Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 78-79 (30.9.1889)
- Date
- 1889-09-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M 78 & 79* XXX. Jahrgang. Israelit««-. Jeschurun. Mchrlst zur Mmng D. Grllkk« unö D. Gebens in Hans, Gmelndt nnö Kchnlr. Zentral-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegebcn von vr. Lehmarm in Mainz. Montag, den SV. September 5649 (1889). Da mit dem I.October 1889 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. J&te nächste Nummer, eine Doppel-Nummer, gelangt Dienstag den 8. Oktober zur Ausgabe. Leitende Artikel. Schne Kaßeirim. Von Dr. H. Sänger. Als eigentliches versöhnendes Moment zwischen uns und Gott, gleichsam als den Kernpunkt des Versöhnungstages, wurden zur Zeit des Heiligthums zwei Sündenböcke genommen. Die Vorschriften darüber und die Vornahmen damit find ganz eigenartig, so daß wir, da doch sicherlich gerade diese auffällige Art der Opferweise an diesem Tage ihre ganz besondere Bedeutung hat, genau darauf achten müssen, um sie zu verstehen, um so mehr, da wir heute ja nicht mehr das uns anregende, zur Reue anspornende Opfer haben und an dessen Stelle nur den es vertretenden Gedanken als Dolmetsch und die entsprechende That für uns bei Gott, um Versöhnung und Verzeihung zu erwirken, eintreten lassen können. Es heißt in dem betreffenden Thoraabschnitt n«ünS onw w np' Sn-w’ ’jd my nNDi „Und von der Gemeinde der Kinder Israel nehme er zwei Ziegenböcke als Sündopfer", w n« n,->P njno Sin nns P oniN TDym D’TyeM „und man nehme die zwei Ziegenböcke und stelle sie vor den Ewigen, an den Eingang des Stiftzeltes" Hui H? "ihn Hu, mHu tmnwn w by prw |n:i Pnij6 “tin „und Ahron gebe auf die zwei Ziegenböcke Loose, ein Loos für den Ewigen und ein Loos für Asosel". HynSy’itw ■vjwnnN pn« anpm riNvn PS Huri „und Ahron bringe näher den Ziegenbock, aus welchen das Loos für den Ewigen gefallen und mache ihn zum Sündopfer" tedS P ubS ti ivy SwiyS Hun vby r\by -wn *vytsni N12NO.-1 PnjH lnw r\bwb> lpy „und der Ziegenbock, auf welchen das Loos für Asosel gefallen^, werde lebend gestellt vor den Ewigen, um auf ihn zu versöhnen, um jihn für Asosel zu schicken nach der Wüste. . ." Zwei SündenbKke wurden ^ckMgewätzit. Es gibt zweierlei absichtliche Sünden, und nur für diese sollen die on»yff sühnen. Mancher sündigt mit Wissen und Absicht, weil er, wie er glaubt, nicht anders kann, weil ihm die Beobachtung dieses oder jenes göttlichen Gesetzes zu schwer fällt, zu große Opfer von ihm erheischt, sei es persönliche oder an seinem Vermögen. Um so mehr aber sucht er dann durch genaue und sorgfäl^ge Beobachtung der übrigen Gebote wieder gut zi. ^machen, was er verschuldet. Mancher denkt, wem er die Zeit von Rösch haschono bis Jom Kippur manches Vergnügen versagt, zuweilen fastet, r^.hr betet, „Zedokoh" gibt und am Jom Kippu. den ganzen Tag fastet und betet, sdann seien alle sonstigen Unterlassungen und Gesetzesübertretungen gesühnt und vergeben. Das aber ist sicherlich eine falsche Auffassung. Denn der Jom Kippur, Fasten und Gebet, Zedoko und sich auferlegte Entsagungen dürfen nicht als eine Abschlagszahlung betrachtet werden, sondern nur als Mittel zur Versöhnung, zur Erlangung der göttlichen Verzeihung, wenn damit die roiETi, die Reue, die Besserung, das künftige Unterlassen der früher wissentlich begangenen Sünden Hand in Hand geht. Ein Anderer wiederum sündigt mit Absicht