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Der Israelit · 1889-06-24 · Heft 50 (24.6.1889) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 50 (24.6.1889)
Date
1889-06-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXX. Jahrgang. Kellagezu^50dr8„IsraM''L„Ieschuru»". Leitender Artikel. Handwerk und schwere Arbeit bei den Israeliten Rumäniens. Vergleichende Studie zu deren Bildungsstand und -Bedürfniß. Von Dr. JElysee Jf. Gorman. *) v. Ich kehre noch einmal zum Gewerbeverzeichn iß von Roman zurück. Wie man dort gesehen hat, gibt es auch 20 Ackerarbeiter in dieser Stadt (also noch nicht Bezirk). Nach mir bekannten älteren Angaben aber, die vom ehemaligen „Central- Cornite für die Auswanderung der nach Palästina" in Galatz 1883 zusammengestellt waren2) gab es damals — und jetzt noch mehr — auch in vielen anderen Bezirken der Moldau israelitische Feldarbeiter, die schon seit einer Reihe von Jahren, nämlich seit 1868 ihre Thätigkeit als regelmäßigen Erwerb ausüben. „Als nämlich in jenem Jahre Rumänien die erste Eisenbahn baute", sagt der Bericht des Galatzer Auswanderungscomtt«, „sah sich u. A. im Bezirk Bacau.eme Anzahl israelitischer Fuhrleute und Ueberlandwagen-Kutscher, (welch' letzter ein Rumänien ausschließlich Israeliten sind) ihres Broderwerbs beraubt. Sie bildeten darum unter sich eine Gesellschaft von Feldarbeitern, welche alljährlich ihre Dienste den Landbesitzern vermietheten. Sie arbeiten, mit ihren eigenen Pferden und Ackergeräthen und da sie in fünf Tagen so viel schaffen, wie christlich-rumänische Bauern in zehn Tagen, so arbeiten sie nicht pro Tag, sondern pro Hectar. Diese mosaische Feldarbeiter sind sehr gesucht. Für den Betrieb der landwirthschaftlichen Maschinen und für die Arbeit in den Weinbergen werden schon seit langer Zeit eine große Anzahl Israeliten verwendet. Im Jahre 1882 waren beschäftigt : 40 Familien beim Ackerbau auf den Gütern des Herrn B. bei Adjud (BezirkFokschan, offiziell Putna); Herr B. stellt ihnen das Zeugniß aus, daß die Leistungen der Israeliten höher zu veranschlagen sind, als die der Christen. Ein Gutsbesitzer unweit Jassy, welcher ein Dutzend Familien *) Ohne volle U e b e r s ch r i f t ist jede Reproduktion untersagt. 2) Vgl. „Jüd. Pr," Nr. 52 v. 13. Dezember 1883; auch den bisemcstriellen Bericht der „All. Jsr. Univ." vom gleichen Jahre. beschäftigte, bestätigt dieses Urtheil. Vierzig Familien werden von Herrn M. in derselben Gegend beim Mähen von Heu und Getreide verwendet. In Goja, Bezirk Waßluj, werden dreißig Familien vom Besitzer beschäftigt. In Blandeschtt besorgen zweiunddreißig Familien die Feldarbeiten bei Herrn V. P. In Bordea arbeiten hundert Famllien auf den Pachthöfen eines Herrn S. I. Dieser ist von der Arbeit so befriedigt, daß er sich vorgenomnien hat eine noch größere Anzahl israelitischer Arbeiter zu dingen. Zehn Familien von dem Städtchen Podul-Turkuluj (Bezirk Tekutschi) vermiethen sich saisonweise an verschiedene Landwirthe. In Bivolari und in Stefa ne sch ti (Städtchen in den Bezirken Jassy, bezw. Bottuschan) betreiben viele Israeliten Ackerbau auf ihren eigenen Feldern. .... Beachtenswerth ist dabei die Thatsache, daß es nicht notwendig ist die israelitischen Arbeiter zu überwachen oder anzutreiben. Da sie nicht mehr als fünf Tage in der Woche arbeiten, well in manchen Bezirken die Präfekten das Arbeiten am Sonntag nicht gestatten und sie den Sabbat selbstverständlich heilighalten, so ist deren Einkommen im Allgemeinen nicht sehr hoch." Das sind tatsächliche Angaben von 1883. Sie können aber nicht alles sein; ohne Zweifel sind sie unvollständig, weil es in Rumänien überhaupt sehr schwer ist statistisches Material zu sammeln, dessen Nothwendigkeit und Vortheilhaftigkeit noch nicht eingesehen ist und sowohl die Regierungsorgane sind dabei lässig und ungeschult, als auch die Beteiligten legen dem Hindernisse in den Weg. Es isi nun allerdings für mich ein schwerer.Standpunkt und ein bischen gewagt mit den obigen aus wenigen Orten herrührenden Zahlen zu folgern bezw. nachzuweisen, daß israelitische Ackerbauer in „allen" Bezirken und, also in größerer Anzahl vorhanden seien. Ich will aber auch, obwohl ich in vorhergegangenen Korrespondenzen im Laufe der Jahre in diesen Blättern wiederholt von israelttischen Ackerbauern in Rumänien berichtet habe, gar nicht verlangen, man soll mir auf's Wort glauben, daß deren noch mehr vorhanden sind. Ich beabsichtige eben nicht „mit Zahlen zu imponiren", sondern will mit den angegebenen sicheren Ziffern vorerst nur den Nachweis führen, daß es auch israelitische Ackerbauer gibt, daß auch hierzu die Israeliten veranlagt und willig sind. Auf das Mehr oder

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