Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 26 (1.4.1889)
- Date
- 1889-04-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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WWWWSWWMW ■br. Euchhanil 'C^KFURT *'5 Israelit««»Zeschmun Mslhüst M FSrdrrnng lüü. Geistes Md iiiö. Kedens in Hans. Gemeinde and Klynir. Gentrak-Hrgan für das orthodoxe Judentum. Herausgegeben von Vr Lehmann in Mainz. Montag, den 1. April 5649 (1889). Leitende Artikel Kagadah schek Weßach. Vierte Serie. VII. Mainz, 28. März. „Und jetzt hat dich gemacht der Ewige, dein Gott, wie die Sterne am Himmel, so zahlreich." Die erste Verheißung, daß die Israeliten werden sollten, wie die Sterne am Himmel, ist unserem Vater Abraham zu Theil geworden. „Und Er führte ihn hinaus, und Er sprach: Schaue doch auf den Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie wirst zählen können! Und Er sprach: Also wird sein dein Same." (1. V. M., Cap. 15, V. 5.) Unsere Weisen machen im Midrasch Rabbah ('2 'd nman) die Bemerkung, daß diese Worte Gottes einen Widerspruch zu enthalten scheinen. h'D'lD DN D'3313n TIDDI 7I17I "QNN HD bbin ds noiNi inn t.bdi idx» 'v Zuerst befiehlt Gott: Zähle die Sterne, und dann fügte Er hinzu: wenn du sie wirst zählen können — wie kann Gott befehlen, die Sterne zu zählen, wenn man sie nicht zählen kann? Allein, so lehren die Weisen, der Vorgang war ein ganz anderer als er gewöhnlich aufgefaßt wird; zuerst zeigte ihm Gott einen Stern, dann zwei, dann drei, dann zwölf, dann siebenzig — und darauf bezieht sich die Aufforderung: zähle die Sterne! Hierauf aber erglänzten am Firmamente zahllose Gestirne, und in Bezug auf diese sprach Gott: Tsv> dn □hin „diese wirst du nicht zählen können." Der Midrasch selbst erklärt und deutet uns seine Angaben. Zu Abraham's Zeiten war das Menschengeschlecht in Götzendienst versunken; in j Folge dessen hatte Gott Seine besondere Fürsorge! rvcrß nroiwi von der Menschheit abgezogen und ihre Geschicke dem Walten der Naturgesetze überlassen. Als aber Abraham den einzigen Gott erkannte, Ihm sein Leben weihete und mit der größten Aufopferung und Hingabe die Gotteserkenntniß zu verbreiten suchte nsnnn inw wrn da führte Er ihn gleichsam hinaus, aus dem Bereiche der Naturgesetze und nahm ihn unter Seine besondere Obhut. Und Er ließ ihn Hinschauen auf das Himmelsgewölbe. Dieses aber lag in tiefster Finsterniß, und nur ein Stern leuchtete am Firmament. Dieser eine Stern war Abraham, welcher die ganze Welt erleuchtete, da die gesammte Menschheit in Fiusterniß versunken war. Nach einiger Zeit gesellte sich zu dem einen Stern ein zweiter. Das war Jizchak, der in seines Vaters Wegen wandelte und mit ihm zusammen eine Leuchte des Weltalls wurde. Und ein dritter Stern leuchtete auf am Himmel, Jakob, der Forscher in der Gotteslehre, der vollkommene Mann, der würdige Genosse seines Vaters und seines Großvaters. Nunmehr erschienen die zwölf Sternbilder am Himmel, die Söhne Jakob's, die :r »83», die gotterkorenen Stämme, und bald darauf tauchten siebenzig Sterne auf, das sind die siebenzig Personen, welche die Familie Jakob's bildeten, als diese in Mizrajim ankamen. Bis dahin konnte Abraham die Gestirne zählen; dann aber erschienen die Sterne in unzähliger Menge am Horizonte, so daß es unmöglich wurde, ihre Zahl zu bestimmen. Das sind alle die Edlen und Frommen in Israel, welche die Welt erleuchtet haben und erleuchten werden bis zu den spätesten Zeiten, wie es heißt: Und die, so die Menschheit belehren, werden leuchten wie der Glanz des Himmels, und die, so die Menge zur Tugend führen werden, leuchtenwie die Sterne in Ewigkeit.