Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 19 (7.3.1889)
- Date
- 1889-03-07
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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?{■ s I I I k"; \ />. ■ \ ') 1 f 354 Wiesbaden verstorbenen Rentners, Herrn Adolf Schwerin aus Clausthal, im Betrage von M. 1000. — Ebenso gedenken wir mit anerkennendem Danke der rührigen Thätigkeit, welche mehrere Mitglieder im Laufe des Jahres zu Gunsten unseres Vereins entwickelt hatten, infolge deren sie nicht unbedeutende Summen unserer Kasse zu überweisen imstande waren. Mögen die Bemühungen dieser aus dem Gabenverzeichnisse zu entnehmenden Förderer unserer guten Sache zu häufiger Nachahmung anspornen! Zum Schluffe richten wir an alle unsere Mitglieder und Gönner die herzliche Bitte, in ihrer Opfewilligkeit nicht nachzulaffen und uns durch wirksame Unterstützung unser segensvolles Werk fördern zu helfen! Frankfurt a. M., Februar 1889. Im Aufträge des Vorstandes: Adolf Teblse, Vorsitzender. Wongrowitz, 18. Febr. Sonntag, den 10. dss. Mts., ist die Frau des Rabbiners, Herrn M. Borchard, in Posen, in 73. Lebensjahre nach kurzem Krankenlager in ein besseres Leben eingegangen. Wenn irgend eine Frau in Israel es verdient, daß ihr ein Nachruf gewidmet wird, so ist dieses bei der Dahingegangenen der Fall. Sie war der Besten und Edelsten eine, sie vereinigte in sich alle Tugenden einer n&s. Wahre, ungeheuchelte Frömmigkeit, gepaart mit unbegrenztem Gottvertrauen, das sie in allen Lagen des Lebens aufrecht erhielt, ein zufriedener, genügsamer Sinn, der sich in der innigsten Dankbarkeit gegen Gott auch nur für die geringste Wohlthat offenbarte, bildeten die Grundzüge ihres Charakters. Das Wort des Gebets war heimisch auf ihren Lippen, und hat sie niemals ohne ".in nbsn sich zur Ruhe begeben. Dabei hat sie aber auch der treuen Erfüllung der häuslichen Pflichten voll und ganz Rechnung zu tragen gewußt. Durch eine musterhafte Ordnung und Sauberkeit verstand sie es, ihr Haus zu einer freundlichen und behaglichen Stätte, zu einem wahren Tempel ehelichen Glückes zu gestalten. Ihrem Gatten war sie in dem 57jährigen Zusammenleben eine treue, liebevolle Gefährtin, eine wahre vn» n*j?. Ja, die Pflege und das Wohl desselben, sowie das der Kinder, die nun allesammt wohlversorgt und geachtete Stellungen im Leben einnehmen, waren die Ziele ihres unausgesetzten Denkens und Strebens. thätiger, von wahrer Menschenliebe erfüllter Sinn. Weit über ihre bescheidenen Verhältnisse hinausgehend, hat sie ihre jüngeren Geschwister und verschiedene andere Verwandte in ihrem Hause auferzogen, sie mit wahrhaft mütterlicher Liebe und Sorgfalt umgeben und als brauchbare Glieder der menschlichen Gesellschaft ausgerüstet. Was Wunder daher, daß sie sich bei Allen, die sie kannten, die Liebe und Achtung in einer Weise erfreute, wie sie selten einem Menschen zu Theil wird und wie sie sich auch beim Leichenbegängnisse so sehr dokumentirte. Eine zahlreiche Menschenmenge versammelte sich im Sterbehause, wo der ehrwürdige Rabbiner, Herr Dr. Feilchenfeld, in seiner gewohnten meisterhaften Weise, anlehnend an die Worte Hn: j'N nvjp-iy O'M rran ein Lebensbild der Verstorbenen entwarf und mit der Mahnung an die Kinder und Enkel schloß, in ihrem Geiste zu leben, ihren Fußtapfen nachzuwandeln. Nach einem tiefergreifenden Abschiedsworte des Herrn Cantors S o r a s o h n, des Schwiegersohnes der Verstorbenen, wurden die irdischen Ueberreste derselben der Mutter Erde übergeben. Möge sie dort in jenen lichten Höhen der Lohn ihrer Tugenden empfangen, und möge der Herr das tiefgebeugte Herz des greisen Gatten aufrichten und ihm lindernden Balsam des Trostes spenden. Nicht unterlassen kann ich hierbei, die musterhafte Ordnung und Präzission rühmend hervorzuheben, mit der der ganze Akt der Bestattung von Seiten der rwnp rmn ausgeführt wird, die alten, von echt jüdischem Geiste getragenen pns \amö, die in ihrer Schlichtheit einen weit erhebendern Eindruck machen als alles Prunkvolle der neuern Zeit und die ein Zeugniß ablegen, daß Posen noch immer ist eine dm tjj. Nischkowsky. Rußland. W. Kijew, 20. Februar. Ein 105 Jahre alter Israelit wurde dieser Tage von der Polizei arretirt, da er nicht das Recht zum Aufenthalte in der Stadt besaß. Es wäre in der That viel besser und rathsamer, wenn sich unsere Aufsichtsbehörden in anderer Weise um das Wohl der Bürger verdient machten. Es ist hier noch so vieles zu thun übrig, daß man sich nicht an einem Mann zu vergreifen braucht, der nur noch eine kurze Zeit zu leben hat. Bei seiner Gebrechlichkeit und Schwäche wäre er sicherlich Niemandem gefährlich geworden. Was aber allen diesen Tugenden die Krone aufsetzte, das war ihr mitfühlendes Herz, ihr wohl-