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Der Israelit · 1889-04-15 · Heft 30-31 (15.4.1889) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 30-31 (15.4.1889)
Date
1889-04-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXX. Jahrgang. M 80 & 31. Israelit ««* Zcschurun Ieltschrlfl jur Förderung jöd. Geistes und jüd. Kevens in Haus. Gmeindk uud Mule. GenLrak-Hrgan für das orthodore IudentHum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den IS. April 5649 (1889). BPf- Wir geben heule eine Doppelnummer, da wegen des hl. Peßachfestes die nächste Nummer (wiederum eine Doppelnummer) Donnerstag den 25. April erscheint. Leitender Artikel. Kagaday schel Ueßach. Vierte Serie. XI. Mainz, 11. April. „Und zahlreich, wie es heißt: Zu Myriaden wie des Feldes Sprößlinge ließ Ich dich werden." Wir haben im vorigen Kapitel dargelegt, weßhalb der Prophet Jecheskel Israel zu der Pflanze vergleicht. Außer den angegebenen Gründen gibt es noch einen andern. Der Prophet spricht von der Jugendgeschichte in Mizrajim. Gewaltsam suchten die Egypter das sich entwickelnde Volk zu vernichten; allein, sie erreichten das gerade Gegentheil. Wie man das Wachsthum der Bäume und ihre Fruchtbarkeit dadurch befördert, daß man sie beschneidet, so wurde das Wachsthum und die Fruchtbarkeit Israels durch den gegen sie geführten Vernichtungskampf nur vermehrt. Pharao hatte gesprochen p „aus daß es sich nicht vermehre", und Gott sprach roT p „jetzt soll es sich erst recht vermehren". — Diese Erscheinung hat sich im Laufe der Zeiten vielfach wiederholt. Verfolgung und Unterdrückung haben stets die Gottinnigkeit unserer Väter gefördert; nach Hamans Mordanschlag wurde Israel in dem alten Glauben befestigt und gekräftigt; durch den Vernichtungskampf der Syrer gegen unser Volk, stieg dieses, dem Phönix gleich, wie neugeboren aus der Asche empor. — So erfreulich diese Thatsache einerseits ist, so schmerzlich ist andererseits die Wahrnehmung, daß Israel die Freiheit weit weniger zu ertragen vermag als die Unterdrückung. Für die Israeliten in den civilisirten Ländern ist seit einigen Jahrzehnten eine Zeit der Freiheit angebrochen; die Ghettimauern sind gefallen, di y 's r Ausnahmegesetze sind von uns hintm..g r morden. Wie hat unser Volk diese Freiheit benutzt? Eine große Menge unserer Brüder und Schwestern hat das Joch der himmlischen Regierung von sich geworfen und lebt nicht mehr nach den Vorschriften unserer heiligen Religion. Für die treuen Gläubigen in Israel ist gegenwärtig eine Prüfungszeit, schwerer als sie jemals war. Da gilt es, die ganze Kraft und den ganzen Muth zu bewähren, die von jeher die edlen Männer und Frauen Israels ausgezeichnet haben. „Und du nahmst zu und wurdest groß und gingest einher in höchstem Reiz lra: dhb\" Israel war in Mizrajim gleichsam zu einer holden Jungfrau herangeblüht, aber sie war geknechtet und harrte des Befreiers. dh# onsy ’Jtto w 'Ws? pnw nm nr da sandte ihm der Allgütige die beiden Gottesmänner, Moscheh und Aharon, das Werk der Befreiung zu vollbringen. Aber noch war die dem Abraham verheißene Zeit der Knechtschaft nicht zu Ende; es fehlten an den vorausbestimmten 400 Jahren nicht weniger als 190 Jahren myi my nw. Wodurch sollte Israel es verdient haben, daß ihm die Leidenszeit verkürzt werde? Da gab Gott die Gebote, die sich an das Peßachopfer knüpfen, um das Volk vorzubereiten für den unbedingten Gehorsam gegen Gottes heilige Gebote, und durch diesen Gehorsam wurde es befähigt, die Freiheit zu erringen. „Siehe, Gottesfurcht, das ist die Weisheit!" Von dem großen Rabbi Jonathan Elbeschütz wird der Umstand, daß der Prophet unser Volk zu

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