Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 13 (14.2.1889)
- Date
- 1889-02-14
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Amtier für die israelitische Schule. (Erscheinen in zwanglosen Nummern.) Nr. 2.] MLtzAMMH« PiiCfg® LA pf.. It. 4- I»4. Fcbr. Inhalt: Konfessions- oder Simultan-Schule. — Aus der Praxis. — Heine's Schulzeit. — Büchermarkt. — Künfejsmns- oder Simultan-Schule. Vom jüdisch-pädagogischen Standpunkt aus beurtheilt von B. Straßburger in Buchau. (Schluß.) Wir bekämpfen nicht, nein wir erstreben die Leitung unserer Schulen durch die Staatsbehörden und deren Oberaussicht, wir sind dankbar dafür, wenn sie des staatlichen Schlitzes genießen. Das ist der große Unterschied zwischen unseren Bestrebungen für eine konfessionelle Schule und der der kirchlichpolitischen Parteien. So möge also die jüdisch-konfessionelle Schule uns erhalten bleiben, auch wenn dies beträchtliche Opfer kostet. Darum be st rede sie sich auch, den Anforderungen zu genügen, die Staat, Familie und Religion an sie stellen können. Vor allem darf ihr Konfessionalismus kein trennender sein. Der echte Konfessionalismus will auf Grund der Vereinigung des sich Gleichartigen einen friedlichen Parallelismus; er will keineswegs über dem Besondern das Allgemeine, über dem Israeliten den Menschen vernachlässigen; er trennt nur, soweit es für Bildung und Erziehung heilsam und nothwendig ist. Die Religion inuß also auf solche Weise gelehrt werden, daß keine der bestehenden Konfessionen, daß weder der Katholik, noch der Protestant, noch der Israelit verhindert sind, daran wenigstens als Zuhörer theilzunehmen; es darf die eigene Religion nicht auf Kosten, d. h. durch Herabwürdigung eines anderen Glaubens hervorgehoben werden wollen, vielmehr soll auf gegenseitige Duldung, Beseitigung der Vorurtheile, und folglich für dieHumanität heilsam gewirkt werden. Der Lehrer der Religion, deren Grundgedanke Gottes- und Menschenliebe ist, darf keinen Haß und Glaubensstolz erwecken und muß sehr vorsichtig sein, damit er verjährten und leider so tief eingedrungenen Vorurtheilen und irrtümlichen Ansichten keine Nahrung gebe. Wenn er nun gleich die Obliegenheit hat, die positive Religion in der Form, wie die besondere Konfession sie anerkannt, als die wahre darzustellen und zu begründen, so sollte er zugleich nicht unterlassen, seinen Schülern die Wahrheit einzuprägen, daß eine gottergebene Gesinnung, ein rechtschaffener Lebenswandel und Liebe Gottes und der Menschen, in allen geoffenbarten Religionen gepredigt und gelehrt und als Grundbedingung des Heils und der Seligkeit angesehen werden, wenn sie auch durcheine Religion leichter als durch die andere erreicht werden, daß daher keiner berechtigt sei. sich über Andersgläubige zu erheben und dieselben geringer zu achten, daß man besonders in dem Bekenner jeder Religion, die eine reine Sittenlehre predigt, den Menschen achten müssen.