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Der Israelit · 1889-01-21 · Heft 6 (21.1.1889) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 6 (21.1.1889)
Date
1889-01-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
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108 Feuilleton. Zur Geschichte der Juden in Leipzig. Von Karl W i e s e n t h a l. Der Ueberlieferung zufolge legten Slaven in der sumpfigen Gegend, wo die Elster, der Mühlgraben, die Pleiße und Parthe nahe aneinander laufen, ein Fischerdorf an, und man wollte wissen, so erzählt Prof. Wuttke, — seine Stelle sei am Eingänge des Rosenthals, auf dem nachherigen ranstädter Steinwege und wo Pfaffendorf lag, gewesen. Dieses Dorf war Leipzig. In alten Zeiten trieb die Unsicherheit dazu, abgelegene Orte und solche Gegenden, welche Verstecke boten, die der Fremde, der Feind nicht leicht auffinden konnte, zur Ansässigmachung vorzugsweise auszuwählen, und guten Schutz bot gerade diese Gegend auch für alle Menschen, deren Loos es war, auf Erden verfolgt zu werden. So kamen auch Juden schon sehr früh' nach Leipzig. König Heinrich I. kam einst im Jahre 922 nach Klein-Leipzig. Dieser tapfere König hat die Slaven bezwungen und die deutsche Macht begründet. Heinrich baute bei Pfaffendors die alte Burg, Aldenburg genannt. In der Burg lagen Bewaffnete, darunter auch einige bärtige Hebräer, die Heinrich auf seinen Kriegszügen kennen gelernt und erworben. Die Dronik erzählt, daß die Hebräer tapfere Krieger waren und einer von ihnen 3 Slaven im Kampfe umgebracht hätte. Als der Stern Heinrichs I. sank, da vertrieb man auch die Hebräer vom Kriegsdienst. Diese lebten nun eine Zeit lang in engen Höhlen und trieben Fischerei. Im Jahre 938 kamen noch viele Hebräer in Leipzig an und lebten bis 967 in dem immer größer werdenden Orte. Die Pfaffen des Bisthumes zu Merseburg aber versuchren die Hebräer zu bekehren und hier, so erzählt die Chronik, — stießen sie auf hartnäckige, trotzige Juden! Eine allgemeine Verfolgung begann — und von 938 bis 1849 bekam kein Hebräer in Leipzig das Recht des dauernden Aufenthaltes. Wochen - Kalender. Freitag, 25. Jan., 25. Schebat Samstag, 26. Jan., 24. Schebat rT'HD □ ’ÖSK'O Sabbat-Ausgang 5 Uhr 35 Min. (Mainzer Uhr). Briefkasten der Redaction. Die „Deutsch-Israel. Darlehnskasse für Frauen und Jungfrauen in Leipzig" verfolgt nur locale Zwecke und besitzt durchaus kein hervorragendes Vermögen. Eine bessere Antwort dürfte übrigens der Vorstand der Leipziger Gemeinde dem Fragesteller selbst geben, wenn derselbe sich nur verständlicher ausdrücken würde. Abonnement«- und Anseratenonnahm» s§ für Frankfurt <1 XTl. bei A. Hansfrnann, Buch. handl; fürtvürzburgbelJäcobSambeeger; A für München bei U Aettelbeim, Färbergraben g? 29 i für Fürth in Bayern bei M. Dornberger, JE hebr. u. deutsche Buchhandlung. |p «Abonnements- und Anferalenannahme Q _für Hamburg bei A. Woldschmidt, Buch- M A Handlung, Äohlhöfen Nr. 35; für Aöln bei M W Keo Frank, probsteigaffe 17; in Böhmen, N •55 Mähren u. öflerreich. Schlesien bei Aaeod «x H. Kranbeis, Buchhandlung in Prag, g? Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Vom I. Mai 1889 ab sind in unsrer Gemeinde die Stellen: 1) des erste« Cantors und Schächters gegen ein Jahresgehalt von 1350 Mark nebst 150 Mark Wohnunggeldszuschuß und den üblichen Neben- Revenuen; 2) des Schächters und Hilssvorbelers, der auch die Funktionen als {01p und Jlpin zu übernehmen hat, gegen ein Jahresgehalt von 1200 Mk. nebst 150 Mk. Wohnungsgeldzuschuß und den gewöhnlichen Nebenrevennen anderweitig zu besetzen. Der erste Kantor hat die Befähigung zur Ausbildung und Leitung eines Synagogenchores nachzuweisen. Bewerber deutschen Jndigenats werden ersucht, ihre Bewerbungen nebst Lebenslauf und den Abschriften ihrer Zeugnisse über die erworbene Kantor- und Schächterqualification bis zum 12. Februar cr. an uns einzureichen. Die Kosten für persönliche Vorstellung zu Probevorträgen werden nur den Anzustellenden vergütigt. Ostrowo, den 16. Januar 1889. 608 Der Vorstand der Synagogen Gemeinde. in Fräulein, sprachlich und musik. geb., in allen Handarbeiten gut bew., sucht Stelle zu einzelner Dame oder zu Kindern. Briefe unter A N 616 bef. die Exped. dieses Blattes. lleinst. isr. Dame ges. Alters, Tochter e. Arztes, sucht passende Stelle bei e. einz. Herrn od. Dame, auch zur Erz. von Kindern. Pr. Res. Offerten unter Nr. 614 an die Exped. dss. Bl. erbeten. Photographien (kein Lichtdruck) des fel. Herrn Rabbiners Sams. Raph. Hirsch in 3 verschiedenen Größen ä Mk. 1.—, Mk. 1.50 und Mk. 3. - per Stück empfiehlt A. I. HosUlllNN. BÄLLg. 612 Frankfurt a. M. »)ur Entgegennahme und Vermittlung <0 von Spenden zu Gunsteir der HO Ittf H’JTSE' im heil. Lande erklärt sich gern bereit und bittet um recht zahlreiche Gaben hierfür Dristri kts-Rabbiner Bamberger, Würz bürg.

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