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Der Israelit · 1889-02-14 · Heft 13 (14.2.1889) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 13 (14.2.1889)
Date
1889-02-14
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXX. Jahrgang. Ztverte Keilagk;u M13 ö ta „Israelit" & „Irschunm". Zeitungsnachrichten nnd Correspondenzen. Deutschland. Schwerfens (Prov. Posen), 10. Februar. Der hiesige Rabbiner, Herr Dr. Seckel Bamberger ist zum Rabbiner in Obornik erwählt worden. Rumänien. vr. 0. Bukarest, 25. Januar. Roch einmal B e r g n e r und — ein Ende! Der werthe Herr demonstrirt an einem Exemplum, wie die „Kaftanträger" jeden Morgen zur Barriere (Weichbildgrenze) „hüpfen", wo sie den „handelslustigen" Bauern Hühner, Obst und Gemüse „fast" gewaltsam „entreißen". Bei Jassy hatte er gesagt, daß Juden „allein" die Paradies-, Obst- 2C. „Besitzer" seien; nun verplappert er sich, daß es die rumänischen Bauern (und dazu Serben und Bulgaren als Spezialkultivateure) sind. Aber wie „entreißen" die Kaftanträger? Sehr einfach antwortet Bergner selbst: „Oft bringt der Rumäne eine Fuhre Holz zum Markt, der Hebräer bietet ihm 10 Lei (Francs), der Landmann schüttelt das Haupt, er denkt, wenn der Jude so viel gibt, könne er vom Christen noch mehr (?) erhalten. Es erschienen wirklich Nichtjuden (die wahrscheinlich erst M i t t a g s aufstehen!), sie sind geneigt 7 Lei zu zahlen.... (!) Am Abend steht er (der Bauer) noch immer mit seiner Fuhre da, hat einen halben (? ganzen) Tag verloren und muß, weil die Zeit drängt, seine Waare „an den Juden" für „4" Lei losschlagen...." Natürlich ist „der Jude" daran schuld — nicht der Bauer und nicht der christliche Kauflustige! So geben Nichtjuden „mehr" und so „entreißen" die Kaftanträger, indem sie wirklich 3 Lei mehr bieten, aber die Waare nicht erhalten, versteht sich „fast gewaltsam"! Daß der Bauer das Holz für 4 Lei nicht weggibt, ist ganz sicher; er ist darauf eingerichtet bei seiner Fuhre auf dem Holzplatz zu übernachten (wobei dieser zu einem „sauberen" Stall für Ochsen und — Mensch wird) und nimmt am andern Morgen dieselben 10 Lei, die er gestern nicht nehmen wollte, bei einem anderen Juden! — Ganz ebenso geht Bergner mit der Wahrheit und mit der Begriffsfähigkeit seiner Leser in anderen Gegenständen um. Nachdem er In xuneto „Juden" mit „Unghen", Jassy und Bottuschan die ganze (?) Moldau „beschrieen" hat, kommt er endlich in wenigen Zeilen auf die Walachei zu sprechen: „Nach der Walachei hat sich die „schwärzliche" (in Rumänien gilt hauptsächlich der als Jude, welcher rothes Haar hat!) Fluth bisher spärlich ergossen.... Freilich ist der walachische Bauer widerstandsfähiger (warum?) als der Moldauische, allein der „Quartiermacher aus Palästina", der jüdische Branntweinschänker ist schon da (?). Er sitzt in dem Dorfe...." Daß dies erlogen ist, werden selbst die wüthigsten rumänischen Antisemiten bezeugen, die das Gegentheil wissen. Ich habe schon wiederholt darauf hingewiesen, daß die israel. Dorfschänker in der Moldau (außer einer Anzahl Naturalisirter) fast alle verjagt sind, in der Walachei aber (in Folge ihrer Lage an der Donau) Griechen, Bulgaren, Armenier, Montonegriner und sogen, mazedonische „Rumänen" die Dorfschänker sind; ich werde dies nächstens durch kürzlich stattgehabte Kammerdebatten noch beweisen. — In Ermangelung einer wirklichen Beschreibung tischt Herr Bergner über Bukarest einige Geschichtchen auf, und dann mit grenzenloser Unverschämtheit die Behauptung loszulassen: „Die Bukarester Zeitungen dienen zum großen Theil — jüdischen Interessen...", also nicht antisemitischen! Nur einen Augenblick scheint er Gewissensbisse zu empfinden, daß er ohnehin unglückliche, mit dem Leben und mit widrigen Herren kämpfende Sklaven verleumdet und noch unglücklicher macht durch die Gleichgiltigkeit und Verachtung, welchen er sie der weiten Welt an den Pranger stellt: „Warum aber", sagt er, „überhaupt gegen die Juden der Karpathenländer Vorgehen? Sind sie nicht schmutzstarrende, arme Teufel, die kaum das tägliche Brod erwerben, und deßhalb nach Amerika auswandern müssen, verdienen sie nicht ebenso gut unser Mitleid, wie die armen Bauern?", (die von der Regierung bedrückt und ausgesaugt werden!) Aber für seine eigenen Worte hat er taube Ohren und er antwortet daher sofort: „Doch nicht ganz (?), denn sie kämpfen mit List, Betrug und Gewissenlosigkeit und zur vereinzelten (?) Auswanderung zwingt sie „kein Mensch" (freilich, aber der böse Geist!), weil (?) ein Tropfen bei einem Faß Wasser nichts ausmacht" (!) Man sieht, mit welchen Geistesschlachtmessern der Mann seinen Opfern zu Leibe rückt: wenn die Israeliten mit einiger Intelligenz sich ihrer Angreifer erwehren und für ihre armselige Existenz alles aufbieten, so heißt dies im Antisemitenjargon „List". „Betrug"

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