Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 16 (25.2.1889)
- Date
- 1889-02-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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296 der Richtigkeit halber, veranlaßt Ihnen hierdurch mitzutheilen, daß R. Salomon Schur nicht in Mohilew, sondern in unserer Stadt (Witebsk) lebte, und Hieselbst gestorben ist. Derselbe gehörte zu den hervorragenden Männern unserer Stadt und hat ein bedeutendes Kapital zu Gunsten der hiesigen Wohlthätigkeitsvereine hinterlassen. Palästina. Jerusalem, 27. Januar. Auch die hiesige deutsch-israelitische Colonie hat den 30. Geburtstag des Kaisers Wilhelm II. heute festlich begangen. Schon am gestrigen Sabbate wurde im Bethause Ahawat Zion der deutsch-israelitischen Gemeinde nach der Thoravorlesung von dem Vorsteher das Kaisergebet gesprochen. Heute versammelten sich ebendaselbst die Mitglieder der Colonie unter Führung der Vorsteher, der Herren Selig Hausdorff, Abraham Kohn Sachs, Gabriel Schlang, Lazarus Chajim Hausdorff, Fischel Sachs, S. Lebrecht u. s. w. Diese begaben sich zu dem Vertreter Sr. Majestät Dr. v. Tisch endorf zur Beglückwünschung und wurden von diesem in Gegenwart aller Pastoren, Direktoren, Lehrer und Vorsteher der deutschen Anstalten empfangen. Der erste Vorsteher, der bereits seit 42 Jahren hier thätige Selig Hausdorff las und überreichte ein herrliches Gebet, worauf Herr v. Tischendorf erwiederte: „Da Sie in Ihrem Gebet Frieden und Eintracht erwähnt haben, so kann ich nur hinzufügen, daß es mein heißester Wunsch wäre, daß nicht nur in unserem Deutschland, sondern allenthalben Friede und Eintracht unter allen Glaubensbekenntnissen bestehen mögen." Als ein Glas Champagner unter Hinweis auf die religionsgesetzlichen Bestimmungen dankend abgelehnt worden, ließ der Herr Reichskonsul Bier reichen und brachte ein Hoch auf den deutschen Kaiser aus, worauf er vom Sekretär Dr. Schmidt das von allen deutschen Colonien an Se. Majestät gesandte Telegramm vorlesen ließ und sich mit der Deputation noch lange unterhielt. So feierten wir auf heiliger Stätte den Geburtstag unseres vielgeliebten jugendlichen Kaisers. — Auf die Veranlassung des Herrn Hausdorff wurde hier im Beth-Hamidrasch der Ahawat-Zion unter Anwesenheit sämmtlicher Mitglieder der deutschen Gemeinde eine Trauerrede auf Rabb. Hirsch von Herrn Chaim Hausdorff gehalten, eine zweite vom Rabb. Jizchak Ventgrad auf denk Berge Zion im Armenpilgerhanse und eine dritte auf Veranlassung des Oberr. Diskin im israel. Waisenhandwerkerhause von Herrn Selig Hausdorff. Diese Reden sollen im Druck erscheinen und für den Erlös am Südostabhange des Zion mit einer Aussicht auf das Kidronthal, wenn es möglich sein wird, eine bleibende Erinnerung an den großen Verklärten gestiftet werden. Feuilleton. Aus Kronprinz 7..'.7, Orieutrelse. „Abraham, der Patriarch, — so spricht der hohe Schriftsteller — König eines Nomadenvolkes, Herr eines unermeßlichen Besitzes, unzählbarer Horden, edler Pferde, prachtvoller Hütten rc., dieser kluger und gelehrter Greis, der in mystischen, aber nur in von Lebensweisheit durchdrungenen Sätzen gesprochen, Urahn eines edlen Volkes; — wahrlich nur im Orient, nur in diesem Lande kann er gelebt haben. Geändert haben sich die Zeiten, geändert die Religionen der Form nach, aus denen im Alterthum eine große Anzahl entstand. Gleich in der Grundidee, wesentlich ganz übereinstimmend und in den Ceremonien abweichende Religionsbekenntnisse, ist nur die einzige rein geblieben und das ist das mosaische Religionsbekenntn i ß. — Aber das Volk, die Juden, sein auserwähltes Volk, hat verloren sein Land, seine staatliche Macht, und der ewige Jude ist unsterblich, zertheilt auf dem ganzen Erdball seinem Typus und Glauben unverfälscht erhalten. Der Westen hat ihnen alles weggenommen, hat sie auf den Erdball zerstreut, aber ihre Wesentlichkeit auszurotten war er nicht im Stande, und so lebt noch heute das alte viel gekränkte Volk und hat Anwartschaft auf das gerechte Urtheil der Weltgeschichte." Druckfehlerberichtigung. In der „Hamburger Plauderei" in der letzten Nummer muß es, von anderen leichter erkennbaren Druckfehlern abzusehen, heißen nicht „Hanomebnrg", sondern „Hammaburg", nicht „Demuth", sondern „rührende Temuth", nicht „das", sondern „deß mögen die Hamburger versichert sein", nicht „wacker", sondern „wackerer". Wochen - Kalender. Freitag, 1. März, 28. Adar I. Samstag, 2. März, 29. Adar I fl "DD 'p&? '3 Hip 3 Sonntag, 3. März, 30. Adar I n"“f! 'N Dl’ Montag, 4. März, 1. Adar II rTTl 'D Dl’ Sabbat-Ausgang 6 Uhr 30 Min. (Mainzer Uhr). 1865