Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1889-10-08 · Heft 80-81 (8.10.1889) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 80-81 (8.10.1889)
Date
1889-10-08
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2447947-2448003--28861-2476566
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XXX. Jahrgang. M 80 & 81. Israelit... Jkschum». m Mmijüd. ieiHes uuö jüli. fcbetts in Ass. GemlM und KGle. Geutrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Dienstag, den 8. Oetober 5S4S (188S). Wegen des hl. Laubhüttenfestes erscheint die nächste Nummer Montag ben 21. Oetober. Leitende Artikel. Aas Küttenfest. Mainz, 2. Oktober. In unserer Gebetordnung für den Versöhnungstag wird einer ganzen Reihe von Gebetstücken der Ausspruch des Propheten Jirmijahu zu Grunde gelegt 'w D'un «b »o. „Wer sollte Dich nicht fürchten, o König der Völker, denn Dir geziemt es, denn unter allen Weisen der Völker und in allen ihren Reichen ist Niemand wie Du." Nach dem heiligen Soharbuche sind in diesem Verse ztyei Dinge auffällig erstlich, warum der Heilige, gelobt sei Er, hier als cnjn “jbo, König der Völker, und nicht auch als -jbo, König von Israel, bezeichnet wird; zum Zweiten wird der Sinn des Verses beanstandet: wer, und wäre er noch so weste und noch so mächtig, könnte den thörichten Gedanken fassen, daß er dem allmächtigen und allweisen Könige des Weltalls gleiche; wozu braucht also der Prophet es auszusprechen, daß unter allen Weisen der Völker und in allen ihren Reichen Niemand Ihm gleichet? Eine Betrachtung über das Wesen des Hüttenfestes wird uns aus diese Frage Antwort geben. Wir lesen in der Haphtarah des ersten Festtages (Secharjah, Cap. 14, V. 16), daß eine Zeit kommen wird, in welcher alle Völker alljährlich nach Jerusalem wallen werden, um sich zu bücken vor dem Könige, deni Ewigen Zebaoth, und zu feiern das Hüttenfest. Warum gerade das Hüttenfest? Es ist eine sonderbare Erscheinung, daß die Nichtjuden unsere sämmtlichen Feste ausgenommen haben mit Ausnahme des Hüttenfestes. Statt Peßach feiern sie Ostern, statt Schabuoth feiern sie PKrgsten; auch sie feiern ein Neujahrsfest, wenn auch zu anderer Zeit, und die Buß- und Bettage haben Aehnlichkeit mit dem Jom Hakkipurim; statt des Weihefestes, Chanukah, am fünsundzwanzigsten Kislew, feiern sie Weihnacht am fünfundzwanzigsten Dezember, und mit der Fröhlichkeit des Purimfestes hat die Fastnachtsfreude einige Aehnlichkeit. Nur vom Hüttenfeste ist bei ihnen keine Spur vorhanden. Diese Thatsache scheint um so sonderbarer, da dW erwähnte Fest, *pNn jn, das ^Fest der Einsammlung aller Feldfrüchte, ebenso an die Naturerscheinungen anknüpft wie Peßach, das Fest der Aehrenblüthe, und Schabuoth, das Fest der Erstlingsfrüchte. Es ist das eine besondere Fügung Gottes, weil für die übrigen Völker der Erde die Feiör des Hüttenfestes Vorbehalten bleiben soll für eine erst zukommende Zeit. Die Weisen lehren, daß das Hüttenfest mit seinen Mizwoth ein Symbol ist für die Welt, die Thora, die Weltgeschichte, daß es ein Fest der Vollendung ist. Die Sukkah gleicht dem Beth 2, ebenso die Welt (j-ps gleich f^2 Haus) und die Thora beginnt mit einem Beth. Die Höhe der Sukkah darf nur zwanzig Ellen, gleich 120 Tephachim betragen, entsprechend den dreimal vierzig Tagen, in welchen die Thora gegeben wurde; die geringste Länge und Breite der Sukkah beträgt sieben Tephachim, entsprechend den sieben Himmelsgewölben. Die vier Pflanzenarten weisen sämmtlich auf Gott hin; das Ethrog *nn yy ns wie es heißt -nm mn, das Lulab onon ross, wie es heißt NID' -idto P'"I8, die Myrthe, NONN, wie es heißt O'Oinn p *idij? Nim, die Bachweide nny, wie es heißt nmnp 22N; die siebenzig Stiere, welche am

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.