Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 15 (21.2.1889)
- Date
- 1889-02-21
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2447947-2447963--28067-2475731- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XXX. Jahrgang. Erste Beilage jn j?15 ües „3srncüt“&„3e('tl)unmt‘. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland. Berlin, 18. Februar. Die heutigen Montagsblätter verzeichnen das „glaubwürdige Gerücht" von der bevorstehenden Amtsentsetzung des Hofpredigers Stöcker. Wir gedenken uns mit dem allerdings glaubhaften Gerüchte erst näher zu beschäftigen, wenn die Ereignisse ihm Recht geben. Jedenfalls ist das Triumphgeschrei der liberalen Blätter recht thöricht und unzeitgemäß. — Herr Rudolf Hertzog, die bekannte „unbekannte Größe", welche ungezählte Tausende in dem vergangenen Jahrzehnt für die antisemitische Bewegung gespendet, hat anläßlich seines 50jährigen Geschäftsjubiläums den Kronenorden zweiter Klasse erhalten. Der Grund dieser hohen kaiserlichen Gnadenbezeugung ist selbstverständlich nicht in der antisemitischen Thätigkeit des Jubilars als vielmehr in seinem sonstigen gemeinnützigen Wirken zu suchen. — Der zweite Band der „volksthümlichen Geschichte der Juden" von Gr ätz liegt uns 712 Seiten stark vor. Er umfaßt die Übergangszeit, die geonäische und die jüdisch-spanische Zeitepoche. Wir kommen auf das Werk nach Schluß des dritten Bandes näher zurück. — Alle die Herren Lehrer, welche sich an der vom D. I. G. B. ausgeschriebenen Preisarbeit über die Nützlichkeit des jüd. Religionsunterrichtes betheiligen, sind daran erinnert, daß die Ablieferungsfrist am 1. März zu Ende geht. Holland. Amsterdam, 17. Ador Rischaun (18 Febr.). An alle edlenSpender undSpenderinnen, insbesondere an die verehrten Herren o’taj ».«"aain pxn Soeben gelangt ein gedrucktes Rundschreiben der „Vertreter der vereinigten Israelitischen Gemeinden im Heiligen Lande" in unsere Hände, in welchem um schleunige Gaben zur Beschaffung von mso für die Armen Jerusalems gebeten wird, eine Bitte, die wir von ganzem Herzen unterstützen. Allein wir finden uns verpflichtet, dazu zu bemerken : 1. Daß der in dem Cirkularjvorkommende Passus: „An die verehrten Herren Sammler (□'moj nnzDjn) für Palästina ergeht noch unsere besondere Bitte, die etwaigen in den Sammelbüchsen vorhandenen Spenden geneigtest nach Empfang unseres Aufrufes übermitteln zu wollen" auf einem Jrrthume beruht, da der Inhalt der Sammelbüchsen der px OtD-Einuahme angehört, aus welcher den Bewohnern des gelobten Landes das ganze Jahr hindurch pan or^> verschafft werden muß und aus diesem Grunde nicht für rnrrv verwendet werden darf; 2. daß ebenso wie die Armen Jerusalems, auch die bedürftigen Bewohner der drei heiligen Städte: Hebron, Saffed und Liberias der Spenden für rvs® benöthigt, weßhalb unsere erg. Bitte dahin geht, die Spenden für riiLv-Beschaffung unS zur Vertheilung unter den Armen der vier heiligen Städte: Jerusalem, Hebron, Saffed und Liberias, zuzusenden. Pekidim und Amarkalim der isr. Gemeinden des h. Landes zu Amsterdam M. de Lima, Vice-Präses. I. A. R o o s, Secretär. Rußland. Petersburg. Bei Gelegenheit der Reise des Kaisers Alexander durch die Kaukasischen Provinzen, wurde auch eine jüdische Deputation vom Czaren empfangen, die dem Kaiser eine kleine Sefer Thora als Geschenk überreichte. Der Czar fragte genau nach derBedeutungderSeferThora. „Majestät," erwiederte einer der jüdischen Deputirten, „diese Thora enthält die heiligen Gebote des Allmächtigen Gottes in ihrem Original-Text, möge diese Sefer Thora Ew. Majestät stets vor Gefahren schützen". Der Kaiser zeigte sich tief gerührt von diesem Geschenk und ließ die Sefer Thora in den kaiserlichen Eisenbahnwagen legen. Bei dem Eisenbahnunfall bei Borki, woselbst die kaiserliche Familie glücklicherweise gerettet wurde, fand man unter den Trümmern des kaiserlichen Eisenbahnwagens unversehrt die Sefer Thora. Der Kaiser erinnerte sich gerührt der Herzenswünsche der kaukasischen jüdischen Deputation bei Uebergabe des Geschenkes. (Arch. Isr.) Feuilleton. Kamvurger Heptauder. Hamburg, 4. Februar. Da sitze ich nun vor dem Fenster meines so prächtigen Hotelzimmers in der Wexstraße, während