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Der Israelit · 1889-03-18 · Heft 22 (18.3.1889) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 22 (18.3.1889)
Date
1889-03-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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’br. EuchhancluÄg XXX. Jahrgang M SS. Israelit m Zeschurun. Ucitrdirift jut FörderW Md. GMes unD iiiö. ftbcns in Am. Gkwelllde und Mule. Kentrak-Hrgan für das ortöodoXe IudenIHum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 18. März S«4S (1889). 8W~ Da mit dem 1. April 1889 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Leitender Artikel. Kagadah schek Weßach. Vierte Serie. III. Mainz, 14. März. 'S by dun ,nö’isö in „Und er zog hinab nach Mizrajim — gezwungen durch den göttlichen Befehl." Die Erklärung der Hagadah scheint mit dem Wortlaute der heiligen Schrift im Widerspruche zu stehen. „Und er zog hinab nach Mizrajim" — woraus sollen wir folgern, daß die Reise nach Mizrajim keine freiwillige war? Als Jakob die Kunde erhielt, daß Joseph noch lebe,. da rief er aus: „Genug der Freude, daß mein Sohn Joseph noch lebt! Ich will hingehen und ihn sehen bevor ich sterbe" — was also berechtigt den Baal Hagadah zu lehren, daß Jakob nur gezwungen durch den göttlichen Befehl die Reise nach Mizrajim angetreten habe? Auch in dem in Rede stehenden Verse scheint nichts anzudeuten, daß diese Reise keine freiwillige gewesen. — Wenn wir jedoch die Ausdrucksweise der heiligen Schrift genau beobachten, so werden wir erkennen, daß die Erklärung der Hagadah eine wohlbegründete ist. Wir finden in der heiligen Schrift für die Reise von Kenaan nach Mizrajim zwei Ausdrücke: N2 „kommen" und it „hinabziehen". Der zweite Ausdruck hat darin seine Begründung, weil das Land Kenaan höher liegt als das Land Mizrajim. Demnach sollte für eine solche Reise immer der Ausdruck it gebraucht werden. Dagegen heißt es 1. B. M., Cap. 46, V. 8 tid'Iüd er Nun 02 map n*?Ni. „Und dieses sind die Namen der Kinder Israel, die da kamen nach Mizrajim"; ähnlich daselbst V. 26 und 2. B. M., Cap. 1, V. 1. Warum gebraucht nun die heilige Schrift bald diesen, bald jenen Ausdruck? Das Wort it hat nicht nur die örtliche Bedeutung des Hinunterziehens von einem höher zu einem niedrigergelegenen Orte, sondern auch die übertragene des Sinkens, des Herunterkommens. Jakob, der ein Prophet war, wußte sehr wohl, daß die dem Abraham gewordene Verkündigung der Knechtung, in Mizrajim ihre Erfüllung finden würde. Wohl sprach er, als ihm die Freudenbotschaft, daß Joseph noch lebe, überbracht wurde, ■UNiNi rob» „ich will hingehen, um ihn zu sehen, nicht aber unini Tin, ich will hinabziehen, um ihn zu sehen. Er hätte ja bis an die Grenze reisen, dort eine Zusammenkunft mit dem geliebten Sohne haben und dann nach dem Lande Kenaan zurückkehren können. Daß Jakob sich fürchtete, nach Mizrajim hinabzuziehen, ergibt sich aus der göttlichen Erscheinung, die ihm zu Theil wurde. „Und Er sprach: Ich bin der Allgütige, der Gott deines Vaters; fürchte dich nicht, hinabzuziehen nach Mizrajim, denn zu einem großen Volke werde Ich dich dort machen. Ich werde mit dir hinabziehen nach Mizrajim, und Ich werde dich wieder heraufführen, und Joseph wird seine Hand auf deine Augen legen, (das heißt, du sollst in Mizrajim bis zu deinem Tode verweilen)." — Wo jedoch die Knechtschaft nicht unmittelbar bevorstand, da gebraucht die heilige Schrift den Ausdruck N2 „kommen." „Und dieses sind die Namen der Söhne Israels, die da kamen nach Mizrajim, mit Jakob ihrem Vater, ein jeder und seine Familie kamen sie, das heißt, in hohem Ansehen und in großem Wohlstände, da keiner von den zwölf Söhnen Jakobi die Erniedrigung und die Knechtschaft erlebte.

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