Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 38 (13.5.1889)
- Date
- 1889-05-13
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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680 welcher meine Sympathien besaß, konnte so gering von mir denken? Gab ich Ihnen je Veranlassung zu solch' einer Geringschätzung? Nein und tausendmal nein. Sie haben mich in meinen heiligsten Gefühlen verletzt und ich will nicht weiter mit Ihnen rechten. — Noch eine kurze Spanne Zeit und wir werden den Staub des ungastlichen Ezarenreiches für immer von unseren Füßen schütteln und der Gott unserer Väter wird uns in unserer alten, neuen Heimath, im freiheitlichen, die Menschenrechte achtenden österreichischen Staate nicht verlassen. Ich fühle mich stolz als Jüdin, und euer Paschol hat mich zur Selbsterkenntniß gebracht. Ich erblicke darin einen Finger Gottes und dahin ist meine mädchenhafte Eitelkeit. Hier sind wir am Ziele, meine Eltern erwarten mich, unsere Wege gehen auseinander, ich hoffe, daß die paar Tage, welche ich noch hier zubringen werde, und welche den Vorbereitungen zur Abreise gewidmet sein müssen, durch Ihre Beredungskunst nicht gestört zu sehen, und somit leben Sie wohl." Sie verschwand, die Gartenthüre fiel hinter ihr ins Schloß und er starrte in die Nacht hinein. * * * Zwei Monate waren ins Land gezogen und die Familie Neublum hatte dem moskovitischen Reiche den Rücken gekehrt. Josef Neublum, welcher aus Galizien, aus der petroleumreichen Gegend Drohobycz's stammte, hatte sein altes Heim aufgesucht, und sich hier niedergelassen. Eben war ein neues, Petroleum spendendes Quellengebiet entdeckt worden und eine französische Gesellschaft kaufte das Terrain an, um das Naphtalager auszunützen. Herr Neublum fand bei diesem vielverheißenden Unternehmen eine, seinen Fähigkeiten entsprechende Stellung. Wohl war der Posten pecuntär nicht so reich dotirt, wie der im heiligen Rußland, dafür aber ist er jetzt ein freier, ebenbürtiger Bürger, fühlt sich in seiner neuen, lichtspendenden Heimath recht zufrieden und die Pascholsordre hängt über seinen Schreibpulte hinter Glas, als würdiges Andenken an Rußland. Fräulein Debora denkt nicht mehr an den russischen Cavalier, und ein junger, strebsamer bei demselben Etablissement angestellter Glaubensgenosse, trägt das Seinige dazu bei, keine Reminiscenz aufkommen zu lassen. Wir wollen aber nicht indiscret sein und schließen, nachdem wir den geneigten Leser über das Geschick der Familie Neublum beruhigt haben. MW Wochen - Kalender. Freitag, 17. Mai, 16. Jjar. Samstag, 18. Mai, 17. Jjar "1 p>->2 ’npnn Sonntag, 19. Mai, 18. Jjar Sabbat-Ausgang 8 Uhr 35 Uhr (Mainzer Uhr). Auslösung des „Rösselsprung" in Nr. 36: nagn Myyy cpS VMM ♦ njVOT rvirqtf yy# nD^rin r vi' v'Ovy i-Hyo nztin rnqaö Richtige Lösung sandten ein: Löwenthal, Schildberg. S. M. Bachrach, Elmshorn. Hermann Mandl, Proßnitz. Josef Kober, Budsin. A. Lewithan, Schöneck. Emanuel Großbaum, Birmingham. Julie u. Iba Straus, Liebmann Maier, Karlsrrche. Aron Orzolkowsky, und Frl. Jenny u. Jettchen Orzolkowsky, Mixstadt. Salomon Goldstein, Makü. Julius Kahn, Euskirchen. Leon Feist, Büdesheim. Daniel Baum, Frankfurt a. M. Mos. Gottschalk, Köln. M. Kowalski, Rüsselsheim. Gerson Halle jr., Hardheim. G. Borchheimer, Georgensgmünd. Wolf Wormser, Michelstadt. M. Rosenau, Striegau. Lehrer Ehrmann, Trier. PH. Kanstein, Zielenzig. Hugo Kahn, Harzgerode. G. Schwartz, Hattstatt. M. Seelig, Podgorz. Israel Bach, Strelno. I. Lasowsky, Rogowo. H. Geisenberg, Maricnwerder. I. Salliner, Schokken. Dr. Adolf Hahn, Ung.-Hradisch. E. Wormser, Höchst a. M. Karl Fischer, Szt. Johann. Ernst Blattner, Kuttenberg. D. Levy, Hagenau. Druckfehlerberichtigung. In Nr. 32 u. 33, erste Beilage, in dem Aufsatz „Ueber jüd. Vereinigungen", S. 577, Sp. 1, Z. 8 v. o. statt „Erhaltung der Seele" lies „Erhebung der Seele"; S. 577, Sp. 1, Z. 18 v. o. st. „in den nron" t. „in dem nron"; S. 578, Sp. 2, Z. 24 v. o. st. „Culdners" l. „Culdeers"; S. 578, Sp. 2, Z. 26 v. o. st. „Brüderschaft" l. „Brüderschaften"; Nr. 36, S. 634, Sp. 2, Z. 3 v. o. statt „Amtsbruder" l. „Ordensbruder"; S. 635, Sp. 1, Z. 19 v. o. muß es heißen: »tlle /oun§e3t ofshoot«: S. 635, Sp. 1, Z. 24 v. o. muß es heißen: „die der Orden zur Schau trägt"; S. 635, Sp. 26, v. o. st. „ausführt" l. „aufführt"; S. 635, Sp. I, Z. 30 v. o. haben die Worte „höchstes Ideal" nach „Bene Brith" auszufallen.*) In Nr. 36, in dem Aufsatz „vr. Salvendi's Stimmen rc.", S. 637 , Sp. 1, Z. 9 v. o. statt „einflöße" lies „einflößt"; ebenda Z. 21 v. o. st. „Erlangung" l. „Erlernung"; ebenda Z. 4 v. u. st. „sNV'O" l. „IHDO"; ebenda Sp. 2, Z. 3 v. o. st. „fällig" l. „völlig". *) Um fiir die Folge solch' große Berichtigung unnöthig zu machen, bitten Setzer und Corrector den Herrn Verfasser um deutlicher geschriebenes Manuscript.