Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 19 (7.3.1889)
- Date
- 1889-03-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXX. Jahrgang. br. nucaJh^i IsraelitJeschurun. Irttschrlfl M FSrdemg D. Geistes Md jSd. Kebens in Uns. Gemeinde nnd Schule. Gentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 7. März 5649 (1889). Leitende Artikel. Kagaday schel Mßach. Vierte Serie. H. Mainz, 4. März. Mit dieser vierten Serie und dem in Rede stehenden Satze 'oi nobi ns beginnt die eigentliche Hagadah schel Peßach, wie unsere Weisen lehren (Pesachim 116 a.): hi •ncrt? iy ’3n tun ’d-ind tnm „Und er (der Vater) erklärt (den Kindern) von ’d-in *3« ton (5. B. M., Cap. 26, V. 5) an, bis er den ganzen Abschnitt vollendet." Hier haben wir nun eine einfache Erklärung des ns; es knüpft an das «nm der Mischnah an: „Jetzt gehe hin und lerne aus den Aussprüchen der heiligen Schrift die Geschichte unseres Festes zu erklären." Wir kommen nun dazu, die zweite von uns aufgeworfene Frage zu erörtern: warum wird hier der Ausdruck "ipy^, „zu entwurzeln" gebraucht, da es doch im Anschlüsse an das Vorhergehende r\t>z>b, „zu vertilgen", oder an das Folgende „zu vernichten" hätte heißen sollen? Die Beantwortung dieser Frage führt uns in die Tiefe des Verständnisses des in Rede stehenden schwierigen Schriftverses. Wir lesen in der heiligen Schrift (3. B. M., Cap. 25, V. 47): .u nnsiPD -ipj£ in *py ntsnn *döji. „Und er (dein verarmter Bruder) wird verkauft dem Fremdling, dem Beisassen bei dir oder dem Eker einer fremden Familie." Wir haben daS Wort Eker unübersetzt gelassen, weil es sich nicht gut übersetzen, sondern nur erklären läßt. Unsere Weisen in Siphra (vergleiche auch Kiduschin 20, Baba Kama 113) lehren: “ij nnDLPD ,n^3j ^>din i: ,t 3tsnn ,pns -u m .nosy ü"Dy^ “i3üjn n* npy^ w “iöin ni.-ibo p'ioyn m „Die heilige Schrift führt hier vier Arten an. Der vollständig zum Judenthume übergetretene Fremdling heißt Ger, der Fremdling, welcher nur dem Götzendienst entsagt hat, heißt Thoschab, der götzendienerische Fremdling heißt Mischpachath Ger, und Eker bedeutet den Götzendienst selbst, also den Götzentempel, derart, daß Jemand dem Götzentempel als Diener, etwa als Holzhacker oder Wasserträger verkauft worden ist." (Vergleiche auch Raschi zur Stelle). Hieraus lernen wir, daß das Wort Eker „Götzendienst" bedeutet. Jakob war heimlich dem Laban entflohen. Als Laban das erfuhr, da verfolgte er seinen Schwiegersohn und holte ihn ein am Berge Gilead. „Und es kam Gott zu Laban, dem Arammi, im Traume der Nacht, und sprach zu ihm: Hüte dich, damit du nicht redest mit Jakob vom Guten zum Bösen," Wir haben bereits erwähnt, daß unsere Weisen (Jebamoth 67) die Frage aufwerfen, warum Laban nicht Gutes mit Jakob reden sollte, und daß sie antworten: Alle Güte der Frevler ist böse bei den Frommen. — Auch dieser Ausspruch der Weisen bedarf der Erklärung. Aus den Worten Labans geht nicht im Entferntesten hervor, daß er die Absicht gehabt habe, die Familie Jakobs, seine eigenen Töchter und Enkel, zu tödten. Spricht er es doch selbst aus, daß die Töchter seine Töchter und die Söhne seine