Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 32-33 (25.4.1889)
- Date
- 1889-04-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2447947-2447979--28391-2476072- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
XXX. Jahrgang. M 32 & 88. j obr, EuchhA n 3 i ■* r* $ ^^AfKFURT Israelit«*Jeschmun. Mschrist M FördMW Ad. Gkilles unü D. Krbens in Uns. Gemluire imö Klynlk. Kenlrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerftag, den SS. April 5649 (1889). Leitender Artikel |>tc Sprüche der Water. Viertes Buch. I. Mainz, 24. April. "jDNjtr dis $oo To&n ,Don iht’n .-pix sm p did "iDWfiy ns* nx Kann mi tnrx srhivn nnbu bjD not^n iwy n?x ,yy iDibü inrn bttnai mm D'Ds ~px intw ,p?"itrx bzsn *□, tsd jrr iosjü lpbm HS *7DDDH ,13DD liirx ,N3H ül?7J^ p 30 HTH D^J/3 .7^p' Tim "Qrx H33D *3 1DS2& nVlDH „Ben Soma pflegte zu sagen: Wer ist weise? Derjenige, welcher von jedem Menschen lernt; denn so heißt es (Psalm 119, V. 99): Durch alle meine Lehrer habe ich Vernunft erlangt, denn deine Zeugnisse bilden meine Unterhaltung. — Wer ist ein Held? Derjenige, welcher seine Leidenschaft bezwingt; denn so heißt es (Mischte Cap. 16, V. 32): Besser ein Langmüthiger als ein Held und der Beherrscher des eigenen Geistes als der Eroberer einer Stadt. — Wer ist reich? Derjenige, welcher sich freut mit seinemTheile (mitseinem Theile zufrieden ist); denn so heißt es (Psalm 128, V. 2): So das Mühen deiner Hände du genießen wirst, Heil dir und wohl dir — Heil dir in dieser Weit und wohl dir für die zukünftige Welt. — Wer ist geehrt? Derjenige, welcher die Geschöpfe ehrt; denn so heißt es (1. Buch Samuel, Cap. 2, V. 30): Denn die Mich ehren, werde Ich ehren, und die Mich verachten, werden zu Schanden werden." Vier große Gelehrte lebten zu gleicher Zeit, die sämmtlich den Namen Schimeon führten und die in noch jugendlichem Alter starben, so daß ihnen der Titel Rabbi nicht beigelegt wurde; drei von ihnen wurden nach den Namen ihrer Väter: Ben Soma, Ben Asai, Ben Nannes, und der Vierte wurde nach seiner Vaterstadt Schimeon Hathemoni (aus Timnath) genannt. Schimeon ben Soma war einer von jenen vier großen Gelehrten, welche sich tief in metaphysische Forschungen einließen; nur Einer von ihnen, Rabbi Akiba, entging glücklich der Gefahr; Ben Asai starb jung, Elischa ben Abujah wurde ein Abtrünniger und ben Soma's Geist wurde getrübt. Vor dieser Zeit galt er als einer der größten Gelehrten in Israel, so daß er als Symbol der Weisheit bezeichnet wird (Berachoth 57 b.); auch galt er für einen der größten Darschanim ltea xdit p noiws .ow-nn Wie hoch er den Werth des geselligen und gesellschaftlichen Lebens zu schätzen wußte, das geht aus einer Erzählung unserer Weisen (Berachoth 58 b) hervor: Einst stand ben Soma auf dem heiligen Tempelberge und schaute auf die demselben zuströmende Volksmenge der Israeliten. Da sprach er: Gelobt sei Der, welcher all die geheimen Gedanken jedes Einzelnen kennt, der alle diese erschaffen hat, um mir das Leben zu erleichtern! Wie mußte doch der erste Mensch sich abmühen, um nur ein Stückchen Brod zu gewinnen! Er mußte pflügen, säen und mähen, mußte die Garben binden und dreschen und windschaufeln und anslesen und mahlen, er mußte das Mehl sippen, es kneten und backen; dann erst konnte er sein Stückchen Brod verzehren; ich aber stehe des Morgens früh auf und finde mein Brod bereit, weil alle diese Menschen für mich arbeiten! Wie mußte der erste Mensch sich bemühen, bis er sich ein Kleid bereiten konnte! Er mußte die Schafe fcheeren, die Wolle bleichen, hecheln, spinnen, weben und nachher konnte er erst daran gehen, sich ein Kleid zu bereiten; für mich aber arbeiten alle diese Menschen, so daß ich