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Der Israelit · 1889-01-17 · Heft 5 (17.1.1889) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 5 (17.1.1889)
Date
1889-01-17
Page
– (sequence 13)
Language
German
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85 zur selben Zeit Radu der Schwarze aus Temeschwar (Ungarn) in die jetzige Walachei herüberkamen imb da ihre Herrschaften gründeten. Beide Ursprungsorte liegen diesseits der Donau und es ist wahrscheinlich, daß diese Chasaren im ehemaligen Panonien, jetzigen Ungarn, und in Transsylvanien gegen Ende des 10. Jahrhunderts, nämlich 965—969, nachdem ihre Macht durch die Russen gebrochen worden war, erschienen sind. Die Namen Bogdan Dragosch klingen an und für sich sehr slavisch. — lieber die Walachen schreibt der erwähnte israelitische Reisende (nach der französischen Ausgabe seines Werkes) Folgendes: „Auf der anderen Seite des Stromes (Donau) beginnt die Walachei, deren Bewohner, die in den Bergen Hausen, sich den Namen Walachen selbst beilegen. Sie kennen das christliche Gesetz nicht und geben ihren Kindern hebräische Namen und nennen die Hebräer Brüder. Bon daher kommt es, daß einige Autoren ihnen eine jüdische Abkunft beimessen." Hebräische Namen trifft man bei den Rumänen zu allen Zeiten. So gab es einen Fürsten „Jlie" (Elia, i. I. 1594, vgl. „Jsr." Nr. 41/42 —1888) einen Aron u. s. w.; bei den Bauern sind noch heutzutage hebr. Namen vielfach vertreten, und z. B. einer der Deputirteu in der jetzigen Kammer heißt Mo isse Pacu. — Ich habe schon früher Aufschlüsse über die alte Verfassung der israelitischen Gemeinden in Rumänien gegeben, wie sie bis 1866 war; vielleicht werden nachträglich noch einige Einzelheiten Aufnahme finden. Der Landrabbiner war als hoher Würdenträger zu den Adeligen (Bojaren) gezählt. Als äußere Abzeichen trug er eine runde Mütze von theuerem Pelzwerk, einen dicken langen Stab mit einer silbernen Kugel und lange seidene Kleidung nach Art der Adeligen; außerdem hatte er eine Arnüauten-Leibgarde zum Schutz und als Ehrenbegleitung. Bei seinen Ausfahrten standen auf dem Rückbock des Wagens zwei „Tschaudars" und er hatte jederzeit freien Zutritt zmn Fürsten. Verschiedene Einnahmen in Geld und in Natura waren ihm von diesem verbrieft, s. z. B. alle Rinderzungen, 6 alte Lei (türkische Piaster a 26 Pfg.) von jeder Familie, 6 Lei von jeder Trauung u. s. w. Diese Abgaben scheinen jedoch nach Zeit und Ort verschieden gewesen und oft bei einem neuen Landrabbiner abgeändert worden zu sein. Die öffentlichen Steuern wurden für alle Israeliten durch den „Bahal" an den „Szamesch" (Distriktskassier) in vier Quartalen entrichtet. Um dieselben aufzubringen, gab es zwei Arten der Besteuerung im Wege der Selbstverwaltung: entweder der „Bahal" fertigte im Einverständniß mit den Gabbajim eine Liste der israelitischen Steuerzahler an und setzte eine bestimmte direkte Abgabe fest, oder, was zu allen Zeiten der Fall war: es wurde die schon immer zu Kultus zwecken vorhanden gewesene indirekte Steuer, der Aufschlag auf Fleisch erhöht. In Jassy gab es übrigens, wenn ich mich recht erinnere, auch eine israelitische Salzsteuer. In früheren Zeiten betrug^ die Fleischtaxe 2—5 Para (l*/5—3 Pfg.), jetzt ist sie 10—20 Bani (12 Vs—25 Para oder 8—16 Pfg.) für die Oka (11/4 Kilogramm) Fleisch. Zum Einziehen der Steuern bei den „Orendar's" (israelitische Dorfschänker) wurde den „Saptschiis" (Steuerbeamten) israelitische „Nemonim" beigegeben. Kopfsteuern im Einzelnen waren nicht zu zahlen. Dagegen hatten Kaufleute für Import von Waaren die fürstliche „Wama" (Zoll) als indirekte Steuer besonders zu entrichten. Der Bojar, welcher Besitzer eines Städtchens war, bezog ebenfalls eine besondere Abgabe, die sogenannte „Kammerherrn-Elle" (evt.nl eammaraseöeLe). Streitigkeiten in Steuerfachen schlichtete der Wel Wistiernie (Finanzmknister) direkt. Hinzuzufügen ist nur noch, daß die israelitische Gemeinde als Behörde, sowie ihre einzelnen Vertreter und Beamten, nur über die „Bajah" (eingeborenen) Israeliten Macht hatten; die „Suditen" (ausländischen Schutzgenossen) zahlten Steuern bei ihren Konsulaten und hatten ihre eigenen Starosten bei den Konsularagentien. f Abonnements- und Inferatenannahrne _für ZranNurt a 111. bei I. fmnffmunn, Buchfe A handl; fürIvürchuru bei Zörob Hornberger; sür München bei A. Helleibein». Lärbrrgraben $ sa 29; für Zürlh inBaurn bei Dornberger, A M hebe. u. deutsche Buchhandlung. 4 Abonnements- und Anferatenannakm« ] J§Sfür Ramburg bei A. Gotdfihmikt, Buch-! 5 Handlung» jiohlhofen Nr- 35; für Köln bti 'iS £co Frank, Probsteigasse 1?: in Böhmen» M Mähren u. Österreich. Schlesien bei Aaeob je K. Kranket», Buchhandlung in Prag. B Für den folgenden Theil ist die Redaction nickt verantwortlich. 3nr Pflege von zwei alten Renten und zur Führung des Hausbaltes bei denselben wird ein erfahrenes jüdisches Mädchen gesucht. Salair nach Uebereinkunst. Eintritt sobald als möglich. Offerten nimmt entgegen 456 M. Hirschfeld, Iserlohn. ür ein hiesiges Kurzwaaren Ln Arvs- Geschäft» 2"'' ^^geschlossen, wird ein gewandter junger Mann als Comptoirist gesucht. Offerten unter 8. 324 an A. 559 Hofmann, Buchhandlung, Frankfurt a. M. <7^ch suche sofort einen tüchtigen Metzger- <\J burschen» Israelit, der das Wurftmachen gut versteht. Samstag und Feiertage geschlossen. Aron Stranß, Metzger, 568 Frankfurt a. M.

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