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Der Israelit · 1889-03-28 · Heft 25 (28.3.1889) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 25 (28.3.1889)
Date
1889-03-28
Page
– (sequence 21)
Language
German
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WW Alätter für die israelitische Schule. (Erscheinen in zwanglosen Nummern.) WrthodoLe MuderrtHumÄ -<^/W OS ESv5' mem m&j, g| wm mwaaaEämä©, R». 8.1 4. M-LIADchs Dttttzr rm Kr. Ltz. 4r»» März. Inhalt: Einiges über sittlich-religiöse Erziehung. — Anregung bez. Vorschläge zur Gründung eines allgemeinen deutsch-israel. Lehrerbundes. — Büchermarkt. — Einiges über sittlich - religiöse Erziehung. Von Rabbiner L. Höxter in Wollstein. Es ist eine tiefe Wahrheit, daß eine richtig geleitete Erziehung wesentlich mit zum Glück der Menschheit beiträgt. Von hoher Bedeutung im besonderen ist die sittlich-r eligiöse Erziehung. Sie macht den Segen des Hauses aus, trägt zum Gedeihen der Familie bei, ja sie bildet den Grundpfeiler der menschlichen Ordnung. Wie oft treten im Leben Versuchungen und Zweifel an den Menschen heran, wie oft wird er vor schwierige Probleme gestellt, die den ganzen Mann erfordern, die die geistige Selbstständigkeit und gediegene Ausbildung des Charakters erheischen, um einestheils im richtigen Augenblick einen entscheidenden Schritt zu thun und mit vollem Mannesmuth vom Herzen herunter die Wahrheit zu sagen und für sie einzutreten, wenn man dadurch auch mit einer großen Menge in Conflict geräth; andererseits — um mit einem modernen Schriftsteller zu reden — sich mit Selbstüberwindung zu sagen: „Viel wichtiger, als was wir thun wollen, ist's zu erwägen, was wir lassen sollen." Was ist es, daß unser Volk und unsere Religion vor der traurigen Erscheinung so vieler anderen Völker, die mit Riesenschritten ihrer Auflösung entgegengeeilt, bewahrt und zu stets erneutem, verjüngtem Dasein geführt? Sicher neben der Göttlichkeit seines Ursprungs das Moment, daß sich in jedem Zeitalter Männer gefunden, die den Ausspruch der Mischna zur Wahrheit gemacht: p'N nvr£ iw — Männer, die sich, wenn sie gesehen, daß keiner aus seiner Ruhe, Bequemlichkeit und Sorglosigkeit heraus, den ersten Anfang zu einem großen Unternehmen, zu einer edlen Handlung machen wollte, aufrafften, den richtigen Augenblick erfaßten, selbst die augenblicklich friedliche und freundliche Beziehung der Menschen bei Seite ließen und ihr ganzes Streben und Trachten darauf richteten, Mittel und Wege zu ersinnen, die eine sichere Gewähr und Bürgschaft für die Zukunft einer großen Idee bieten. Ein solches Verhalten und Handeln soll durch die sittlich-religiöse Erziehung herbeigesührt werden. Wie erreichen wir nun dieses Ziel? Vor allem durch das gute Beispiel, das Eltern und Lehrer geben. Beide müssen den Kindern leuchtendes Vorbild in Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Treue, Biederkeit, Milde, Friedensliebe, Gottesfurcht und Scheu vor Sünde sein. Wie oft wird der erste Keim des Unftiedens durch das Elternhaus in die Kindesseele gepflanzt! Das Kind hört die rauhen, barschen

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