Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1889-01-31 · Heft 9 (31.1.1889) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 9 (31.1.1889)
Date
1889-01-31
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2447947-2447957--27953-2475611
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

X3X Jahrgang. Atzt eit? Beilage;u M 9 des „Israelit" & „Zeschurun" Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mergentheim. Nach zurückgelegter ödjähriger Amtsthätigkeit wurde am 1. October v. I. der hiesige Lehrer und Vorsänger Herr Hermann Schlesinger seinem Ansuchen entsprechend wegen leidender Gesundheit von der isracl. Ober-Kirchenbchörde in den Ruhestand versetzt. Herr Schlesinger hat sich während seiner Lehrtätigkeit als eifriger und pflichtgetreuer Beamter die Anerkennung und Zufriedenheit sowohl seiner ihm Vorgesetzten Behörde als auch den Gemeinden, welche er als Lehrer vorgestanden, im vollsten Maße erworben. Im strengsten Sinne des Wortes genommen, war derselbe ein treuer Winzer im Weinberge des Herrn 'n d122. Das Ziel seines Wirkens ging stets dahin, seinen Schülern eine feste religiöse Grundlage zu geben, und eine gute Erziehung zu befördern; daß dieses Prinzip von Herrn Schlesinger hochgehalten wurde, beweist auch der Umstand, daß eine große Anzahl seiner einstigen Schüler in der jetzigen religiösen sturmbewegten Zeit ihre treue Anhänglichkeit für das angestammte heilige Erbgut Israels, nur ihrem musterhaften Lehrer zu verdanken haben, der es verstanden hatte, die jugendlichen Gemüther für das religiöse Leben zu gewinnen und die Wahrheiten der Götteslehre derselben fest emzuprägen. Seine erste Anstellung als Lehrer erhielt Herr Schlesinger in der Gemeinde Korb, im badischen Bezirksamt Adelsheim; später wirkte derselbe als Lehrer in den württembergischen Gemeinden Deufstetten, Berlichkngen und Mühlen am Neckar. Bon letztem Orte aus, einem Rufe der hiesigen Gemeinde folgend, wurde ihm, im Jahre 1853 die hiesige Lehrer- und Vorsängerstelle übertragen, welche er volle 36 Jahre innehatte. In dankbarem Andenken an seine hiesige Lehrtätigkeit, wurde kürzlich ein Bankett veranstaltet, wobei die Ehrengaben, von der hiesigen Gemeinde gewidmet, bestehend in einem Pokal, einem Regulateur, sowie einem fein gepolsterten Lehnsessel vom Herrn Rabbiner in Gegenwart der ganzen Gemeinde mit warmen Worten des Dankes und der Anerkennung dem Jubilar überreicht wurden. Möge Herrn Schlesinger vn lange noch im Kreise seiner Familie und Gemeinde ein heiterer und froher Lebensabend mit stetiger Gesundheit und Wohlergehen beschieden sein! Bemerkenswert ist noch hervorzuheben, daß Herr Schlesinger ein Sprosse jener berühmten Rabbinerfamilie ist,? deren Ahnherr nti.t bxbm 12 der „hohe Rabb. Löb bvon Prag gewesen. E. Schweiz. Bern, 22. Januar. Die Berner Regierung hat das Gesuch der israelitischen Kultnsgemeinde in Biel um Bewilligung, einen eigenen Friedhof in Mett anzulegen, abgewiesen, weil das Begräbnißwesen nach eidgenössischem und kantonalem Rechte jedes konfessionellen Charakters entkleidet sei und in Ausführung dessen das Dekret über das Begräbnißwesen, die Beerdigung aller Verstorbenen in dem öffentlichen Begräbnißplatze vorschreibe. Zn den dabei vorgesehenen Ausnahmen gehört die Anlage eines nichtöffentlichen, nicht ausschließlich unter der Ortspolizei-Behörde stehenden, nur für Angehörige einer einzelnen Eonfession bestimmten Begräbnißplatzes nicht. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Triest, 18. Januar. Der hiesige jüdische Varmherzigkeitsverein (lafraternita di misericordia), dessen Hauptaufgabe es ist, unbemitteltcu Kranken die Medicamente gratis zu liefern, hat im vergangenen Jahre bedeutend mehr verausgabt als vereinnahmt, so daß sich in dessen Kaffe plötzlich eine große Ebbe zeigte. Der Vorstand des Vereins hat daher beschlossen, im laufenden Jahre tüchtig zu sparen, um so wieder das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben herzustellen. Selbstverständlich sind unsere Armen mit diesem ökonomischen Beschlüsse des Vorstandes nicht ganz einverstanden, und fürchten sie sich daher jetzt ungemein, bettlägerig zu werden. Baron Marco Morpugo hat^ anläßlich des jüngst erfolgten Ablebens seines Bruders Eugenio, der hiesigen Eultnsgenieinde 500 fl. zu wohltätigen Zwecken übergeben. Trieft, 24. Januar. Unser verehrter Oberrabbiner Melli ist von einem schweren Unglücke betroffen worden. Seine Gattin Theresa wurde ihm Montag Nachts Plötzlich durch den Tod entrissen. Dieselbe wareine zärtliche Gattin, eine treue Mutter und auch eine gute Tochter unseres Volkes. Für ihre Seelenruhe wurden der hiesigen Maskil El-Dal Chewrah schon bedeutende Geldspenden zugewendet. miun

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.