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Der Israelit · 1889-02-14 · Heft 13 (14.2.1889) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 13 (14.2.1889)
Date
1889-02-14
Page
– (sequence 18)
Language
German
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242 u. s. w. Es ist aber keine (?) Gewissenlosigkeit des ehrlichen Antisemitenmenschen Bergner, wenn er wenige Zeilen vorher und vor Allem bei Gelegenheit Jassy sagt, daß „jede Woche ein ige Hunder te" auswandern und er nun plötzlich eine „vereinzelte" Auswanderung daraus macht! Zum Wanderstab zwingt sie allerdings „kein Mensch", wohl aber die Gesetze und die administrative Intoleranz, von welchen Bergner selbst am Eingang seiner Schmutzartikel einige, ich aber s. Z. sie ziemlich vollständig aufgezählt habe. Der Schlußgedanke, mit dem er sein Auswanderungseingeständniß wegradiren will, „weil ein Tropfen 2c." ist zwar sehr tiefsinnig, paßt aber nicht blos wie der Daumen auf's Auge, sondern auch in eine Jdiotenanstalt; das einen Abschnitt vorher Schwarz auf Weiß Dastehende kann es nicht mehr auslöschen. „Sie sollten hingehen", meint er ganz bornirt, „zu der rumänischen Regierung und um Grund und Boden zur Anlegung von Bauernkolonien bitten.... und die rumänische Regierung würde sie dann sicherlich unterstützen (?) und sich ihrer erfreuen" (?). „Der gute Mann weiß es eben nicht, daß die Regierung, trotz des Gesetzes von 1862, ihren schon vorhandenen christlichen Bauern kein Land gibt, daß eine große Anzahl rumänischer Israeliten den Landbau wünscht (vgl. „Jsr." Nr. s—1884, Nr. 30—1886 2c.) und ihrer viele auch Ackerbauer sind (nächstens Zahlen!); daß aber in dem Treiben der letzten 10 Jahre aus den Dörfern nicht blos die Schänker mittels Gesetz und Dekret verjagt wurden, sondern ungesetzlich auch die Israel. Acker- und anderen Arbeiter, wie ich ja im Laufe der Jahre, von amtlichen Aktenstücken begleitet, berichtet habe. — Und nun kommt ein katzenjämmerlicher Schluß, der an Dummheit das Möglichste leistet. Dabei passiren ihm nach so vielen Widersprüchen noch weitere stillschweigende Widerrufe: „Allein, ich höre meine gutmüthigen Leser 2c. sagen: „Ach, wie langweilig (!), immer neueJudengeschichten!..., was kümmert uns die Judenherrschaft in den Karpathen (?)..., wir sind ja nicht in der Moldau, wo neben 500,000 (?) dummen Rumänen 200,000 kluge Hebräer die Luft verpesten!"" Und dann (19 Zeilen vor Schluß:) „Sie, mein Herr, haben schwache Nerveu, ach legen Sie sich getrost in's Bett und verschlafen Sie den Lärm, es ist ja doch am Ende der Lärm um nichts!... (!!) Also Bergner und Kompagnie lärmen um nichts! — das Geftändniß ist kostbar. Was sollen wir aber von den neuen Zahlen halten? Bon 650,OOO Juden hat er am Anfang gefaselt, daß sich in Rumänien befänden. Da er sich nur mit der Moldau beschäftigt und „nach der Walachei die schwärzliche Fluth sich nur spärlich ergossen" 2c., so ist wohl nach ihm die ganze israel. Bevölkerung Rumäniens in der Moldau. Diese aber beziffert er nun doch auf blos 200,000! Dabei schraubt er freilich die rumänische Zahl dieser noch tiefer herab auf500,000, während sie viermal größer, d. h. d. h. 2000,000 ist und er am Anfang den Juden 4i/2 Mill. Gesammteinwohner gegenüberstellte, die in Wahrheit 5, mit der Dobrudscha 5 Mill. und 200,000 zählen! Daß aber neben Juden auch die Rumänen die Luft „verpesten", ist interessant endlich zu hören. Damit bin ich mit Herrn Begner's Judenherrschaft fertig. Ich habe nicht das ganze auf Rumänien bezügliche Machwerk in den Nahmen meiner Kritik gezogen. Ich ließ alle die Geschichten und das antisemitische Geschimpfe bei Seite und beschränkte mich darauf, diejenigen Stellen herauszuheben, in welchen er selbst sich widerlegt und, freilich ohne es zu wollen, der Wahrheit auf die Beine hilft. Wer sich überzeugen will, daß ich ihn genau und im Zusammenhang citirt habe, möge sich die Nrn. 10—13 a. c. der „Staatsbürgerzeitung" kommen lassen. Es kann sein, daß die Redaktion derselben sich von den antisemitischen Jnvektiven und Verdrehungen des Bergner bestechen ließ und für die sie blamirenden Selbstwiderlegungen desselben blind machte. Ich aber kann aus dem „sümmtlichen Werk" nur erkennen, was ich schon im Eingang gesagt, daß die rumänischen Israeliten sich seelisch und materiell in sklavischem Druck befinden. Dies ist klar zum Ausdruck gelangt und auch von gegnerischer, von antisemitischer Seite anerkannt worden. Mit Rücksicht darauf fühle ich mich daher Herrn Bergner zum Dank verpflichtet, den ich ihm in der Form eines „geriebenen" Hoch darbringe, indem ich zugleich der „Anti-Staatsbürgerin" als ehemaliger Berliner Universitäts-Student den „urkräftigen" Salam — — i- „Wurstkessel" verehre, in welchen sie durch Freund Bergner's Judenherrschaft — hineingefallen ist. Serbien. König Milan hat den serbischen Consul zu Budapest, Herrn M. H. S. D a v i t s ch o (Israelit), zum Consul erster Classe erhoben. A u st r a l i e n. Neu-Seeland. Herr S. S. M y e r s ist einstimmig zum zweiteumale als Bürgermeister der Stadt North Dunetin erwählt. Gleiche Ehre wurde Herrn Charles Luißon zu Chriftchurch zu Theil. In Dunedin sind z. Z. im Stadtrath 3 Juden und zwar die Herren M. Cohn, B. Jsaacs und Solomons.

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