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Der Israelit · 1889-01-10 · Heft 3 (10.1.1889) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 3 (10.1.1889)
Date
1889-01-10
Page
– (sequence 13)
Language
German
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49 sich mehrere jüdische Gesellen zu halten, nur mußte ein jeder derselben jährlich einen Speer und einen stählernen Schild als „Judensteuer" an die Rüstkammer des Sultans abliefern. Dadurch wurde es ihm möglich, eine kleine jüdische Gemeinde um sich zu versammeln, die am Sabbat und den hohen Feiertagen ihre Andacht in einem im Garten des Waffenschmiedes aufgeschlagenen Zelte verrichtete. Einer dieser Gesellen fungirte zugleich als Schächter der kleinen Gemeinde. Dies waren aber auch die einzigen Juden, die man in Riad antraf. Auch in der Riad benachbarten Stadt Deraje, der Hauptstadt des Wahabitenreiches, die aber jetzt größtenteils in Trümmern liegt, trifft man heutzutage keine Juden an, obgleich noch im vorigen Jahrhunderte eine beträchtliche jüdische Gemeinde dort existirte. Scheikh Abdul Wahab, der Stifter der nach ihm benannten Secte, hatte nämlich auch die Juden Derajas und ihre Mullahs (Rabbiner) aufgefordert, seine Lehren anzunehmen und wollte er sogar ihnen zuliebe, so versichern die arabischen Juden, den mohamedanischen Sabbat von Freitag auf Samstag verlegen, und Musa (Moses) sogar Vor Mohamed stellen, um so Islam und Judenthum näher aneinander zu bringen. Seine Vorschläge wurden jedoch von den Juden zurückgewiesen, und mußten sie daher die Stadt Derajeh und ihr Gebiet gänzlich verlassen. Auch der jüdische Friedhof, der früher in Derajeh vorhanden war, liegt jetzt zerstört, und Hausen in den leeren Gräbern Schakale und anderes Wild. Am andern Morgen führte der Waffenschmied seine Gäste in seinem weitläufigen Hause herum, zeigte ihnen hier die Werkstätten, wo er und seine Leute die Waffen für das Heer des Sultans anfertigten, ebenso auch das neben seinem Hause befindliche Kriegsarsenal, das unter seiner Aufsicht stand. Dieser Jude war daher zugleich so eine Art Kriegsminister, und er erfreuete sich daher eines bedeutenden Rufes, nicht nur in Riad, sondern auch in den benachbarten Staaten. Hie und da verwendete ihn der Sultan auch zu diplomatischen Missionen und hörte er auch sonst gerne auf seine Rathschläge. Am Sonntag darauf fanden sich die beiden jüdischen Reitenden wieder im Palaste ein, wo ihnen der Sultan Briefe für die Beherrscher von Tumein und Bereide übergab und dann einem jeden von ihnen ein Schwert, dessen Scheide aus der Haut einer Schlange, die im Sultanare Riad heimisch ist, bestand. Der Mund und die Spitze dieser Scheide waren mit Silberplatten belegt. Die Araber benützen sehr gerne die Haut dieser Schlange als Schwertscheide, die sie dann mit geheimen Zeichen und Worten versehen und sie als ein Amulet gegen den Schlangenbiß benützen. Am Montag verließ die Karawane Riad und trat die Weiterreise an. Der Waffenschmied und einige seiner Gesellen gaben ihren jüdischen Freunden eine Strecke weit das Geleite und zwar alle zu Pferd und in voller Kriegsrüstung. Letztere bestand aus Panzerhemd, Helm, Schild und Speer, Alles aus Eisen oder Stahl angefertigt und mehr oder minder mit Silber verziert. Es war ein herrlicher Anblick, als diese kleine jüdische Kriegerschaar auf ihren feurigen Arabern einhergesprengt kam, und man hätte meinen können, es wären dies Krieger aus dem Heere der Makkabäer. Unter der heißen Sonne Arabiens hat sich das Judenthum in seiner Urwüchsigkeit und sener tannenartigen (?) Gestalt bis auf den heutigen Tag zu erhalten gewußt. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten der Expedition: Herrn F., Budapest: 3 Gulden reichen bis 1. Juli 1889. f Abonnement«- und Inserotenannahme A _für Frankfurt a M. bei I. Aanffmann, Buch- « Ä ijanbl; für würzburg bei Aacob Dornberger; A M fürMünchen bei U. Aettelheim, Färbergraben g£ §29; für Fürth in Bayern bei M. Dornberger, 2: hebr. n. deutsche Buchbandlung. |p D Abonnements- und Inferatenannabme S M für Baniburg bei A. Golbprhmibt, Buch. L 3 Handlung, Aohlhöfen Nr. 35; für Köln bei K Keo Frank, probsteigaffe J7; in Böhmen, 5? Mähren u. Österreich. Schlesien bei Iaeod 2 D. Dranbel«, Buchhandlung in Prag. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. j. (isr.) Mädch. aus achb. Fam., i. Kochen u. Häusl. Arb. erf., s. ausw. Suche für mein Hotel eine tüchtige israel. Köchin und ein Buffetmädfamil. Stellung. Offert, unt. B. 42 an A. Goldschmidt, Buchhdlg., Hamburg. 201 in geb. Mädchen sucht als Volontairiu Stellung in einem Geschäft. 222 Offerten unter B. 99 postlagernd Hanau. chen. Hotel Michel, 203) Mainz, Betzelsgasse 4. in j. isr. Mädchen aus achtb. Fam. im Kochen u. Häusl, erf., s. ausw. fam. Stellung. Offert, u. L. 18 an A Goldschmidt, Buchhandl., Hamburg. 202 (Auche für mein an Sonn- und Feiertagen geschl. Manufaeturwaaren- Gefchäft einen tüchtigen Verkäufer. Offerten mit Photographie u. Gehaltsansprüche, sowie Franco-Marke für event. Retournirung unter K. 1583 an die Annoncen-Expedition von Heiur. Eisler, Hamburg. 210

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