Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 5 (17.1.1889)
- Date
- 1889-01-17
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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‘> i' m 90 schüft stiftete, die unter dem Namen Prix Montyon bekannt sind, vertheilt; diese Preise sind die höchste Auszeichnung, welche die Akademie gewährt. Einer derselben für wissenschaftliche Medizin und Chirurgie wurde Heuer einem Oesterreicher, einem gebornen Wiener, unserem Glaubensgenossen, Herrn Dr. Emil Berger, früher Docent der Augenheilkunde in Graz für sein Werk „Beiträge zur Anatomie des Auges" unter 86 Bewerbern einstimmig zuerkannt. Berger, der bereits einen Namen in Fachkreisen erworben, ein Keratoscop für Augenärzte erfunden, einen neuartigen Augenspiegel construirte, welcher in der Londoner Ausstellung 1885 prämiirt worden ist, drückten der Antisemitismus und die Aussichtslosigkeit hier etwas zu erreichen, den Wanderstab in die Hand. Berger, der in der glücklichen Lage ist, überall leben zu können, trieb es nach Paris, wo er bald durch sein gründliches Wissen und bescheidenes Auftreten in wissenschaftlichen Kreisen bekannt und gut gelitten war. Die ihm verliehene Auszeichnung, welche gleichzeitig die taxfreie französische Staatsbürgerschaft zur Folge hat, veranlaßt ihn die Docentur niederzulegen und sich in Paris zu etabliren. Ein eigenthümliches Geschick, das unsere Söhne von uns weg in die Fremde treibt, welches wir als Patrioten schmerzlich empfinden. Da lebte hier in Wien von ungefähr 30—40 Jahren, ältere Leute unserer Gemeinde werden sich dessen erinnern, ebenfalls ein geborner Wiener, der Sohn eines Wiener Tolertrten Namens Levy, ein äußerst begabter junger Mann, damals schon ein berühmter Mathematiker, der sich um eine Anstellung mit einem Jahresgehalt von fl. 400 vergeblich bewarb; er ging in Folge dessen nach Paris. Heute ist derselbe Levy Direktor der Pariser Sternwarte und Akademiker und steht im Range gleich einem Marechal de France. Herr Dr. Emil Berger, der in so glänzender Weise in Paris ausgezeichnet wurde, ist der Sohn des hochgeachteten Mitgliedes der Wiener Cultusgcmeinde Herrn Heinrich Berger, und wir gratuliren beiden, dem Vater wie dem Sohne, zu dieser wissenschaftlichen Anerkennung. Leider ist Herr Dr. Emil Berger nicht der einzige Oesterreicher, der unter dem herrschenden Vorurtheile gegen die Juden in Oesterreich zu leiden hatte. Die Augenheilkunde hat nichts mit dem Religionsbekenntnisse zu thun, und doch wird es einem hervorragenden Manne auf diesem Gebiete erschwert, zum Nutzen der Wissenschaft und zur Ehre des Vaterlandes als Professor zu dociren, weil er nicht der herrschenden Kirche angehört. Der Staat schadet sich selbst, indem er die Juden schädigt. Wien. Donnerstag, 10. Januar, wurde Herr Dr. Leopold Wittelshöfer unter zahlreichem Geleite im 71. Lebensjahre zur Erde bestattet. Er war der Herausgeber und Redakteur der „Wiener medizinischen Wochenschrift", die er vor 38 Jahren gründete und bis Ende vorigen Jahres redigirte. Mehrere Jahre war er auch Präsident des Schriftstellervereines „Concordia". Wegen seines charaktervollen schriftstellerischen Wirkens auf dem Gebiete der Medizin war er hochgeschätzt. Herr Prediger Dr. Jellinek widmete ihm einen Nachruf. nMgen. Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. Der Aellen-Nüchmis-Verein Wischer KMeilte — rüg? nontf — (Central-Comite Breslau) weist seinen Mitgliedern Stellungen in Geschäften, welche am Sabbat und an Festtagen geschlossen sind, nach. Wir bitten die Herren Chefs — auch Nichtmitglieder — unS ihre Vacanzen freundlichst anzumelden und richten gleichzeitig an Alle, denen die Heilighaltung des Sabbats Herzenssache ist, die dringend ergebenste Bitte, sich für die Verbreitung unseres Vereins zu interessiren. Offerten nimmt entgegen der Schriftführer Martin Frankel, 4630) Breslau. Schwertstraße 5a>. vart. Ich suche für Mai ein kräftiges, israel. Mädchen für Küche und Hausarbeit. (393 Frau M. Kleftadt, Elberfeld. t^in gebildetes Mädchen, 17 Jahre alt, aus achtbarer Familie, sucht in einem jüd. Hause eine Stelle als Volontär!« zur weiteren Ausbildung im Haushalt. Offerten unter A. B. Nr. 402 an die Exved. d. Bl. erbeten.