Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 29 (11.4.1889)
- Date
- 1889-04-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXX. Jahrgang. ' m*X M SA. Israelit«»»Jeschurun. Ztttslhüst M FördkNlvg jSd. Gclltes Md W. Lkbklls i» Uns. Gmtiuür Md Klhlllk. Gentrak-Hrgan für das ortöodore Zudenlhum. Herausgegeben von vr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 11. April 5649 (1889). Leitende Artikel Kagadaß schel Ueßach. Vierte Serie. X. Mainz, 8. April, rron nass rna-i (; ,rö 'piir) newty hdd ,i->i -pyBn i3i3j dhip D»ny nya ’froni »Ham »aim im .'nyi ony n«i nos „Und zahlreich, wie es heißt (Jecheskel, C. 16, V. 7): Zu Myriaden, wie des Feldes Sprößlinge, ließ Ich dich werden und du nahmst zu und wurdest groß, und gingest einher in höchstem Reiz; herrlich an Gestalt, und dein Haar lang gewachsen, aber du warst nackt und bloß." Nach einer andern Lesart wird auch noch der vorhergehende Vers vorgeführt: ■po"D ib idini nDDuno “nayw ."N 11313 «n „Und Ich zog an dir vorüber, und Ich sah dich beschmutzt mit deinem Blute, und Ich sprach zu dir: durch dein Blut sollst du leben; und Ich sprach zu dir: durch dein Blut sollst du leben." Die Hagadah führt hier einen, oder nach der andern Lesart, zwei Verse aus dem Propheten Jecheskel an, um den Ausdruck der heiligen Schrift „und zahlreich" zu erklären, unterläßt es dagegen sich auf den schon angeführten Vers 2. B. M., Cap. 1, V. 7 'ijn iavi wram vtb '3m zu beziehen. — Das 16. Kapitel des Buches Jecheskel schildert die Jugendgeschichte Israels, aus wie kleinen Anfängen das Volk hervorgegangen, wie es schon bei seiner Entstehung von den Egyptern geknechtet und mißhandelt wurde und wie es durch Gottes wunderbare Errettung groß und herrlich geworden. Nur zwei Gottesgebote hatte Israel in Mizrajim: das Blut der Befchneidung und daS Blut des Peßachopfers. Und als Gott die Egypter strafte, da verschonte Er um dieser beiden Mizwoth willen die Israeliten. „Und Ich zog an dir vorüber, und Ich sah dich beschmutzt mit deinem Blute, und Ich sprach zu dir: durch dein Blut sollst du leben; und Ich sprach zu dir: durch dein Blut sollst du leben." Diese beiden Mizwoth wurden die Grundsteine zu dem erhabenen Aufbau des israelitischen Volkes. Die Beschneidung ist ein Symbol der Sittlichkeit, das Opfer ist ein Sinnbild des Gehorsams gegen Gott. Ungezügelte Leidenschaftlichkeit und unbezähmbare Auflehnung gegen das Gesetz pflegen die charakteristischen Merkmale der vom Joche befreiten Sklaven zu sein. Dem Volk Israel aber wurden nach der Befreiung vom Sclavenjoche Sittlichkeit und Gehorsam gegen das Gesetz als Grundlagen seines Volkslebens gegeben. In der heiligen Schrift finden wir wiederholt drei Bezeichnungen für die Volksmenge Israels angegeben: wie die Sterne am Himmel, wie der Sand am Meere, wie der Staub der Erde. Jede dieser drei Bezeichnungen weist auf besondere Eigenschaften hin. Die Sterne des Himmels glänzen und leuchten; unbehindert wandeln sie ihre Bahnen, berühren sich gegenseitig nicht und können auch von Menschen nichtt erreicht werden. So ist Israel, wenn es in Gottes Wegen wandelt; jeder einzelne Israelit ist eine ganze Welt. Keiner ist dem Andern im Wege, und Verfolgung und Unterdrückung vermögen Niemanden aus Israels Mitte zu erreichen. — Der Sand am Meere wird mit Füßen getreten. Wohl liegen die Sandkörnchen nebeneinander und berühren sich, aber sie verbinden sich niemals miteinander. Der Sand am Meere ist ein Bollwerk gegen die heranstürmenden Wogen; bergeshoch brausen die