Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 49 (20.6.1889)
- Date
- 1889-06-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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*SB!5S5«fe*jS*?5is ■■v-w* hetor. Bucrwv-- f'ftA WkFURT JVS 49. Israelit«„»Ieschurun. Mstzüst jut FördrnlllS Md. Gelffes md W. Kebm!ll Mrs. GmelllSe md Kchile. Emirat-Hrgan für das orthodoice ZudmIHum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 29. Juni 5649 (1889)» IW* Da mit dem 1. Juli 1889 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Leitende Artikel. Z)ie Sprüche der Wäter. Viertes Buch. IX. Mainz, 16. Juni. Wir haben uns bisher bemüht, unsere Mischna dem einfachen Wortlaute nach zu erklären. Die zahlreichen Kommentatoren unserer Maßechta gehen vielfach anderer Wege, und auch diese sind voller Weisheit und Heiligkeit. Wir wollen daher nicht verfehlen, Einiges davon unseren geehrten Lesern vorzuführen. Rabbi Samuel Galantt findet den Ausspruch ben Soma's der Deutung entsprechend, welche unser großer Lehrer Rabbi Moscheh Jsserlis der geheimnißvollen Erzählung im ersten Buch Moses, C. 2, V. 10 bis 14 gibt. Dort heißt es: „Und ein Strom geht aus von Eden zu tränken den Garten, und von dort trennt er sich und wird zu vier Hauptströmen, der Name des einen: Pischon, der umfließt das ganze Land Chawilah, woselbst das Gold. Und das Gold desselbigen Landes ist gut, dort ist der Bedolach und der Schoham-Stein. Und der Name des zweiten Stromes: Gichon, der umfließt das ganze Land Kusch. Und der Name des dritten Stromes: Chtddekel, der fließt im Morgen von Aschur, und der vierte Strom ist der Phrat." Eden, so lehrt Rabbi Moscheh Jsserlis, ist die Gottinnigkeit; die Israeliten sind die darin gepflanzten Bäume, und der Strom, der von dort ausgeht, ist die göttliche Offenbarung, die Thora. Tte» D&Di aber nur zu gern löst sich der Menschengeist von der Gottinnigkeit los, demjenigen nachstrebend, was als die höchsten Güter dieser Welt gepriesen wird. Der Sinn der mefften Menschen ist auf den Reichthum gerichtet. „Der Name des einen: Pischon, der umfließt das ganze Land Ehawilah, woselbst das Gold." wn .121121 nansv ,pcp»B er hat kein anderes Streben, als Reichthümer zu sainmeln. Wenn dann nur auch das gewonnene Gold gut ist, das heißt, wenn der Mensch die erworbenen Reichthümer dazu anwendet, den Armen zu spenden, Wittwen und Waisen zu unterstützen, die Kranken zu versorgen, das Thorastudium zu fördern, dann wird sein Name glänzen wie der Bedolach-Stein, und er wird Gunst finden bei Gott und Menschen wie der Schohamstein, den alle bewundern. „Und der Name des zweiten Stromes Gichon, der umfließt das ganze Land Kusch." Andere Menschen erblicken die größte Glückseligkeit in der Ehre, die sie als das höchste Gut erstreben. Die Ehrsucht ist eins von den Dingen d’n’sid» o^iyn p din.1 rw die den Menschen aus der Welt htnwegziehen, und das ist in dem Namen Gichon angedeutet, wie es heißt p2D >nu nn« '2. Der Ehrsüchtige sucht sich mit Sklaven zu umgeben, die ihn bedienen oder hinten aus seinem Wagen stehen, und das ist angedeutet in den Worten: „der da umgibt das ganze Land Kusch", das Mohrenland, woher die Sklaven stammen. — Und wiederum gibt es Menschen, denen nichts höher gilt als die Wissenschaft, aber nicht die Wissenschaft der Thora. Die Thora lehrt uns Dinge, die wir oft nicht begreifen können, sie führt uns zu den tiefinnigsten Problemen des Denkens; im Vergleich mit ihr sind die Erfahrungswiffenschaften leicht zu erwerben, und der Scharfsinn findet Gelegenhett, sich in ihnen zu erproben. Das ist durch den Namen des dritten