Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 40 (20.5.1889)
- Date
- 1889-05-20
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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blick, da Frankreich die Feier einer der schönsten Epoche seiner Geschichte begeht, theilen wir aus voller Seele jene patriotischen Gefühle, welche die französischen Herzen erfüllt und gemeinsam mit unseren Kompatrioten begehen wir die von der öffentlichen Gewalt vorgeschriebenen Festlichkeiten. Uns, die wir Jahrhunderte lang heimathlos waren, hat die französische Revolution ein Vaterland gegeben, indem sie die Gewissensfreiheit, die Gleichheit vor dem Gesetz aussprach, indem sie das gesellschaftliche Regime, unter welchem wir so viel gelitten, durch eine Regierung des Rechtes und der Wahrheit ersetzte, hiedurch ein Beispiel gebend, welches beinahe in ganz Europa den Sieg der Religionsfreiheit beschleunigt hat. Frankreich, welches der Vermittler unserer Befreiung war, kann Anspruch auf unseren ewigen Dank erheben und es ist geziemend, daß wir den gegenwärtigen Zeitpunkt zum Ausdruck unserer Empfindungen benützen. Rußland. J-a. B-l. St. Petersburg. Die Petersburger Duma ist in den Stand gesetzt, in ihrem Budget eine Kostenverringerung zur Unterhaltung des Polizeietats zu verzeichnen. Ein solch glänzendes Resultat ist dadurch erzielt worden, daß sich einige lokale Preßorgane in zuvorkommendster Weise zur unentgeltlichen Ausübung der Polizeiobliegenheiten, nota bene, soweit solche Juden betreffen, hergegeben haben. Welch' exemplarische Pflichttreue! Herr Suvarin hat bereits mehrere schlaflose Nächte verbracht, gequält von der himmelschreienden Fahrlässigkeit der Polizei, die auch als Handwerker sich habilitirende Jüdinnen ungeschoren in der Residenz weilen läßt, so daß gegenwärtig auf dem Newfti-Prospekt ein einer Jüdin namens Exelbaum angehöriges Uhrenmagazin existirt! Der Wahrheit die Ehre! Die Beschwerden der geehrten „New Wrem." sind leider nur zu gerechtfertigt. Sagen Sie doch, lieber Leser, ist es nicht äs facto eine haarsträubende, unverzeihliche Pflichtvergessenheit seitens der Polizei, in dem sie die Hände ganz gemüthlich in den Schooß legt und keinen Finger rührt, um das unerfahrene, rechtgläubige Volk vor den exploitatorischen Manipulationen der Jüdin Exelbaum zu wahren?! — Es wird geplant, in sämmtlichen geistlichen Akademien, nach Muster der Petersburger, die althebräische Sprache zu den obligatorischen Lehrgegeuständen zuzuzählen. — Wochen - Kalender. Freitag, 24. Mai, 23. Jjar. Samstag, 25. Mai, 24. Jjar 'n 'B n"3!3 1 3TB 3 Sabbat-Ausgang 8 Uhr 45 Uhr (Mainzer Uhr). Z Adonn»m«nt». und Snreratenatraalfttt e Z 3 für Frankfurt a m. bri f. $auff«na*m, Such.« fjt ijonül; ffirTDBrjbargb.iIarob für München bei |t. Aottelheim. Färbergraben N f, 3^; fftr Fürth in Samern bei M. KÄrnbrrger, U hebr. u. deutsche Buchhandlung. M / m Abonnements- und Inseratennnnabm» 8 »für Hamburg bei A. GiotbsichmrbtVSuch. M § Handlung, nohlhösrn Nr. 28; für USln bei M Ke» trank, probsteigaff» J7; in Böhmen, g 9 Mähren u. Österreich. Schlesien bei Iorob k K. Doonbei«, Buchhandlung in Prag. S ^ür den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Buche« (Baden), 12. Mai. Wie in Ihrem Blatte bereits mitgetheilt, brach in der unmittelbaren Nähe der Thoralade am 1. April b. Js. bald nach dem Frühgottesbienste auf bis jetzt unaufgeklärte Weise Feuer aus, durch welches in einigen Minuten unsere sämmtlichen Thorarollen zerstört wurden. Das Unglück trifft unsere Gemeinde um so härter, als dieselbe nicht zu den reichbegüterten gehört und aus nur 18 Personen besteht. Wir beabsichtigen nun zur Wiederherstellung eines geregelten Gottesdienstes Thorarollen anzuschaffen, natürlich in einem solchen Zustande, daß solche nicht in den nächsten Jahren einer gründlichen Ausbesserung bedürfen, bezw. sich in wohlerhaltenem Zustande befinden. Unter den Umständen, wie sie leider bei un8 vorwalten, sind wir darauf angewiesen, Thorarollen zu mäßigen Preisen zu erwerben, und hoffen wir von dem in ähnlichen Fällen oft bewährten edlen Aufopferungssinn unserer Glaubensgenossen, daß wo uns solche angeboten werden, ein mäßiger Preis gestellt werden wird. Wir sehen deßhalb gefälligen Mittheilungen in Bälde entgegen. Hs. Oppenheimer, Vorsteher. inen Dnnc', der vorbeten kann, suche ich bei einem entsprechenden Einkommen als Vvrbeter. Schriftliche Meldungen nimmt entgegen I. RadilewSky, Cantor, 279S) Sulzbach (Oberpfalz) bei Amberg. ine Export-Weinhandlung eu gros (an Samstagen geschloffen) sucht per sofort einen Lehrling mit guter Schulbildung. Offerten befördert unter Z. 617 die Buchhandlung von I. Kaufst« NUN in Frankfurt a. M. 2704 ^^ie Mitglieder des Vereins „Freunde der Taubstummen JedideJlmim werben hierdurch zu der am Sonntag den 26. Mai d. I., Mittags 12 Uhr, zu Berlin im Saale des Brüdervereins 4a. stattsindenden Generalversammlung eingeladen. Tagesordnung: 1) Berichterstattung über die Thätigkeit des Vereins. 2) Kassenbericht. 3) Bericht der Revisoren und Entlastung des Cassiers. 4) Antrag des Vorstandes über den Ankauf eines Grundstücks in oder bei Berlin unter gleichzeitiger Aufhebung eines früheren Beschlusses. 5) Statutenberathung. 6) ErgänzuugSwahl des Vorstandes. 7) Vereinsangelegenheiten. 2803) Der Vorstand.