Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 28 (8.4.1889)
- Date
- 1889-04-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXX. Jahrgang. SrilllgeM^28ürs„IsrnM"L„Ieschurun". Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Mafteach Ha-Pijutim. Index zu Dr. Zunz' Literaturgeschichte der synagogalen Poesie von Ad. Gestetner. Herausg. durch das Curatorium der Zuuz - Stiftung. Berlin 1889. In Commission bei I. Kaufsmann. Frankfurt a. M. 8. Jedem Freunde der synagogalen mittelalterlichen Poesie wird das vorliegende Werk recht willkommen sein. Man kann annehmen, daß vielen die Anfänge unserer Pijutim geläufiger sein werden, als deren Verfasser; es ist also ein glücklicher Gedanke zu den die synagogale Poesie behandelnden Werken von Zunz ein Inhaltsverzeichnis zu liefern, das nach alphabetischer Ordnung der Pijutimanfänge aufgestellt ist und den Namen des Verfassers beifügt. Zunz ist uns in dieser Beziehung zur Autorität geworden, und, bei dessen Genauigkeit, darf man das als sicher und unumstößlich annehmen, was er in seinen Angaben, nicht durch ein „vielleicht" oder „wahrscheinlich" als nicht sicher gibt. Für den, welcher sich mit der trockenen Angabe des Verfassers nicht begnügt, sondern noch Weiters über Werk und Autor erfahren will, ist bei jeder Nummer die Seitenzahl des Zunz'schen Werkes, wo über dasselbe berichtet wird, angegeben. Das schön ausgestattete Werk verdient allseitige Beachtung. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland. München. Der Maler, Herr Joseph Israels, erhielt beim Schluß der Jubiläums-Kunstausstellung zu München von dem Prinz Regenten von Bayern die Insignien als Offizier des Michaelordens. Oehringen, 31. März. Die hiesige israelitische Gemeinde feierte vergangenen Freitags ein längst ersehntes Freudenfest, die Einweihung ihrer neuen Synagoge. Hiezu hatten sich eingefunden: Herr Kirchenrath Dr. von Wassermann aus Stuttgart, Herr Rabbiner Dr. Engelbert aus Heilbronn, Herr Regierungsrath Böltz, sämmtliche hiesige Geistliche , Herr Stadtschultheiß Schäuffele und der ganze Stadtrath, Herr Rektor Dr. Barth, sowie sämmtliche Lehrer des Lyceums und der Volksschule und eine große Anzahl sonstiger Ehrengäste von hier und auswärts. Nach dem Abschiedsgottesdienst im Betsaal bewegte sich der Zug durch die Stadt zur neuen Synagoge, welche aufs geschmackvollste dekorirt war und wurde dort durch Musik empfangen, worauf die Uebergabe des Schlüssels unter Ansprache von einem Schulkinde an den Gemeindevorstand Herrn Zirndörfer erfolgte. Als sämmtliche Theilnehmer ihre Plätze eingenommen hatten, wurde von dem durch Herrn Lehrer Schloßmann neu gegründeten und vorzüglich eingeschulten Synagogenchor der Gottesdienst eingeleitet. Die Festpredigt hielt Herr Bezirksrabbiner Dr. Engelbert, welche ebenso gediegen als vom Geiste der Duldung und Liebe getragen war. Die Schlußworte und das Schlußgebet sprach Herr Kirchenrath Dr. von Wassermann, welches dem ganzen Gottesdienste einen würdigen Abschluß verlieh. Abends fand ein aus allen Ständen undConfessionen so zahlreich besuchtes Bankett im Saale des Württ. Hofes statt, daß der große Raum beinahe nicht hinreichte. Nach Begrüßung der Anwesenden durch den Gemeindevorstand brachte Herr Kirchenrath Dr. von Waffermann den ersten Toast auf Se. Majestät den König aus. Vorsänger und Lehrer Herr Schloßmann dankte der israel. Oberkirchenbehörde für ihre Bereitwilligkeit und Unterstützung; sein Hoch galt dem anwesenden Herrn Kirchenrath Dr. von Wassermann. In ungetrübter Festfreude blieben die Teilnehmer bis lange nach Mitternacht versammelt. Der Samstag Vormittag 9 Uhr abgehaltene Festgottesdienst verlief ebenfalls in würdigster Weise. A. Frankfurt a. M., 1. April. Heute feierte Herr S. Königshöfer, Schochet bei der hiesigen Religionsgesellschaft, im engsten Familienkreise, das Fest seiner 25jährigen Funktionirung. Derselbe wurde im jugendlichen Alter von 19 Jahren am 1. April 1864 in Sulzburg, bayer. Oberpfalz, als Schochet angestellt, woselbst er zur Zufriedenheit Aller seiner Amtspflichten oblag. Auf dringendes Verlangen des Distrittsrabbiners R. Seligmann Bär Bamberger ^sr, der ihm Kaboloh ertheilte und ihn als tüchtigen Schochet schätzte, sollteer im Jahre