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Der Israelit · 1889-02-18 · Heft 14 (18.2.1889) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 14 (18.2.1889)
Date
1889-02-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXX. Jahrgang. M 14. Israelit...»Jeschurim. Zrttslhrlfl W FSrdtMS D. GMes uuö D. Gebens in Mus. (Mttüe nnb KGle. Kentrat-Hrgan für das orthodore Zudenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 18. Februar 5649 (1889). Leitende Artikel. Israels Werirrung. Von Jsaac Hirsch. (Schluß.) Gott hatte sich ein *py ntpj? Dy, einen hartnäckigen, halsstarrigen Volksstamm zum Träger Seines Gesetzes und Seiner Lehre erkoren, einen Volksstamm, der aus pirnv besteht, der eigensinnig bei seiner Meinung beharrt und dieselbe bis zur äußersten Grenze der Möglichkeit verficht, der sich nicht blindlings einer Autorität hingibt und selbst einem Moses gegenüber sich widerspänstig zeigt, so daß dieser am Ende seiner irdischen Laufbahn ihm die Mahnung zurief: bleibe stets eingedenk, vergiß nimmer, wie du Gott in der Wüste erzürnt hast; — von dem Tage an, da du aus dem Lande Mizrajim gezogen, bis ihr zu diesem Orte gekommen, wart ihr ungehorsam mit Gott, — der noch in der letzten Scheidestunde gesprochen: ich kenne deinen Ungehorsam und deinen harten Nacken; siehe, während ich noch jetzt im Leben bei euch bin, wäret ihr ungehorsam mit Gott — und nun gar nach meinem Tode! — Diesen ungefügigen, skeptischen Menschenstamm hatte Gott sich zum Werkzeug erwählt, um durch ihn der gesammten Menschheit Sein Gesetz verkünden zu lassen. Er sollte der Herold Gottes, der Priester des Gotteswortes werden, durch ihn will Gott die Menschheit zu Sich zurückführen und damit das Gottesreich auf Erden anbahnen lassen. Er selbst aber, dieser Herold und Priester, sollte zunächst für die Treue und den Gehorsam erzogen werden; er zunächst bedarf der Zucht Gottes, auf daß er seinen starren, stolzen Nacken vor der Majestät des Gottesgesetzes beugen lerne und sich ganz durchdringen lasse von dem mnw, daß dieses ihn läutere von allen Schlacken und er sich mit der min auf ewig verbinde, daß sie werde die rbnp ntnio npy’ das einzige, wahre, unveräußerliche, unveränderliche heilige Erbgut der Jakobsgemeinde, deren Glieder zu allen Zeiten ausnahmslos von Groß bis Klein keine ernstere, heiligere Aufgabe kennen, als dem Gesetze Gottes in unwandelbarer Treue Gehorsam zu leisten, nicht daran zu deuteln und zu mäkeln, es rein und unverfälscht zu bewahren und zu der gleichen Treue und zu der gleichen Gewissenhaftigkeit und zu der gleichen Begeisterung für Gott und Sein Gesetz ihre Kinder zu erziehen. Zu Keser Höhe war das Volk noch nicht gelangt, als es aus Egypten zog und am Sinai in sein Herolds- und Priesteramt eintrat. Wohl hatte es in der Stunde der Erhebung sein begeistertes yoiwi ntyyj Gott nnd Seinem Gesetze entgegengejubelt, aber es bedurfte nur weniger Tage der Abwesenheit seines großen Führers, um in seiner Mitte dem Götterbild die Huldigung zu weihen. Ein größerer Abstand zwischen der Heiligkeit seines priesterlichen Berufs und dem Wahne des zum Priester bestimmten Volkskreises ist nicht denkbar, und dieser Abstand zwischen Gesetz und Befolgung, zwischen Religion und ihren Bekennern legt für alle Zeiten Verwahrung ein gegen die thörichte Weisheit, welche das Judenthum zu einem Ausfluß menschlicher Erkenntniß, zu dem System machen will, welches die Hebräer sich über ihre Beziehungen zu dem Außerweltlichen construirt hätten. Es ist deßhalb eine gedankenlose Phrase, erfunden um den Leichtsinn und den Verrath zu bemänteln und das pochende Gewissen einzulullen, daß es zu irgend einer Zeit die Aufgabe des jü-

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