Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 27 (4.4.1889)
- Date
- 1889-04-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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MWrlst zur FSrdrmg D. Gcilies »nt, jSd. Kkbrus in Anus. Grmluüe und Klhule. Kentrat-Hrgan für das orLöodore ZudenLHum. Herausgegeben von Vr. Lehmann in Mainz. L'UoN/lü: dluTig M ftff. X%%. Jahrgang. Israelit««»Ieschurun Donnerstag, de« 4. April 5649 (1889)« Leitende Artikel Kagaday schel Weßach. Vierte Serie. VIII. Mainz, 1. April. UW D'2'12O ‘'IW 1d!?D ,'N^> DB' '7IN „Und er ward dort zu einem Volke, das will lehren, daß die Israeliten dort ausgezeichnet waren." Das Wort D'nsa wird von den Erklärern verschiedentlich gedeutet. Raschi erklärt: oipDD ibdndjp onjn mero nbw nn« tvd im „sie lebten in einer gesonderten Provinz und zerstreuten sich nicht über die verschiedenen Städten des Landes." Don Jizchak Abarbanelsagt: Sie bildeten dort eine getrennte und von den Egyptern gesonderte Nation. Wiewohl sie 210 Jahre in Egypten wohnten, so vermischten sie sich nicht mit den Bewohnern des Landes, wie es anderen Stämmen ergangen, die mit den ursprünglichen Einwohnern sich vermischten und mit ihnen zu einem Volke wurden. Die Israeliten aber veränderten nicht ihre Namen, ihre Sprache, ihre Kleidung und ihre Religion. Das Wort p'rr bedeutet ein Zeichen, an welchem Jemand kenntlich ist. Im Midrasch wird dieser Ausdruck auf das sittliche Verhalten der Israeliten bezogen, 'vw nnjn rrvvbv onwp sie waren abgeschlossen sowohl von den Egyptern wie unter sich in der Beziehung, daß sie die strengste Sittenreinheit beobachteten. Sowohl im Alterthum als auch in der heutigen Zeit , stand und steht die Bevölkerung Egyptens in sittlicher Beziehung in keinem guten Rufe. Im Laufe der Jahrtausende hat die Bevölkerung dort vielfach gewechselt. Bon den Ureinwohnern ist heute kaum noch eine Spur vorhanden; ebenso wechselten die Religionen, und zu allen Zeiten ist die Sittenlosigkeit in Egypten dieselbe geblieben. Um so der dienstvoller war die sittliche Haltung der Kinder Israel in Mizrajim. Bon allen Frauen und Jungfrauen wird nur eine namhaft gemacht, welche ein unsittliches Verhältniß mit einem Egypter etngegangen. Alle diese Erklärungen stützen sich auf das Wort "ü, welches „Volk, Nation" bedeutet. Israel wurde in Mizrajim aus einer Familie zu einer Nation, gesondert durch Sprache, Namengebung, Kleidung, Religion, Sittlichkeitsverhalten und abgegrenzten Aufenthaltsort. Die von uns oben angegebene Lesart ist die des Abarbanel, und sie findet sich in vielen Hagadoth. Andere haben die folgende Lesart: uw D'M!M ‘'iw uw w. „Und er ward dort zu einem großen Volke, das will lehren, daß die Israeliten dort ausgezeichnet waren." Hiernach ist es nicht das Wort »u allein, sonauch das Wort toj, aus welchem jene Folgerungen gezogen werden. Rabbi Elieser Aschkenast macht die Bemerkung, daß Onkelos ^>ru Dp manchmal mit »» noj; und manchmal mit nm übersetzt. Es geht daraus hervor, daß das Wort fru eine doppelte Bedeutung hat, daß es sowohl „groß an Zahl" wie „groß an Bedeutung" bezeichnet. Auch hier übersetzt Onkelos nm ndv „ein Volk, groß an Bedeutung"; es ist also die sittliche Größe der Israeliten hervorgehoben, und mit Recht deutet daher der Midrasch das Wort dwd auf die sittliche Reinheit Jraels. Wenn auch die Israeliten, wie wir oben nachgewiesen haben, von dem Aufenthalt in Mizrajim nicht ganz unberührt blieben, wenn auch viele von ihnen zum Götzendienste der Egypter verführt wurden, so erhielt sich doch das Volk im Großen und Ganzen rein und unvermischt. Sie bewahrten ihre