Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 71 (5.9.1889)
- Date
- 1889-09-05
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2447947-2447997--28758-2476457- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
St. Johann a. d. March. Vergangene Woche starb hier nach 22jährigem, segensreichen Wirken der Kreisrabbiner, Herr Jakob Re i n in ge r, im 70. Lebensjahre. Seine Gelehrsamkeit auf allen Gebieten hebräischen Wissens, seine seltene Herzensgute und sclbstberleugnende Bescheidenheit wurde allgemein anerkannt, und das imposante Leichenbegängniß, bei welchem alle Mitglieder der umliegenden Gemeinden und 3 Rabbiner anwesend waren, gab Zeugniß von der groben Achtung und Liebe, deren sich der Verewigte erfreute. — Gr war der hervorragendste Schüler an den Jeschiwos der weltberühmten Rabbineu Nehemias Trebitsch in Nikolsburg und Salomon Quetsch in Leipnik, betrieb mit größten! Eifer philosophische Studien in Nikolsburg und Prag und leistete als Redner in stilistischer, sowie rhetorischer Beziehung sehr Bedeutendes. — Secher zadik liwrochoh. Italien. Livorno. Der Vicepräsidrnt der „All. Jsr." Herr Narcisse Leven aus Paris, hat dahier ein Arrangement in dem sogenannten Ascoli-Vermächtniß zu Stande gebracht, wonach dasielbe im Betrage von 300,000 Lire je zur Hälfte der „All. Jsr." und der jüdischen Gemeinde Livorno zufallen soll. Schweden. Stockholm. Herr Dr. G o l d z i e h e r, Sekretär der israel. Gemeinde zu Pesth, erhielt auf dem Orientalistencongreß einen der zwei vom König von Schweden ausgeschriebenen Preise; der andere wurde Herrn Professor Noeldeke inStraßburg zuerkannt. Rußland. Die russischen Behörden im Kaukasus gehen mit aller Strenge gegen viele Juden in Tiflis vor; ein Theil derselben wurde nach der türkischen, ein anderer Thell nach der persischen Grenze verjagt. Diese Strenge hat, wie „Jew. Chron." berichtet, bewirkt, daß eine Anzahl Juden, um der Austreibung zu entgehen, zum Christenthnme übergegaugen sind. Beleuchtung der Bibelsegnuugeu. Herausgegeben von M. M. in Würzburg. Mainz, Joh. Wirth'sche Hofbuchdruckerei, 1889. Verdient es allezeit rühmliche Anerkennung, sich mit dem „Buche der Bücher" eingehend zu beschäftigen: in unsrer Zeit, in der ideales Streben so selten, äußerst selten aber ist bei Männern, die nicht dem sogenannten Gelehrtenstande angehören, hier ist es doppelt erfreulich. Deßhalb wird obige „Beleuchtung", welche von einer großen Belesenheit in Bibel und Talmud Zeugniß gibt, auch doppelt willkommen sein. In origineller Weise versucht der Verfasser die „Bibelsegnungen" zu erklären und dabei auf Vergangenheit und Gegenwart Israels hinzudeuten, um auf die Zukunft desselben schliessen zu können. Dasselbe ist darum besonders für Lehrer und reifere Schüler zu empfehlen. Ob dies dem Verfasser gelungen? Dafür wollen wir einige Worte aus einem anerkennenden Schreiben eines Rabbiners an den Verfasser anführen, die uns freundlichst mitgetheilt wurden: „Ueberaus freudig überraschte mich das Werkchen „Beleuchtung der Bibelsegnungen".Meine Lippen flüsterten innigstsühlend rot> D’D'jm ipt>n ’m l^m iniD ->L"' D’3"in. Soviel ich Zeit finden konnte und meine Gemüthsstimmung es zuließ, habe durchgeschauet. Ich vergnügte m''. darin viel O'QL' nNT auch 'JIDN gefunden zu haben; . s ist darin neben dem gedanklichen Inhalt, auch die sprachliche Darstellung ein wesentliches Moment, welche den Leser znm Durchlesen einladet, und durch Einflechtung einer Fülle iin frischen Blüthenschmucke dastehenden D’plDD, und einer Sammlung duftender Blumen und Blätter, gepflückt aus den anmuthigen Gärten D57 und BH1D, zur ruiDN und zur Liebe des Judenthums begeistert. Sie bezeugten durch Ihre trefflichen Erklärungen wieder, daß die ncSHpn min nicht nur eine unversiegbare Quelle des Guten, sondern auch des Schönen ist." B... L.... Briefkasten der Redaetion. R.in O.: Es ist nicht gestattet, daß einMohel, um eine Beschneidung vorzunehmen, am Sabbat mit der Eisenbahn fahre. Ist es unmöglich, einen Mohel ohne Sabbatentweihung für den Tag zu haben, so muß die Beschneidung auf Sonntag verschoben werden. Druckfehlerberichtigung von Nr. 68. S. 1181, Sp. 1, Z. 23 v. u. statt „Incompetibilität" lies „Jncompatibilität". H tt j e i ö e n. Für den folgenden Theil ist die Redaetion nicht verantwortlich. /j^in junger Mann, streng religiös, Schlachter, der 5 Jahre den Ein- und Verkauf selbständig besorgt hat, sucht auf sofort anderweitig Stellung. Näheres beim Cultusbeamten H. Bachrach, 4598s Elmshorn (Holstein). eSür unser v"'i HDtP geschlossenes Metallö geschäft suchen wir zum 1. Oktober cr. einen jungen Mann mit guter Handschrift als Lehrling. * 4829 H. I. Meyer & Söhne, Halberstadt. CEiir mein Ledergeschäft, Somiu. Feierö tage geschlossen, suche ich einen angehenden Eommis, welcher mit der Branche vertraut und eine hübsche Handschrift besitzt. Falk Siegel, 4844) Heilbronn.