Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 41 (23.5.1889)
- Date
- 1889-05-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXX. Jahrgang. ./ftaNKFUR'f M 41. Israelit..... Zeschumn. IkNstzrlfl W Mrdermg D. Geistes «id D. Fedens In Ans. GrwMe mst Mir. Genlrat-Hrgan für das ortöodoXe Iudentßum. Herausgegeben von Dr. Lehman« in Mainz. Donnerstag, den SS. Mai 564» (1889). Leitende Artikel. Die Sprüche der Mater. Viertes Buch. V. Mainz, 20. Mai. Wir haben oben (Cap. 3) hervorgehoben, daß die Weisheit, von der ben Soma hier spricht, das Erfassen der göttlichen Lehre ist und daß diese, ihrem ganzen Wesen nach traditionell, nur dadurch ganz ausgenommen werden kann, wenn man von jedem Menschen lernt. Diese Bemerkung findet ihre volle Bestätigung durch einen Ausspruch unserer Weisen in Talmud Jeruschalmi Traktat Sanhedrin, Perek Chelek. Dort lesen wir: nisiDN oyioi nnwDDi rmo-ns O’öDn nm 'N1W pp ’DD "OT nyotv DN N"3p.1 TDN . “HIN HJ/nD ljflj tTU ’SD IJ/DKO N*?N |üp ’BD WDBO NH’ N> , "sOPD ’BD IJJDtEQ b6) , DDn 'DO POLO N^N $TU 'DO lyOtBÖ Np] 'DO POL^D N^N N’3J ’BD POL^3 N^I ,N’3J ’BD WBttO N^N DDn idj? rwo d^v ’D’ ish nym hob riL'OD nyn pro nyn ,lBHp nn DN Q“)p3 DB7I TTN UNS HJ/n HN D’D n^DH .TN npno uny , man »bd ^dj» n^n nyr» ’bd lyntzo t<bi ‘1 '«IIP» ^OL^ ID’m HD3 H"3pn N^>N TIN pW , NNN .ihn n uoPn „Die Worte der Weisen sind wie Stacheln und wie fest eingesenkte, dauerhafte Nägel; sie sind gegeben von einem Hirten (Koheleth, Cap. 12, V. 11). Also spricht der Heilige, gelobt sei Er.- wenn du gehört hast ein Wort, das dich erfreute, von einem unbedeutenden Menschen, so möge es dich bedünken, wie wenn du es von einem großen Manne gehört hättest, ja wie aus dem Munde des Weisen, der an der Spitze der Gelehrten Israels sieht, ja wie aus dem Munde eines Propheten, ja njm ’bd, wie aus dem Munde des Hirten, und dieser Hirt ist kein Geringerer als Moscheh, wie es heißt (Jesaias Cap. 63, V. 11): Und er gedachte der uralten Zeit, da Moscheh bei seinem Volke war. Wo ist er, der sie herausgeführt aus dem Wasser, wie der Hirt seine Heerde führt, wo ist er, der über Israel auSbreitete seinen heiligen Geist? — Aber es soll ihn nicht nur bedünken, wie wenn er jenes Wort von dem Hirten (Moscheh) vernommen, sondern wie wenn er es von Gott selbst gehört hätte, denn das Wort -rnN, einzig, deutet auf den einzigen Gott, wie es heißt: Höre, Israel, der Ewige, unser Gott, der Ewige ist einzig." — Hier ist es, anlehnend an den Vers in Koheleth, deutlich ausgesprochen, in welchem Sinne die Weisen die Sentenz des ben Soma auffassen: nur der ist wahrhaft weise, der von jedem Menschen lernt. — Es liegt in der menschlichen Natur begründet, daß wir die Worte großer Männer wohl beachten und uns fest einprägen, dagegen geringschätzig das aufnehmen, was ein unbedeutender Mensch uns sagt, und es bald der Vergessenheit überantworten. Nicht so soll es sein in Bezug auf die Gotteslehre. Der Kleine hat das Wort der Wahrheit, welches er dir meldet, von einem Großen gehört, der Große von den Weisen Israels, die an der Spitze ihres Zeitalters standen; der Weise hat es von den Propheten vernommen, und deren Quelle ist auf den ersten Hirten Israels zurückzuführen, auf Moscheh, der von Gott selbst die Thora empfangen hat. Daher sollen die Worte der Weisheit, die du. sei es, von wem immer vernimmst, wie Stacheln fein, die deine Aufmerksamkeit aufftacheln, und wie fest eingeschlagene Nägel sollen sie sich deinem Gedächtnisse einprägen; denn sie stammen von dem großen Hirten seines Volkes her, der sie von dem einzigen Gotte vernommen und uns überliefert hat. — Der Prophet Jesaias preist in den dem angeführten vorher-