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Der Israelit · 1889-06-24 · Heft 50 (24.6.1889) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 50 (24.6.1889)
Date
1889-06-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXX. Kahrgang. M 50. Israelit «* Jeschmun. Zeltslhrjst int Mnnng |öö. Gklstes uuD D. Jtbcns in Am. itmtinüt unü Klhnlr. Genirak-Hrgan für das orthodoxe Zudenlhum. Herausgegeben von vr. Lehman« in Mainz. _Montag, den S4. Juni 564S (188S)._ Da mit dem 1. Juli 1889 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post daS Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Leitende Artikel. Wahrheit und Hrug. Von Isaak Hirsch. II. Wer vorurteilsfrei die Stellung der „Reform" um Judenthnm betrachtet und den Gedanken derelven, deren eigenthümliches Wesen zu erfassen sich bestrebt, der wird nicht umhin können, die Reform als eine Lüge zu erklären. Um zu dieser Erkenntniß zu gelangen, braucht man sich noch gar nicht zur Anerkennung der jüdischen Wahrheit zu erheben; selbst der außerhalb des Judenthums Stehende wird zu diesem Urtheil kommen. Die Reform behauptet, auf dem Boden des Judenthums zu stehen, ja, sie erhebt sogar den Anspruch, das wahre Judenthum zu sein. Ihr schwebt das Bild der sogenannten „Reformation", d. i. der Umgestaltung, vor, welche innerhalb des Christenthums als Protestantismus vor drei Jahrhunderten in die Erscheinung getreten ist. Sie meint, daß, wenn das Christenthum einer Reformation fähig und nach Ansicht seiner Reformatoren bedürftig gewesen ist, auch dem Judenthum die Fähigkeit einer Umgestaltung innewohnen müsse; das Bedürfniß hierfür sei aber durch die veränderten allgemeinen Verhältnisse und die veränderte Stellung der Juden im politischen und bürgerlichen Leben hinlänglich erwiesen. Es wird sich aber zunächst darum handeln, ob das Judenthum nach Maßgabe seines eigenthümlichen Wesens einer Reform unterzogen werden kann; denn mit dem Hinweise auf die christliche Kirche, welche sich eine Umgestaltung hat gefallen > lassen, ist die Fähigkeit, d. h. die Berechttgung zur Veränderung des Judenthums doch in keiner Hinsicht nachgewiesen. Es könnte ja möglich sein, daß das Christenthum einer fortgesetzten Aenderung seines Wesens nicht nur widerstrebt, sondern eine solche sogar selbst fordert. Damit wäre aber doch nur seine Reformation, keineswegs aber eine Umgestaltung des Judenthums gerechtfertigt. Wir haben.has Gotteswort r,n 'n 121 *2 vorgeführt , mit welchem eine jede prinzipielle Uebertretung und Verleugnung auch nur eines einzigen Wortes, einer einzigen Bestimmung des Judenthums, wie es in dem schriftlich und mündlich überlieferten Gesetze niedergelegt ist, als eine Verhöhnung und Lästerung Gottes, als eine Empörung gegen den Gotteswillen verpönt wird. Damit ist eine Umgestaltung des Judenthums zu einer Unmöglichkeit geworden; derjenige, der eine solche trotzdem zu unternehmen sich erkühnt, sagt sich vom Judenthume los und befindet sich in offenem Widerspruch und in frevelhafter Empörung gegen Gott. man bi „AlleGesetze", so leitet Maimonides sein großes Werk „Hajad Hachasaka" ein, „alle Gesetze, welche Moses auf dem Sinai offenbart worden sind, sind mit ihren Erläuterungen ihm mitgetheilt worden. Denn so heißt es (2. B. M., 24, 12): Gott sprach zu Moses: Gehe hinauf zu Mir den Berg hinan. Ich will dir die steinernen Tafeln, die Lehre und das Gesetz geben, die Ich geschrieben habe, um sie zu lehren." min ist das geschriebene Gesetz, nnrani ist dessen Erläuterung; Er, Gott, hat uns befohlen, die .min auf Grund der Erläuterung zu erfüllen, und diese wird die mündlich überlieferte min genannt. Die ganze min > ist von Mosche eigenhändig ntedergeschrieben worden

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