allgemeinen Hochachtung lieferte sein Leichenbegängnis. Der ganze Magistrat, das Gemeindekollegium , das Gerichtspersonal und die Geistlichkeit hiesiger Stadt gaben ihm das letzte Geleite. Zwei Deputationen begleiteten ihn sogar bis nach dem 4 Stunden von hier entfernten Begräbnißplatze Bechhofen. An der Bahre sprach Herr Lehrer Herz rührende Worte, wobei kein Auge thränenleer blieb. Seit Menschengedenken sah die hiesige Stadt kein so großartiges jüdisches Leichenbegängniß. «Yasun. M. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Wien. Die Herren David und Wilhelm von G u t m a n n haben dem Spitalfonds der Poliklinik den ansehnlichen Betrag von 150,000 fl. gewidmet und dies in einem Schreiben dem Präsidenten des Curatoriums der Poliklinik, Baron Bezecny, zur Kenntniß gebracht. Die Verwaltung des Institutes hat von dieser Schenkung Herrn Erzherzog Rainer, als dem Protector der Poliklinik, Mittheilung gemacht, und dieser hat die Spender für nächste Woche zu einer Audienz entboten, um denselben seine Anerkennung auszusprechen. Wochen - Kalender. Freitag, l. Nov., 7. Cheschwan. Samstag, 2. Nov., 8. Cheschwan "]b *]*? Sabbat-Ausgang 5 Uhr 25 Min. (Mainzer Uhr.) Briefkasten der Expedition: Herrn Pollak Lamm, vormals in Nagy - Tapolcsan: Wir bitten um Ihre jetzige Adresse. c