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Der Israelit · 1889-04-15 · Heft 30-31 (15.4.1889) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 30-31 (15.4.1889)
Date
1889-04-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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556 jede kleine Bauernhütte schließt sich dort zum Bild ab, dem silbern duftige Ferne oder braun goldige Abendgluth Stimmung verleiht. In den Städten, wo eine republikanische Gleichheit den Unterschied von Reich und Arm wenigstens äußerlich — im Bau der Häuser — nirgends schroff gegenüber stellt, dort gewinnt das Volksleben seine freieste und charakteristischste Erscheinung. In dem stolzen, dem Handel aller Fernen eröffneten Amsterdam nun hatte sich die mächtig zuströmende jüdische Einwanderung einen gewaltigen Stadttheil erbaut — (kein &t)dto des Mittelalters) worin große Handelshäuser die Schätze der zu ihren Speichern herangeführten Lastkähne empfingen, und Erscheinungen des Orients nicht Seltenes waren, Kaufleute oder Sendboten armer Gemeinden, alle durch Tracht, Haltung und Ausdruck dem Künstlerauge merkwürdig. Aber nicht bloß das Aeußerliche der Erscheinung zog den Künstler an, der seine erste und seine letzte Wohnung unweit und inmitten des Judenviertels hatte. Innige Freundschaft mit hervorragenden Mitgliedern der Amsterdamer Gemeinde, dem Arzt Ephraim Bonus, vor Allem aber mit dem großen Manasse ben Israel selbst verband den Künstler fürs ganze Leben und war demselben behilflich , sich in die Stoffe der Bibel mehr zu vertiefen, als vorher je geschehen war, und wie es den Zeitgenossen selbst auffallend erschien. Rembrandt hielt sich nicht an die landläufige Ateliertradition, sondern befruchtete seine Phantasie an dem lebendigen Bibelworte selbst. Außer den Porträts seiner oben erwähnten Freunde, Charakterköpfen von Orientalen, der Synagoge, hat indessen Rembrandt nicht nur seinen biblischen, sondern auch historischen udd genrehaften Bildern durch seine ihm eigenthümliche Behandlung des Costüms einen ausgesprochenen jüdischen Charakter verliehen, was bei den Zeitgenossen die Veranlassung wurde, daß gewisse oberflächliche Bezeichnungen des Kunstmarktes wie z. B. die Judenbraut einigen rembrandtischen Bildern verblieben sind. Hier zu erwähnen ist auch, daß Rembrandt, der überhaupt nur dreimal seine Radirnadel der Bücherillustration dienstbar machte, zur Piedra gloriosa seines gelehrten Freundes Mauasse ben Israel vier kleine Radirungen zeichnete. Unter diesen Blättern ist die ja eigentlich unjüdische Abbildung Gottes in der Vision des Ezechiel auffallend und das einzige Beispiel, daß Rembrandt eine solche Darstellung gegeben hat. Beiläufig möge hier erwähnt sein, daß der berühmte Kirchhof Ruysdaels in der Dresdener Gallerte aus noch anhaltenden Studien des Künstlers auf dem Amsterdamer Judenkirchhof hervorgegangen ist. — (Fortsetzung folgt.) f Abonnement«- unb Inseratenannahme _für Frankfurt a M. bei S. furuffutttun, Buchhandl; fürlvürzburgbeiIacobHornberger; A für München bei Hk. Äettelhei«», Färbergraben A 29; für Fürth in Laisern bei W. Dornberger, hebr. u. deutsche Buchbnndlung. ££ .f-ir r m Abonnements- und Inseratenannahrne A Mfür kamburg bei A. Goldschmidt, Buch-L 8 Handlung, Äohlhöfen Nr. 36; für Köln bei 8 2jco frank, ssrobsteigasse 1?: in Böhmen, A 3 Mäbren u. österreich. Schlesien bei Kaeol» er G K. Brandet«, Buchhandlung in Prag, g? - Mr den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. (Eingesandt.) Infolge veränderter Dispositionen wird die Conferenz der Lehrer des Marburger Rabbinatsbezirkes nicht, wie in voriger Nummer berichtet worden, am 25. d. Nt., sondern einige Wochen später stattfinden. Unterricht und Erziehung. Auch weniger gut beanlagte, streng oder nachsichtig zu behandelnde Knaben nimmt ein religiöser Elementarlehrer auf dem Lande in Pflege. Pension 3—400 Mk. Offerten unter Nr. 2218 an die Exped. d. Bl. erb. /Empfehle mein Lager von russischen r'P’Cn, mn*D und sämmtlicheu D’")BD u. s. w. zu billigsten Preisen. B Scheftelowitz, Buchhandlung, 2262) Königsberg (Pr.). HVBeusiou für Schüler in Berlin in streng y* rituellem Hause. Prima Referenzen. Gef. Meldungen 8ud K J> 2015 an Rudolf Mossc, Berlin 6., Königsstraße 56, erbeten._2252 WlinMelle-Gesich. Für meinen Sohn, 15 Jahre alt, im Besitze des Reifezeugnisses für einj. Militärdienstes, suche ich per 1. ob. 15. Mai Lehrlingsstelle in einem lebhaften En- A08-Geschäft. 2272 S. Oswald, Siegburg. Allilitcnfr. junger Manu, gel. Eifen- Händler, sucht Stelle in gl. oderähnlicher Branche. Offerten unter Nr. 2268 an die Exped. dss. Bl. erbeten. Hötel Weil Wildbad (Württb. Schwarzwald). Eröffnung am 15. Mai. Anerkannt str e n g “)t£0. Eigener mit von den Herren Rabbinern Dr. Lehmann in Mainz, Dr. Schiffer, Karlsruhe, Dr. Marx, Darmstadt. Bezügl. Anfragen bis zum 15. Mai richte man an Hotel Weil, 2251 Offenburg in Baden. GrthodoXe Äsraetiten, welche hiesige Schulen oder Geschäfte besuchen, finden freundliche Aufnahme. Näheres bei Frau Dr. Heilbnt, Frankfurt a. M., Schützenstr. 3. 2237

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