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Der Israelit · 1889-06-03 · Heft 44-45 (3.6.1889) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 44-45 (3.6.1889)
Date
1889-06-03
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Wggg&t&für das Mrtho doxe Mud e n thumÄ A RON^fi -OM 0 5 E S vH ' 3. 3um] [1889, waiui i.: '■•! •“«H Das Glas bei den alten Hebräern Vor etlichen Tagen hielt in London im dortigen „Jew's College" vor einem distinguirten Publikum Rev. A. L ö w y einen Vortrag über „Das Glas bei den alten Hebräern." Derselbe lautete: „Die ursprüngliche Heimath der Glaserzeugung war zweifellos Egypten, obwohl man allgemein, wenn auch irrthümlich, Phönizien für dieselbe hält. Das Britische Museum in London besitzt ein Glas aus der Regierungszeit Königs Thotmes III., der so 1660 a. über Egypten herrschte. (Meiner Ansicht nach muß auch das Wort: (Exodus XVI., V. 33) mit „Flasche" oder „Glas" übersetzt werden, denn jedenfalls war es ein durchsichtiges Gefäß, so daß man dessen Inhalt gleich von Außen sehen konnte. Sonst hätte man ja dieses Gefäß für jeden Besichtiger extra öffnen müssen. Ich gehe noch weiter und übersetze auch das Wort c>w, das sich zum ersten Male im Genesis, Cap. XL., V. 11 (>Tn njr© ddi) vorfindet mit „Glas", denn Josef macht seinen Hausmarschall (ibid. C. XLIV, V. 2) ausdrücklich darauf aufmerksam, daß er nur den „silbernen Becher ppun ’yoj nw" nehmen soll und nicht einen andern, etwa den gläsernen du, denn dieser sei doch zu kostbar und könnte dann auch in dem Getreidesacke leicht zerbrochen werden. Uebrigens stammt das schon erwähnte Glas im Britischen Museum, so weit es mir bekannt ist, ich habe es sogar mit eigenen Augen gesehen, aus den Ruinen von „Tel-El-Jehu" (Judenhügel)", auf deren Stelle das biblische Pithom stand, und so dürfte dasselbe ursprünglich einem unserer Voreltern gehört haben.) Dasselbe Museum besitzt auch ein kleines gläsernes Gefäß mit dem Bilde eines Löwen in Reliefarbeit das in Assyrien erzeugt wurde und der Regierungs zeit des Königs Sargon, der 700 a. regierte, an gehört. Palästina und Phönizien waren sehr günstig gelegen für die Erzeugung des Glases. Erstens, weil sich an der östlichen Küste des Mittelmeeres, besonders in jenem Küstenstriche, der dem Stamme Sebulon gehörte, ein vortrefflicher Kieselsand findet und zweitens, besitzt Palästina auch die andere zur Erzeugung des Glases nöthige Gredienz, das Natron nämlich, in großem Ueberflusse. In den Segnungen Mosis heißt es (veut. XXXIII, 18) auch: „Denn das ^in ’jidü ’jßBn d»B’ y£tp o Herrlichste der Meere werden sie erben und die im Sande verborgenen Schätze", was der Targum Jonathan Ben Uziel folgendermaßen paraphrasirt: „Freue Dich, o Stamm Zebulon, denn Dir gehört der Handel mit der Tarita (Thunfisch) und mit den Purpur-Austern, welche die rothe Farbe zu den Kleidern liefern. Der Sand wird ihnen zur Erzeugung der Spiegel (sxeeulario) und sonstigen Glaswerks dienen." Innerhalb des Gebietes dieses Stammes zwischen Chaifa und Ano läuft der Bah Belus, der sich bei den Ruinen der ehemaligen Stadt Ptolemäus ins Meer ergießt. Dort befinden sich auch immense Schichten des gläserigen Sandes, der zur Erzeugung des Glases notwendig ist. Plinius, der Aeltere, rühmt gleichfalls diesen District als eine wahre Schatzkammer für die Glaserzeugung. Der hebräische Ausdruck für Glas ist: nuui

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