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Der Israelit · 1889-05-02 · Heft 35 (2.5.1889) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 35 (2.5.1889)
Date
1889-05-02
Page
– (sequence 13)
Language
German
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l«WWWWWDWW»WM»> 621 des seither gewiß nur Wenigen bekannten Gemäldes wollen wir nach der uns vorliegenden Reproduktion im W erk A d o l f M e n ze l' s versuchen: Die düsteren Räume der Alt-Neu-Schule liegen in tiefster Dämmerung. Keine Kerze auf den Lüstern, auf den längs der Wand angebrachten Seelenlichtern. Noch hat der Gottesdienst nicht begonnen, oder es ist eine Pause eingetreten. Welcher Ausdruck seelischer Begeisterung hier in der von einem Wachslicht beschienenen Zügen des greisen Frommen an seinem schlichten Betpult! Welche Energie dort in der Haltung des verhüllten Beters! Welche ahnungsvolle Freude aber verräth der wohl seinem Sitz zuschreitende Mann! In feinstem Gegensatz aber dazu die geschäftsmäßige Gewohnheit und nachlässige Haltung des Vorsängers und des Synagogendieners aus der von einfachem Geländer umgebenen Bühne des Almemor. Die bekannten humorvollen Bilder, mit denen Knaus in Kindergestalten uns — ein Philosoph — den Ernst des Lebens zugleich verhüllt und andeutet — wem sind sie fremd? Wir müssen es uns freilich hier versagen, das verbindende Wort zu „dem Kinde unter Frühlingsblumen", der um ihre Brodschnitte ängstlichen Kleinen, den kartenspielenden Schustersjungen, dem Dorfprinzen u. s. w. und wollen die dazu als Ergänzung tretenden Genrescenen: Die Unterweisung des alten Handelsmanns und das erfteGeschäft nur erwähnen. Das letztere reizende Bildchen hat eine französische Schriftstellerin zu einer jüdischen Erzählung Trotte Menu et Cie. angeregt (Magasin Pittoresque 1880). Nun müßten wir von einer Reihe den letzten Jahren angehörender Produktionen sprechen — galizischen Hochzeiten, Taschlich, Auswanderern und andern dem polnischen Volksleben entnommenen Darstellungen, Synagogenbildern und häuslichen Szenen, die auf der großen Berliner Jubiläumsausstellung bemerkt wurden, wenn wir nicht fürchten müßten, den Leser zu ermüden; denn Bilder wollen „g e sehen" sein. Schließen aber möchten wir unsere Betrachtung, die nur anregend, nicht erschöpfend sein sollte, mit dem Ausdruck der Freude darüber, daß gerade seiner festen Prägung das Judenthum die Fülle des Schönen verdankt. Mainz, Mai 1889. Di\ I. Manefeld. Wochen - Kalender. Montag, 6. Mai, 5. Jjar rnyn Auflösung deS Preis Räthsels in Nr. 30 u. 31; (Luge) — ^7. (Bund) tnjj — (Brett). Unter den 438 eingesandten Lösungen wurde geloost und fiel der Preis Herrn M. Fried mann, Bez.-Rabb. in Symonyi, zu, welchem wir denselben franco zusandten. Briefkasten der Redaction. N. S. in Witebsch: Ein solches Buch existirt nicht. lüfwi .. .. . . . __ ... ä Abonnement«- und Inferntennnnahrne A _ffir Frankfurt a M. bei Ä. Knnffinann, Buch. K handl; sürwürzburgbelIarobSomberser; s4s für München bei!t. fJcttelljcim, Färbergraben |g a 29; für Fürth in Bafern bei jll. Nürnberger, bebt. u. deutsche Bucht,andlung. «A Abonnement«, und |nfeeatemw««lniM I _för ßambnrg bei A. GotbschMtdt, Such«? At Handlung, Äohthöfen Nr. 35; für Nitn bet? Keo Frank, probsteigaffe J7; in Nähmen,! 5 Möhren u. österretch. Schlesien bei |ateb j D A. Kranbei«, Buchhandlung in Prag. Mr den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Kleinerdlingen (Bayern). Seit einiger Zeit werden von hier von einigen aus Oesterreich eingewanderten Familien Bettelbriefe nach Auswärts geschickt, in welchen diese ihre Lage in einer der Wahrheit nicht entsprechenden Weise schildern. Diese Bettelbriefe haben allem Anschein nach den von denselben erwünschten Erfolg gehabt. Im Interesse der würdigen Armen bitten wir die Empfänger solcher Bettelbriefe, diese fernerhin nicht mehr zu berücksichtigen. "TO Restauration in Gmunden (Ober Oeft.) wird am 13. Mai eröffnet. Für gute Küche und solide Bedienung ist bestens gesorgt. «. Kohn, 2487) Linzerstraße Nr. 52. Eröffnungs-Anzeige. fittinoii5 l&D Montolion in Karlsbad, Lincoln am 1. Mai, in Reichenhall „zur blauen Taube am 25. Mai, in St. Moritz (Schweiz) „Villa Edelweiß" am 1. Juli. 2501 u kaufen gewünscht: „Saalschutz," Von der Form der hebräischen Poesie. Gef. Offerten an Emil Benjamin in Freudenburg (Rheinland)._(2471 Offene Stelle. Für die unter Aufsicht der Königl. Regierung stehende israel. Elementar- und Retigionsschule Weiden (Bayern) wird ein seniinaristisch gebildeter, junger, lediger Mann mit guten Zeugnissen als Lehrer, Schächter und Vorbeter gesucht. Eintritt per 1. August l. I. Gehalt bei freier Wohnung incl. der Schächtergebühren M. 1000. Der Shnagogeu-Berein Weiden (anerkannter Verein). 2467 Josef WilmerSdörfer, Vorstand.

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