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Der Israelit · 1889-02-07 · Heft 11 (7.2.1889) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 11 (7.2.1889)
Date
1889-02-07
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXX. Jahrgang. Zweite Beilage ju M llües „Israelit" & „Ieschurun". Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Rußland. J-a. B-l. St. Petersburg. Die hiesige jüdische Kolonie hat, wie die Residenzblätter melden, am 9. Januar einem ihrer besten Mitglieder, dem Ehrenbürger Hirsch Rabbinowitz, dem wegen seiner wissenschaftlichen und publicistischen Verdienste rühmlich bekannten Herausgeber der vor einigen Jahren eingegangenen jüdischen Journale „Rußki Jewrei" und „Jewreisskoje Obosrenje", von dessen Hinscheiden s. Z. an dieser Stelle kurz berichtet wurde, — das letzte Geleite gegeben. Am Leichencondukt betheiligten sich auch viele Christen und was selbstverständlich ist, die gesammte hiesige Judenschaft, die ihm alle ihr zur Verfügung stehenden Ehren und Auszeichnungen erwies. Die zahlreichen Beileidsbezeugungen von frommen Stiftungen, Wohlthätigkeitsvereinen, von Freunden und Verehrern und die tiefempfundene Grabreden, die an der Bahre in der Wohnung des Verstorbenen und auf dem Preobrathenski-Friedhof von den hiesigen Rabbinern und Predigern und von den Herren Baron v. Günzburg, Ingenieur der Wegecommunicationen, und Schriftsteller S. Lurje und dem Journalisten G. Lübschütz gehalten wurden, wie auch schließlich die ergreifenden Condolenz-Adressen, welche von den größten jüdischen Gemeinden Rußlands, wie Wilna, Riga, Dünaburg, Kowno und anderen, hier einliefen, zeugten in beredtester Weise von der allgemeinen Hochachtung und aufrichtigen Verehrung, welche dem Verewigten von Nah und Fern, von sämmtlichen Klassen der jüdischen Bevölkerung entgegengebracht wurde und von der tiefen Trauer, die sein allzu früher Tod — im 57. Lebensjahre — allenthalben hervorgerufen hat. H. Rabinowttz war eine ebenso hervorragende als ungewöhnliche Persönlichkeit, und hat er sich aus verschiedenen Gebieten in eminenter Weise verdient gemacht. Von Hause aus gelehrter Talmudist, hat er schon früh durch Selbststudium, ohne jede Anleitung, reiches und vielseitiges profanes Wissen sich angeeignet und das ganze unübersehbare Gebiet der Naturwissenschaften soweit beherrscht, daß er bereits in den sechziger Jahren die Riesenarbeit sich zutrauen durfte, und das, wie es sich später erwies, mit vollem Rechte — sämmtliche naturwissenschaftlichen Disciplinen in hebräischer Sprache zu popularisiren, und so dieselben dem Theil der jüdischen Bevölkerung zuzuführen, welchem andere Sprachen, als die hebräische, unzugänglich sind, und dem daher auch alles Andere, außer talmudisches Wissen, fremd ist, und welcher noch heute sehr zahlreich und vollends die bei Weitem überwiegende Majorität der russischen Judenschast ausmacht. Die vier voluminösen Bände, welche unter dem Titel: „Bibliothek der gesammten Naturwissenschaften" erschienen sind, und welche Physik, Chemie, Mechanik und in einem besonder« Bande speziell Magnetismus behandeln, sind nach Inhalt und Form geradezu mustergiltig, und wurden sie von solchen Meistern wissenschaftlicher Popularisation, wie A. Bernstein einer war, rühmlichst hervorgehoben und warm anempfohlen. In späteren Jahren machte sich sein reiches Wissen und sein publizistisches Talent in russischer Sprache nach Innen und nach Außen geltend, einerseits das jüdische Publikum auf die Mittel und Wege zu verweisen, Vermögederen es zu achtbaren russischen Bürgern und nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft werden könne und solle, ohne dabei dem angestammten Glauben untreuzu werden; andererseits die ungerechten Beschuldigungen der Antisemiten zu widerlegen, und zwar nicht blos mit rhetorischen Phrasen, wie cs sonst üblich ist, sondern mit streng wissenschaftlichen Argumenten und genauen statistischen Ziffern, wovon unter Anderem sein umfassendes Werk: „Statistische Studien", an welchem er sechs Jahre unter steten fürchterlichen körperlichen Leiden mit beispielloser Selbstverleugnung gearbeitet hat, ein glänzendes Zeugniß abgelegt, und durch welches er sich ein unzerstörbares Denkmal gesetzt hat. Seine öffentlichen Verdienste und persönlichen Vorzüge verschafften ihm in hohem Grade die Achtung und Gewogenheit des Ministers der Volksaufklärung, des Grafen I. Deljanow — auf dessen Vorstellung H. R. zum Ehrenbürger erhoben wurde — welcher den Verewigten während seiner Krankheit und bald nach seinem Ableben dessen Familie mit seinem Besuche beehrte. Süd-Arabien. Sana, in Jemen, im Dezember. Unser hochverehrter Mari (Großrabbiner), Chacham Suleiman El-Karah, hat jetzt die Hände voll zu thun, um die Juden unserer Stadt und unserer Provinz zu beschwichtigen, zu beruhigen, zu belehren, zu bitten und zu ermahnen, damit sie sich i"n zu keinem unüberlegten Schritte gegen unfern erhabenen Herrscher,

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