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Der Israelit · 1889-01-17 · Heft 5 (17.1.1889) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 5 (17.1.1889)
Date
1889-01-17
Page
– (sequence 21)
Language
German
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'Orthodoxe MudenrhumÄ kwiflösES^i Akätter für die israelitische Schule. (Erscheinen in zwanglosen Nummern.) Nr. 1.] » Mt. 4- [17. Ja«. 9KH Si mm ^QEnnsfD, Konfestions- oder Urnullmi-Schulr. Vom jüdisch-pädagogischen Standpunkt aus bcurlheitt von B. Straßburger in Buchau. (Fortsetzung statt Schluß.) Wie völlig a b st r a k t und unpraktisch die anti-konfessionellen Forderungen betreffs der Schulen sind, geht schon daraus hervor, daß es gar nicht möglich ist, irgend etwas Religiöses, wie z. B. Gebet oder Andacht, zu betreiben, ohne daß dasselbe irgend eine konfessionelle Färbung haben wird. Es ist beim Unterricht kaum möglich, die konfessionellen Gegensätze zu umgehen, und es wird sich kein Lehrer gerne diesem Zwange unterwerfen. Es ist nicht anders möglich, als daß das jüdische Kind in Simultanschulen an christliche Anschauungen gewöhnt wird, sie sind in den Schulen das dominirende Element, und die dadurch in den Kindern hervorgerufene Verwirrung der Begriffe und des Glaubens kann nur von nachtheiligen Folgen sein. Der christlich-kirchliche Sinn dringt durch alle Adern des Schulunterrichts in einem Maße, daß die jüdische Jugend nicht davor geschützt werden kann. Opponiren unsere maßgebenden Faktoren dagegen, so üben wir einen übel angebrachten Zwang, und die Klagen über die „Entchristlichung der Schule und des Volkes" werden sich mehren und am Ende die Entfernung jüdischer Schüler aus den öffentlichen Lehranstalten bezwecken wollen. Jede Klage unserseits über zu starkes Hervortreten des Christlich-konfessionellen in den Simultanschulen gibt den Anklagen der Konservativen mehr Nahrung. Deris ra el. S ch üler hat aber auch manche Eig cnth umlich keiten, die beim Unterricht und in der Erziehung berücksichtigt werden müssen. Dr. Jcllinek präzisirt dieselben treffend mit den Worten: „Der Jude begeistert sich rasch und denkt rasch; kein Wunder, daß sein Naturell ihn manchmal vorschnell, vorlaut, beweglich, und wieder abrupt, unzusammenhängend, hin- und herspringend in seiner Rede erscheinen läßt, daß er einen Satz beginnt, während er den früheren nicht vollendet; daß er ins Wort fällt; daß er Syllogismen bildet, ohne die Mittelglieder anzugebeu; daß er die französische Wortfolge der deutschen vorzieht; daß er sich nicht gern in seiner raschen Denkoperation von der Zucht der langsam einherschreitenden Systematik stören läßt; daß er oft das Detail, das Nebensächliche, die vermittelnden Uebergänge in seiner Lebhaftigkeit vernachlässigt; den jüdischen Pädagogen möchte ich besonders die Berücksichtigung dieser dem jüdischen Stamme inhärirenden Eigentümlichkeiten empfehlen. Es gilt, die jüdische Jugend von Kindheit

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