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Der Israelit · 1889-06-27 · Heft 51 (27.6.1889) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 51 (27.6.1889)
Date
1889-06-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M Sl. hübr. Buchh.andlu.ng } XXX, Jahrgang. Israelit »> Jeschmun. Zkttslhüft zur FSidersW jSd. Geistes nid D. Kebens io Ws. Ermisdr »sd Kchile. AenLrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegeben von Ör. Lehman» in Mainz. Donnerstag, den 27. Juni 5049 (1889)« gefälligen Venrhtnng! Unsere Nummer 53 wird eine werthvolle Mufik-Beilage enthalten, wir bitten daher unsere geehrten Leser, ihr Abonnement frühzeitig zu erneuern, da derartige Nummern erfahrungsgemäß rasch vergriffen sind und alsdann eine Nachlieferung unmöglich. Expedition des „Israelit". Leitende Artikel. Die Sprüche der Maler. Viertes Buch. X. Baden-Baden, 24. Jnni. Rabbenu Abadjah de Bartinora erklärt unsere Mischna analog dem von uns bereits angeführten Ausspruche des Propheten Jirmijah (C. 9, V. 23 und 24): Also hat gesprochen der Ewige: nicht soll sich rühmen der Weise mit seiner Weisheit und nicht soll sich rühmen der Held mit seiner Heldenstärke, nicht soll sich rühmen ein Reicher mit seinem Reichthume; sondern mit diesem mag sich rühmen der sich Rühmende, zu verstehen und zu erkennen Mich, daß Ich der Ewige, vollbringe Liebe, Recht und Milde auf Erden, denn an diesen habe Ich Wohlgefallen, spricht der Ewige." — Dementsprechend erklärt Bartinora den Ausspruch ben Soma's: Wer ist der Weise, der sich seiner Weisheit rühmen darf? Derjenige, welcher von jedem Menschen lernt, nur in der Absicht, Gottes heilige Lehre in sich aufzunehmen, selbst, wenn der Lehrende unbedeutender ist als der Lernende. Wer ist der Held, der sich seiner Heldenkraft rühmen darf? Derjenige, welcher seine Leidenschaft bezwingt; nicht etwa derjenige, welcher von Natur demüthig und bescheiden ist, sondern der, welcher seinen Heldenmuth im Kriege oder als Eroberer bewiesen hat und dennoch die eigene Leidenschaft bezwingt. Dementsprechend erklärt er den angeführten Bibelvers mio o*bn *pN wv *vy -wckv inro wie folgt: Gut ist der Langmuth, von einem Helden, das heißt: wenn ein Held sich als langmüthig bewährt, und gut ist die Herrschaft über den eigenen Geist von einem Städteeroberer, wenn z. B. der Eroberer einer Festung die Besatzung derselben nicht tödten läßt, sondern verschont. Ein ähnlicher Gedanke wird auch in dem heiligen Soharbuche ausgesprochen, anlehnend an das Gebot Dipn na»» »jdd, welches, abgesehen von seiner wörtlichen Bedeutung, folgendermaßen erklärt wird: Bevor das Alter herannahet und du von Natur schwach wirst, sollst du dich aufraffen zum Dienste deines Schöpfers; schon in deiner Jugend, in den Jahren der Kraft, sollst du deine Leidenschaften bezwingen und beherrschen lernen. — Wer ist der Reiche, der sich seines Reichthums rühmen darf? Derjenige, welcher mit seinem Theile sich freuet. Da nun derjenige, welcher Weisheit, Heldenkraft und Reichthum besitzt, die Ehrerbietung der Menschen verdient, selbst wenn diese ihm nicht entgegengebracht wird, so fügt ben Soma noch den Rath hinzu, wie diese Ehrerbietung zu erlangen sei, dadurch nämlich, daß man die Menschen ehrt, und beweist dieses aus dem angeführten Bibelverse: „Denn die Mich ehren, werde Ich ehren." Gott, der da ist der König der Ehre, der die ganze Welt zu Seiner Verherrlichung erschaffen, ehrt diejenigen, die Ihn ehren, um wie viel mehr werden die Menschen dem Ehrerbietung entgegenbringen, der sie ehrt. — So weit Bartinora. Daß die späteren Erklärer gegen diese Deutung manches einzuwenden haben, bedarf wohl kaum der Erwähnung. Wir wollen ihre Einwendungen hier nicht erörtern, sondern eine andere Erklärung hier wiedergeben, die in ähnlicher

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