Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 22 (18.3.1889)
- Date
- 1889-03-18
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447947-2447970--28209-2475880- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
WWW 406 gesunden, läßt dasselbe als vollkommen gesichert erscheinen. Eine genügende Zahl von Anmeldungen ist bereits hier eingelaufen. Prag. Herr Oberrabbiner Marcus Hirsch hat die Berufung nach Hamburg angenommen. Rußland. J-a. B-l. St. Petersburg. Wie die „Now. Wremja", dem „NoworoßiZki Telegr." entnimmt, erfährt die Emigration der Juden aus Rußland alljährlich eine namhafte Steigerung. Nachdem vor einem Decennium die Auswandererzahl zwischen 2—3000 des Jahres schwankte, hob sie sich während der Judenkrawallenepoche bis 10—15060. Später sank sie wiederum, um dann einen noch erheblichem Aufschwung zu nehmen. Im Jahre 1886 schifften sich im new-yorkischen Hafen 18000 aus Rußland, 1887 — mehr als 25000 und im ebenverwichenen 1888 ca. 33000 ein. Darunter bildet das polnische und rechtgläubige Element nicht mehr als 10 pCt. der Gesammtmaffe, während sich der ganze übrige Theil derselben aus Hebräern refrutirte, die vorherrschend der polnischen und litthauischen Gouvernements entstammen, obgleich hier auch das südliche Rußland mit einer beträchtlichen Ziffer von Repräsentanten vertreten ist. Diese Daten regiftrirend, bemerkt der „Wos'hod": „Wird nicht die „New-Wrem." die Güte haben, uns freundlichst einigermaßen die seltsame Erscheinung zu erklären, die darin besteht, daß die Juden, die doch, nach den häufigen Versicherungen dieses Blattes, in Rußland nicht nur alles irdischen Glückes sich erfreuen, sondern auch alle Erwerbsquellen besetzt halten, sich dennoch entschließen können, dem heimathlichen Eldorado den Rücken zu wenden, um die unsichere, nichtsverheißende Weite in einer alljährlich sich so ungemein progressirenden Quantität zu suchen? — J-a B-l. Cherson. Wie die örtlichen Zeitungen berichten, ist neulich auf die von der chersonschen Eparchie angeregte Frage bezüglich der Confessionsgehörigkeit ausgesetzter Kinder mit Anzeichen jüdisch-ritueller Beschneidung, ein Gutachten des cherson'schen Consistoriums erfolgt, wonach solche Subjekte im griechisch-orthodoxen Glauben zu taufen seien. Diese Resolution wird dadurch motivirt, weil das Aussetzen eines schutzlosen Kindes auf der Straße als ein beredtes Zeugniß für das Lossagen der Eltern vom betreffende Kinde aufzufassen sei. Eine analoge Frage, vor einigen Jahren in Kijew aufgeworfen, ward s. Z. in ähnlichem Sinne entschieden. Wir können nicht umhin, dem „Wod'chod" unsere Zustimmung zu bekunden, der die erwähnte consistorielle Entscheidung, gerechter Weise, auf's Schärfste mißbilligt und diese als uncorrect bezeichnet. Zutreffend ist seine Bemerkung, daß der Umstand, wo Eltern armuthshalber, sich ihrer Kinder, wenn auch auf nicht gutzuheißendem Wege, entäußern, keineswegs den Ausschlag bei Entscheidung der Religionsfrage dieser Individuen, geben darf, daß da vielmehr der entgegengesetzte Wille der Eltern zu respectiren sei, welchem doch durch Vollziehung des Beschneidungsaktes lebhafter Ausdruck verliehen worden ist. Seine Enunciation schließ der „Wod'chod" mit folgendem Passus: Es erscheint uns sachlich, daß wenn die örtlichen Rabbinen die qu. Frage zuständigen Orts anhängig machen würden, deren Entscheidung sodann eine ganz andere Schattirung erhalten werde. J-a. B-L Odessa. Zum Beginne des nächsten Frühlings wird hier zur Errichtung eines Asyls und einer Volksschule geschritten werden. Zur Bestreitung der Baukosten wird das hiezu vom verstorbenen I. M. Brodski vermachte Eapital verwendet werden. Die nöthigen Vorkehrungen nähern sich bereits ihrem Ende. Freitag, 22. März, 19. Adar II. Samstag, 23. März, 20. Adar II ms riEHD ’ J»D W Sabbat-Ausgang 7 Uhr — Min. (Mainzer Uhr). iifiiF Briefkasten der Expedition: Herrn S. Neumann, vormals in Ullrichsiein: Ersuchen Sie um Ihre jetzige Adresse, da Brief an Sie als unbestellbar zurückkam.