Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 42 (27.5.1889)
- Date
- 1889-05-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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'^jfbabr. Büchhanc!lur. x»£4,vKFl«T *'%■ 5 XXX. Jahrgang. Jfs 4K Israelit««-. Ieschnrun. ZkttWst M priernnj D. Geiies uni D. Mens in Ans. Gemeinde uni Mit. Emirat-Hrgan für das orthodoxe ZudentHum. Herausgegeben von l>r. Lehmann in Mainz. Montag, den 27. mai 5649 (1889). Leitende Artikel. Zlever jüdische Bereinigungen. Bon Isaak Hirsch. VI. Wir haben den unjüdischen, irrereligiösen, ja religionsfeindlichen, frivolen Geist kennen gelernt, der in den Logen des U. O. B. B. herrscht. Nur mit innerem Widerstreben haben wir uns mit einem geistigen Produtt eingehender beschäftigt, welches" sür würdig erachtet worden, der offiziellen Ordensfeier zum Ausdruck zu dienen, einem elenden, albernen, geift- und witzlosen Machwerk, von welchem sich das natürliche Anstandsgefühl mit Ekel abwendet, weil es das von Gott gegebene Gesetz und dessen Befolgung in trivialster Weise verspottet. Es gilt uns aber als eine unabweisliche Pflicht der jüdischen Publizistik, nicht nur unser Heiligstes gegen Verunglimpfungen von fremder Seite zu vertheidigen, sondern vor Allem es vor Herabwürdigung seitens unserer eigenen Brüder zu schützen. Wir haben deßhalb schonungslos das innerste Wesen des Ordens vor aller Welt enthüllen müssen, um jeden ernsten Mann zu warnen, sich einem Bunde anzuschließen, der unter gleißnerischer Decke für den Abfall vom Judenthum Propaganda macht und das religiöse und sittliche Bewußtsein zu ertödten bestrebt ist. Wenn man in Erwägung zieht, daß in der kurzen Spanne von sieben Jahren in Deutschland bereits sechsundzwanzig Logen mit 2300 Mitgliedern erstanden find, so ist dadurch die Gefahr, welche dieser dem Judenthume feindliche Bund in sich birgt, in der That eine sehr drohende. Es ist damit in erschreckender Weise dargethan, welche Gewalt die prinzipielle Verleugnung des jüdischen Gesetzes und der jüdischen Wahrheit über die Gemüther auszuüben vermag, wie sie unachtsame und unbedachte Menschen zu verführen im Stande ist. Wir werden hierauf später noch näher zurückkommen, wir wollen hier nur darauf Hinweisen, daß nach dem Inhalte jenes niedrigen Spottliedes, das zur Feier des Breslauer Ordensfestes verfaßt und von der Festversammlung gesungen wurde, zu schließen, unter den dabei anwesenden Ordensbrüdern auch gesetzesrreue Juden und Rabbiner sich befunden haben müssen, welche stch -erführen ließen, durch die Theilnahme oder stillschweigende BMgung die Verhöhnung der jüdischen Religion zu sanctioniren. Aber nicht nur die bet jenen Heften in Berlin und Breslau sich betheiligenden Ordensbrüder, ja nicht nur die Mitglieder der Deutschen Reichs-, Berthold Auerbach- und Montefiore-Logen zu Berlin, oder der Lessing-Loge in Breslau haben die Verantwortung für den von ihren Logen geübten Frevel mitzutragen und machen sich eines oni -H'n, einer Verhöhnung Gottes schuldig, wenn sie einem Bunde sich noch ferner zuzahlen, welcher das jüdische Religionsgesetz mißachtet, überttitt und verspottet, sondern die sämmtlichen Ordensbrüder sämmtlicher Logen des Bene-Brith-Ordens nehmen Theil an dieser Schändung des Heiligsten. imi nw» „Heil dem Manne", so hebt der erste Psalm an, oyttn nxjn *^n -wn, „der im Vorsatz Gesetzloser nie gegangen", vb D'wan *prcn noy, „im Wege Leichtsinniger nie gestanden", 2L" uh u& „und wo Spötter fitzen, nie gesessen." Es kann aber keineswegs in Abrede gestellt werden, und es erhellt aus dem bisher von uns Dargethanen zur Evidenz, daß der Bene-Brith-Orden nicht nur n»ym, d. h. Verächter des Gottesgesetzes, die aus Prinzip dem jüdischen Religionsgesetze den Gehorsam verweigern und dessen Verbindlichkett