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Der Israelit · 1889-06-12 · Heft 46-47 (12.6.1889) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 46-47 (12.6.1889)
Date
1889-06-12
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Alätter für die israelitische Schule. (Erscheinen in zwanglosen Nummern.) Äötthodoxe MuderrlhumÄ 0 5ESv.V| mm TÄWf* wm ^aamte^ Nr. 5.J liitx 4* PS. Juni. Inhalt; Liebe Mid Konsequenz, zwei unerläßlichc Lehrertugenden. — Aus der Praxis. — Briefkasten. — Büchermarkt. Kleve unii CoOqneuz. Mel „Wenn ich nicht Kaiser geworden wäre, so hätte ich Lehrer werden mögen, ich wäre stolz gewesen, junge Intelligenzen zn erleuchten und ihnen den Weg znm Guten, Wahren und Schönen zu erschließen." Diesen Ausspruch that jüngst der Kaiser von Brasilien. Ein solch' herrliches Wort ist recht geeignet, die Liebe zu dem edlen Lehrerberus zu stärken, und die Begeisterung für die hehre, aber auch verantwortungsvolle Aufgabe, die in jeder Lehrerbrust liegen soll und muß, nur noch mehr zu entfachen. Zeigt es doch, welche Wichtigkeit der Jugenderziehung und -bildung in unfern Tagen beigelegt wird, so daß nicht nur Volksvertretungs- und Gesetzgebungs-Körperschaften das Erziehungs¬ und Unterrichtswesen zu heben bemüht sind, sondern sogar Fürsten auf den Thronen der Erziehungssache das regste Interesse darbringeu. Gerade bei dem Lehrerstande ist die Anerkennung seiner Wirksammkeit seitens der höheren Kreise ein wichtiges Moment, weil dadurch lebhaft der Kontrast gegen frühere Zeiten hervortritt, in denen Schule und LeHrerstand sich weniger der Beachtung erfreuten. Und wie außer dem fortschreitenden Zeitgeiste tüchtige, für das Erziehungswerk begeisterte Männer diesen Umschwung hervorbrachten, so können auch jetzt diese günstigen Zustände uukrlilßlllhe Kehrertugkuveu. nur erhalten bezw. vervollkommnet werden, vor Allem durch berufstreue und berufsliebende Lehrer. Begeisterung ist der Hebel jeder großen Errungenschaft, denn in ihrem Wesen liegt Wärme, Eifer und Ausdauer. Was sichert Pestalozzi für ewige Zeiten einen der ersten Plätze unter den Pädagogen? Doch vor Allem sein edles, für das große Werk der Menschenerziehung begeistertes Herz, das durch alle Mißerfolge, an denen sein Leben ja so reich ist, nicht von seinem Ziele abwich. Kann nun nicht jeder Lehrer ein Pestalozzi sein, so muß sich doch ein jeder bestreben, dem Altmeister nachzuahmcn, des großen Menschenfreundes Denken und Wollen zu dem seinigeu zu machen. Es muß sich, soll der Lehrer seinen Platz ausfüllen, in ihm eine begeisterte Liebe zum Berufe gebildet haben, deren Grundlage das Bewußtsein von der Heiligkeit seiner Aufgabe ist. Denn wer nicht mit ganzem Herzen, Denken und Fühlen Lehrer ist, dem kann das Amt zur Bürde werden. So mancher, der sich seinen Pfad mit Rosen bestreut gedacht hat, tritt auf Dornen, und die Freudigkeit, die der Jüngling von der ahna mater mitgebracht hat, schwindet, wenn ihm nicht gleich dem unermüdlichen, nie verzagenden Pestalozzi, dem Pädagogen der Pädagogen, ein Lehrcrherz in der Brust

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