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Der Israelit · 1889-04-25 · Heft 32-33 (25.4.1889) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 32-33 (25.4.1889)
Date
1889-04-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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573 Mission behufs Erbauung neuer Synagogen und Religionsschulen. Man beschloß, mit Bildung ähnlicher Vereine in verschiedenen Stadttheilen vorzugehen. — Beim Deutsch-Israel. Gemeindebnnde sind 37 Lösungen der gestellten Preisaufgabe über die Nützlichkeit des Religionsunterrichtes bis zum l. März eingegangen. Das Preisrichtercollegium (Dr. Salomon Cohn, Dr. Berliner, Dr. Cassel, Dr. Karpeles, Prof. Steinthal) stellte vier Arbeiten in die engere Wahl und beschloß endgiltig in einer Conferenz nach dem Peßachfeste einer Arbeit den Preis von 300 M., einer zweiten das Accessit zu ertheilen. — Der getaufte Jude Simon alias Johannes May, einstmals Fellhändler, dann Antisemit, später Mitarbeiter des „Reichsboten" und schließlich Missionär, ist nunmehr — Ober seltner geworden. May verwaltet ein Restaurant am Hollendorsplatz mit Umsicht und Geschick. Schluß folgt. B l. Berlin, 25. April. (Telegramm.) Der vom Gemeindebunde ausgeschriebene Preis von 300 M. für die beste Arbeit über den Nutzen des isr. Religionsunterrichts wurde von den Preisrichtern der Schrift des Gemeindebundsccrctairs Arnold B u d w i g, Berlin, zuerkannt. Ans Baden. Viele isr. Gemeinden Badens haben sich seit 20 Jahren durch Wegzug der Mitglieder sehr vermindert, sind zum Theil ganz eingegangen. Um so erfreulicher ist es zu hören, daß in Kehl, wo früher keine Israeliten wohnten, sich eine ansehnliche Gemeinde gebildet, die jetzt, nachdem sie einen Betsaal zur'Abhaltung des Gottesdienstes benützt, einen Platz angekauft hat, uni eine Synagoge zu erbauen. Freitag, am 12. d. M. fand die Feierlichkeit zur Grundsteinlegung des Synagogenbaues statt. Nachmittags versammelten sich die Mitglieder der isr. Gemeinde in ihrem Betsaale, woselbst einige Psalmen vorgetragen wurden. Von hier aus begab man sich unter Vorantritt der Schuljugend in einem Zuge zum Synagogenbauplatz, wo sich auf Einladung auch die höheren Civilbeamten und andere eingeladene Gäste eingefundcn hatten: Die Feier wurde hier von Herrn Lehrer Böttigheimer durch ein Gebet und eine passende Ansprache eröffnet. Hierauf erfolgte die Einlegung der Urkunde in den Grundstein. Nachdem von dem Vorstände der Gemeinde, H. Lipp. Wertheimer die üblichen Hammerschläge, begleitet von einigen sinnigen Worten, abgegeben waren, sprach Herr Böttigheimer das Schlußgebet, wobei namentlich Sr. Majestät des Kaisers, Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs Friedrich, der Behörden und aller der gedacht wurde, die sich um die Förderung des Baues verdient gemacht haben. Möge das fromme Werk gelingen und mit ihm ein echt religiöser Sinn in die Herzen einziehen, was bei gar Manchen zu wünschen ist. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Prag. Die hier erscheinende „Politik" schreibt: „Eine unheimliche Postsendung. Wir werden ersucht, die unter diesem Schlagworte in unserem Blatte vom 10. d. nach dem Brünner „Hlastt gebrachte Notiz von einem angeblich an die Adresse des Rabb. Dr. Ad. Frankl in Kremsier geschickten Kasten, in welchem sich der Leichnam eines jungen Mädchens befand, als ihrem ganzen Inhalte nach erfunden zu erklären." England. London, 16. April. Ein Mitarbeiter der Londoner Ausgabe des „Newyork Herald" hat ein hervorragendes Mitglied der jüdischen Gemeinde in London aufgesucht und von demselben einige interessante Notizen über die Juden in London erhalten. Darnach beträgt die Gesammtzahl derselben in London und Umgebung 50,000, von denen 30,000 in Whitechapel, 10,000 in anderen Theilcn des Ostendes und 10,000 im nördlichen und westlichen London leben. Unter den letzteren befinden sich die reichsten Juden Londons, viele mit 100,000 Lstrl. und mehr Vermögen. Die reichsten Inden der Welt aber, meinte der Gewährsmann des Blattes, seien die französischen Juden. Außerhalb Londons leben in England 20,000 Inden. Eine große Veränderung sei seit 50 Jahren cingetrctcn, insofern die reichen Juden aus dem Osten nach dem Westen und Norden der Stadt verzogen sind und so einen Theil ihres persönlichen Einflusses auf ihre Stammcsgenoffen im Ostende verloren haben. Infolge dessen Huben Letztere da? Bcdürfniß empfunden, eine eigene Föderation zu bilden. Die Kinder der mittleren und höheren Klassen besuchen die allgemeinen Schulen, Viele gehen auf die Universitäten. In den wohlhabenden Familien werde der Unterricht im Hebräischen zu oft vernachlässigt. Es gibt in London im Ganzen 40 Synagogen, nämlich: 11 vereinigte Synagogen, 2 spanische und portugiesische Kongregationen, 1 Reform-Synagoge britischer Juden, 4 unabhängige orthodoxe oder isolirtc und 22 födcrirte Synagogen, deren Ehrenpräsident Lord Rothschild und deren leitender Präsident der Abgeordnete Montagu ist.

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