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Der Israelit · 1889-01-31 · Heft 9 (31.1.1889) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 9 (31.1.1889)
Date
1889-01-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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hebr. Bucb'nar.cl--? : iVkfürt XXX. Jahrgang. Israelit»«»Jeschurun Zettslhrlst zur Förderung D. Geistrs und jnd. Hebens in Uns. itintinüt imii Ktznle. Kentrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 31. Januar 5649 (1889). iKronprinzMdülfum Mainz, 30. Januar. Eine Schreckenskunde durchfliegt die Welt: die Hoffnung des großen Oest.-UngarischenKaiserstaates, Kronprinz Rudolf, ist plötzlich in Folge eines Herzschlages verschieden. Wer auf dem weiten Erdenrunde wird nicht tief ergriffen und erschüttert durch diese traurige Nachricht? Mit allen Bürgern des großen Kaiserstaates haben unsere Glaubensgenossen das Dahinscheiden dieses edlen Fürstensohnes zu beklagen und zu beweinen. Kronprinz Rudolf war ein Mann in der besten Bedeutung des Wortes: gerecht, edel, vorurtheilsfrei, von Liebe zu Kunst und Wissenschaft durchdrungen, ein guter Sohn, ein treuer Gatte, ein zärtlicher Vater, ein Menschenfreund, ein Beschützer der Bedrängten, ein Helfer den Armen und Nothleidenden. Alle gute Menschen theilen den tiefen Schmerz, welcher das erhabene Kaiserhaus in so beklagenswerther Weise niederdrückt. Gott hat gegeben, Gott hat genommen, der Name Gottes sei gepriesen. Wir können zum Allherrn nicht sprechen: Was thuest Du? Nicht wollen wir mit der Vorsehung rechten, sondern ergeben in Gortes heiligen Willen, Ihn bitten, daß er allen Trauernden Trost spende, namentlich dem erhabenen Elternpaare, das einen solchen Sohn verloren. Möge Gott dem Kaiser Franz Joses die Kraft verleihen, diesen harten Schlag zu ertragen und noch eine lange Reihe von Jahren der Stolz und die Freude seiner Völker zu bleiben. Leiten d e A 11 i t e I. | Holles unendliche Liebe zu seinem I Wolke. i Mainz, 29. Januar. In der Sidra des kommenden Sabbats werden uns die Anordnungen in Bezug auf den Bau des Heiligthums mitgetheilt. Der allmächtige Gott, der Schöpfer des Weltalls, dessen Herrlichkeit die ganze Welt erfüllt, befahl, Ihm eine Stätte zu gründen, an welcher Er vorzugsweise Seine Majestät wollte walten lassen. „Und es redete der Ewige zu Moscheh wie folgt: Rede zu den Kindern Israel, daß sie Mir nehmen eine Hebe; von jedem Manne, den sein Herz dazu antreibt, sollt ihr nehmen Meine Hebe." Hierzu bemerken unsere Weisen im Midrasch Tanchuma: -idx DDnx Türns* stod -ON&y n; nann 'b inp’i ,'i dm ppi?’1? wy ns ,i:n2nx nan emew '&v nsi 2pjr ns nnsi „Und sie sollen mir nehmen meine Hebe — so heißt es auch in der heiligen Schrift (Maleachi, Cap. 1. V. 1 u. 2) : Ich habe euch geliebt, hat gesprochen der Ewige, und ihr sprechet: wodurch hast Du uns Deine Liebe bewiesen? Ist denn nicht ein Bruder Esaw dem Jakob, spricht der Ewige, und Ich liebte den Jakob, und den Esaw habe Ich gehaßt." Unsere Weisen wollen durch dieses Citat erklären, wie groß die Liebe des Allherrn für Sein Volk ist, indem Er Seine Majestät ganz besonders in Israels Mitte dadurch walten ließ, daß Er befahl, Ihm ein Heiligthum zu errichten. „Und sie sollen Mir machen ein Heiligthum, auf daß Ich

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