Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 51 (27.6.1889)
- Date
- 1889-06-27
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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873 Würde der Jude den Boden mehr schonen, wenn er . dessen Besitzer wäre. Heute darf er dem Pächter oder Bauer borgen, ohne sich jedoch hypotekarische Sicherheit zu verschaffen, was ihn dazu zwingt, größere Interessen zu nehmen; er darf Ernten ankausen, auf Getreide speculiren; er hat nicht das Recht, einen Besitz zu bewirthschaften. Dem Gesetz nach darf er nur Agent sein. Und in der That geschehen in jenen Wirthgeoieten alle Handelsabschlüsse durch Vermittlung von Agenten. Es heißt, daß die Juden den Boden nicht bebauen. Indem man ihnen den Ankauf von Bodenbesitz untersagt, verfolgt man nur den einen Zweck, sie daran zu verhindern, den Adel und die Bauern zu berauben. Der Jnde ist in der That nicht Ackerbauer; es ist dies sogar eine der Hauptschwierigkeiten der semitischen Frage im Osten Europas, wo bei der geringen Entwicklung der Städte, der Ackerbau das größte Erwerbsmittel der Bevölkerung bildet. Warum hat der Jude seit Jahrhunderten den Pstug verlassen? Die ganze Geschichte Israels erklärt dies. Seit zweitausend Jahren ist das Volk aus seinem Boden verpflanzt worden. Die Gesetze selbst haben es, das ganze Mittelalter hindurch, in den Ghettos der Städte gefangen gehalten. Der Vorwurf ist übrigens in Rußland unverdient, denn wie sie überall, wo sie zahlreich und dicht beisammen leben, existiren bei weitem nicht alle Juden vom Handel. Die meisten derselben halten es wie die übrigen Russen. Es gibt wenig Handwerke, die nicht von den Nachfolgern Abraham's ausgeübt würden; etliche und zwar oft die niedrigsten und beschwerlichsten werden fast von ihnen allein gehandhabt. Eine große Anzahl Juden ist Schneider, Schuster, Schlosser, Tischler, Wagenbauer, Kutscher, Fleischer, Schornsteinfeger, Dachdecker. Anstreicher, Färber. Obgleich ihnen ein Handwerk lieber ist, das weniger Kraft als Geschicklichkeit beansprucht, sind viele unter ihnen Schreiner, Schmiede, Maurer, Erdarbeiter. Die meisten Steinhäuser der östlichen Städte sind von jüdischen Händen erbaut worden. Der Wahrheit gemäß ersticken die Juden in dem engen Umkreis, in welchen sie gebannt sind, und ihre Zunahme macht ihre Existenz immer beschwerlicher. Es müßten ihnen Gegenden eröffnet werden, wo das Bedürfniß nach städtischer Arbeit ein größeres wäre. Es gibt im ganzen Westen einen Ueberschuß an Kaufleuten, kleinen Krämern und Handwerkern, an denen es oft im Osten und Centrum des Reiches fehlt. In dem von den Juden bewohnten Gebiet sind die Städte viel zahlreicher als in den ihnen verschlossenen Gegenden; die statistischen Tabellen allein beweisen das fehlende Gleichgewicht, eine künstliche Vertheilung der städtischen Bewohner, die im Westen vom Gesetz zurückgehalten werden wie durch einen Damm, der sie daran hindert, sich frei über die benachbarten Gegenden auszubreiten. Um das Niveau herzustellen, müßte dem Ueberschuß der jüdischen Bevölkerung neue Regionen eröffnet werden . . . ." Auflösung des Räthsels in Nr. 14 L 45: *D* *I33 (An seinem Geldbeutel, d. h. an der Verwendung seines Geldes). — )DD3 (An seinem Becher, d. h. an seinem Trinken). — iDyOD (An seinem Zorn). Richtige Auflösungen sandten ein: E. Eichstetter, Eppingen. Daniel Dreyfuß, Ufsheim. S. M. Bachrach, Elmshorn. Joach. Popper, Kohljanowitz. Fricderika Lukas, Weisweiler. Lehrer Schlesinger, Mergentheim. A. Lewithan, Schöneck. I. Sternberger, Nassau. Ungar Mos, Waitzen. M. Pinkowitz, Emden. I. Rosenstein, Temesvar. Löwenthal, Schildberg. S. Levy, Frank. Crumbach. und flnfevittenanttabttte f| für Frankfurt a Ol. bet H. jglitUfftMlttttt, BudJ. fe- M handl; fürwürzburgbeiKocobOanrberse»; K, H fürMünchen bei ft» ilettelhciiu, Färbergraben g1 5 29; für Fürth in Bayern bei M. Dornberger, K tÄ hebr. u. deutsche Buchhandlung. D | Abonnement»- und Knsertrlenannabnre ] j für Hamburg bei A. Gotbfihmtbl, Snch. D Handlung, Kohlhöfen Nr. ZS; für Köln bei 1 Leo Frank, probsteigaffe *7; in Böhmen, j | Mähren u. österreich. Schlesien bei Jacob j K. Kranker», Buchhandlung in präg. Für den folgenden Theil ist dis Redaction nicht verantwortlich. Angebot. Die hiesige Gemeinde beabsichtigt, drei schön geschriebene u. gut erhaltene Thorarolleu und einige solche, welche }10D sind, zu verkaufen. Untermerzbach. <3505 M. Goldstein, Cultus-Vorstand. Familienpensionat Paradies in Bonn am Rhein für junge Mädchen zur gründl. Erlernung des Haushalts und weitere Ausbildung in Musik, Sprachen und Handarbeiten. Beste Referenzen. Prospekt und alles Nähere durch Johanna Paradies 3478) geb. Auerbach. "1KD Hotel Plaut. Nürnberg, Hallplatz Nr. 7. Restauration I. Ranges. Komforttabel neu eingerichtete Zimmer. Großer Extrasaal für Hochzeiten. Diners rc., Hausdiener am Bahnhof. (3490