Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 34 (29.4.1889)
- Date
- 1889-04-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXX. Jahrgang. h?br. Euchh^:. Jlunf ) ‘svT*'J?i?T £*>'' «AS und Jeschurun. Zkttschrlst M MklW All. Geistes Mil löst. Lebens!ll Aus. GkllleMe Mil Klhlllk. KenLral'-Hrgan für das ortßodore Iudentßum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den SS. April 5649 (1889). Leitender Artikel. Hleöer jüdische Bereinigungen. Von Isaak Hirsch. II. •pj/D' p»ao' anpo “]“iry nbw. „Aus dem Hei« ligthum sendet Er deine Hilfe, und von Zion aus kräftigt Er dich" (Psalm 20, 3). Nur wenn wir uns dem Heiligthum nahe wissen, nur wenn unser Wesen aus dem jüdischen Heiligthum die Erhebung und Veredlung erstrebt, nur wenn das jüdische Ideal das Strebeziel unseres Wirkens ist, nur dann dürfen wir auf Hilfe und Heil hoffen. Nur wenn wir in Zion den Quell unserer Kraft erkennen, aus welchem allein unserer Seele Labung zuströmt, nur dann wird uns die ersehnte Erquickung, Stärkung, Festigkeit und Kraft zu Theil. Rabbi Lewi bemerkt zu dieser Stelle:*) rr-upm^ niorui nimm nimv Vs Vn-W’V Tny, alle heilbringenden, segensvollen und trostreichen Verheißungen, deren Erfüllung noch die späteste Zukunft geweiht ist, wurzeln in Zion, der Stätte, die den Hort Israels und der Menschheit bewahrt: die mm, das rn-ff«, das Gesetz Gottes, welches der unerschöpfliche Born aller der Wahrheit ist, die im Lause der Jahrtausende von dem Menschengeschlechte anerkannt werden, um den Wahn zu scheuchen und die Lüge zu überwinden, welches das große Licht ist, von dem am außerjüdischen Kreise die nach Wahrheit, Erhebung und Trost strebenden Menschen sich ihre kleinen Lichter entzünden, die ihrer Lebens Pfad nothdürstig erhellen, das aber endlich von einem Ende der Welt bis zum andern den ganzen Weltraum bis in die verstecktesten Winkel mit seinem Strahle erfüllen wird. Zion ist das jüdische Ideal; zu Trägern nnd Bewahrern desselben sind alle Glieder des jüdischen Stammes berufen; ja ihres Seins Berechtigung erschöpft sich ausschließlich in dem bewußten Streben zur Verwirklichung dieses Ideals. Dieses jüdische Ideal ist aber nicht ein von sterblichen und irrenden Menschen erträumtes Hirngespinnst, nicht ein Gebilde phantastischer Schwärmerei. Es ist auch nicht eine aus der Quelle der geoffenbarten Wahrheit abgeleitete Vorstellung, die, mit menschlichem Wahn verquickt, als eine Trübung der Wahrheit, als ein Erzeugnis menschlich befangenen Glaubens und Ahnens auftritt. Das jüdische Ideal ist das ganze Judenthum, rein und unverkürzt, und Streben nach diesem Ideale heißt einzig und allein, die Lehren und Gebote des Judenthums nach Kräften rein und unverkürzt zu verwirklichen. Selbstveredlung heißt darum im jüdischen Kreise einzig und allein: sich mit dem Geiste des Judenthums immer inniger zu durchdringen, die Kenntniß und Anerkenntniß des Judenthums zu fördern und sich und seine Umgebung für die Erfüllung des jüdischen Gesetzes, des ganzen und unverkürzten, zu begeistern, den Entschluß zum unverbrüchlichen, treuen Gehorsam gegen die Forderungen des jüdischen Geistes zu wecken und zu befestigen, jüdischen Geist zu pflegen und jüdisches Leben zu fördern. Wenn demgemäß jüdische Männer zusammentreten, um einen Bund zu bilden, der in Nachahmung des Gedankens, welcher das Prtnzipium des Freimaurerordens ist, die Selbstveredlung anstreben und die Begeisterung für die ideale Lebensaufgabe wecken will, so kann ein solches Beginnen nur dann im jüdischen Kreise eine Berechtigung beanspruchen, wenn das jüdische Ideal das Strebeziel dieses Bundes sein soll und er der Verwirklichung der jüdischen Lebensaufgabe dienen will. Die Kennt- ') ron Brno zu tnpn, vs nens.