Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 44-45 (3.6.1889)
- Date
- 1889-06-03
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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786 daher Job XXVIV: rvaon an: uany Nb „Gold und Glas lassen sich mit ihm nicht vergleichen." Das Wort rraur übersetzt die Septuaginta mit Hyalos, was sowohl Glas als auch Ambra und andere werthvolle Objekte bezeichnet. Die Vulgata übersetzt rvaia: ausdrücklich mit Glas (vitrum), während Luther und dann die italienischen und französischen Bibelübersetzer dasselbe mit Diamant wiedergeben. Jonathan Ben Ufiel und die syrische Peschita geben es indeß mit Spiegel (sptzonlarLo) wieder. Die Araber haben für das Wort noia: zwei Uebersetzungen: Zacuta (Hacuch) und Morgan (Perle). Wahrscheinlicher jedoch ist, daß es Chrystal bedeutet. Im Talmud finden wir auch Glas mit nnvm wiedergegeben, wahrscheinlich weil dasselbe eigentlich eine Mischung oder Verehelichung (mit) von Sand mit Natron ist. Im Tractate Sotah lesen wir, daß nach der Zerstörung des zweiten Tempels der Gebrauch des weißen Glases (n::& hoidt), dann der Seidenkleider und der eisernen Kriegswagen strenge untersagt ward. Herr Harris, welcher dieser Vorlesung anwohnte, meinte dann, daß die Brzzbu ’jaw von denen in Jecheskel die Rede ist, gleichfalls Crystal bedeuten. (Ich glaube jedoch, daß tnajbN identisch sei mit dem Arabischen Gyps- und Kalksteine.) Genannter Herr wollte auch das in Josua XIII 6 erwähnte d»d mit Glasfabriken (!!!) übersetzen. Aus welchem Grunde? (Ich glaube jedoch, daß o’D niBTOö der Name einer Ortschaft an der Küste war, die ihren Namen von den daselbst befindlichen Salzsiedereien der Phönicier erhielt.) Rev. Löwy wies dann am Schluffe seiner Vorlesung aus das Wort rvrfo* (Reg. II, 20) hin, welches er mit Flasche übersetzte, was auch wahrscheinlich ist. (Die Bemerkungen, die jedoch ein anderer anwesender Gast, Herr Herz Jmber, zu dem Vortrage des Rev. A. Löwy machte, nämlich, daß die Hebräer für Glas drei Bezeichnungen und zwar: i&in, nwi und ’tn hatten, muß, wenigstens was die erstere derselben anbelangt, entschieden verneint werden. y6n heißt im Hebräischen keineswegs Fenster, sondern blos eine Oeffnung in der Wand und stammt das Wort nicht, wie Herr Herz Jmber gleichfalls meinte, von ^in Sand her, also rohes Glas, denn, woher käme denn so das Dagesch im Lamed her? Die Wurzel von ist eigentlich durchbohren, durchlöchern, also eine Oeffnung in der Wand machen und dient das Dagesch hier zur Verdoppelung des b. Auch das Fenster, das Noah in der Arche angebracht hatte, war gewiß nicht aus Glas, denn dieses war seinerzeit noch nicht einmal erfunden, sondern eine einfache Oeffnung in der Wand, die man im Nothfalle verstopfen oder zunageln konnte.) Bei den Egyptern trugen die Mumien oft Glasperlen (o’pjy) um den Hals. Unter den phönicischen Glasfabrikanten muß es auch Juden gegeben haben, denn der griechische Kaiser Heraklius spricht schon von „jüdischem Glas" d. h. von durch Juden erzeugtem Glase. (Zu Salomo's Zeiten scheinen indeß Glasfenster und zwar solche aus dickem, undurchsichtigem Glase schon im Gebrauche gewesen zu sein, denn dieser König brachte in seinem Tempel Fenster 'i&n an, die, obgleich sie dunkel d’ödn waren, dennoch eine kleine Aussicht gewährten, daher auch v'vpw. In seinem Palaste, den sich dieser König im Libanon erbaute, scheint er sogar statt der einfachen und Doppel-Fenster, dreifache Fenster angebracht zu haben, daher heißt es im Buche der Könige I, C. VII, V. 4: nvbv D’Bpicn O'vpv mno bx mnni dhib. „Der Fenster gab es drei Reihen, so daß auch die Aussicht eine dreifache war." (Selbstverständlich bestanden diese Fenster nicht aus großen Scheiben sondern aus kleinen in Holz gefaßten Stückchen Glas nach Art der gotischen Fenster.) Kennst Du, lieber Leser den Namen Samuel Hahnemann? Gewiß! — Hahnemann hatte in Dessau einen Jugendfreund mit Namen: Moses Philipps, dessen Gelehrsamkeit in den Naturwissenschaften eine sehr große gewesen sein soll. Philipps war Jude und gleichzeitig auch ein großer Kenner der jüdischen Wissenschaften und unterhielt mit Hahnemann, der lange in Köthen lebte, einen Briefwechsel! Ein Schreiben Hahnemanns an Philipps, will ich in diesen geschätzten Blättern mittheilen. Ich fand jüngst ein kleines Buch: literarische Erinnerungen an Hahnemann, daraus entnahm ich die wahrhaft denkwürdigen Zeilen. Das Buch war seiner Zeit bei Engel in Sondershausen erschienen. Hahnemann schreibt: Mein bester Moses! Köthen, Du weißt es, hat eine Anzahl jüdischer Familien — und seit ich Dich kennen gelernt,